
Deutschland besiegt Belgien 93-74 und erreicht erstes Frauen-Basketball-WM-Halbfinale
Die deutsche Frauen-Basketballnationalmannschaft besiegte am Donnerstag in Berlin den Europameister Belgien mit 93-74 und zog damit ins WM-Halbfinale gegen Frankreich ein.
Viertelfinal-Durchbruch in Berlin
Am Donnerstagabend, dem 10. September 2026, besiegte die deutsche Frauen-Basketballnationalmannschaft den amtierenden Europameister Belgien mit 93-74 in der Uber Arena in Berlin. Der Sieg ist das erste Mal in der Geschichte, dass die deutsche Frauenmannschaft ins Halbfinale einer FIBA-Weltmeisterschaft eingezogen ist. 10.537 Zuschauer verfolgten das Viertelfinale in Friedrichshain, darunter mehr als 1.000 reisende belgische Fans und der ehemalige NBA-Star Dirk Nowitzki am Spielfeldrand. Das Ergebnis bescherte Deutschland den vierten Turniersieg in Folge, nachdem die Mannschaft das Turnier weniger als eine Woche zuvor mit einer deutlichen Niederlage gegen Spanien begonnen hatte. Der Sieg kehrte zudem die jüngste Form gegen die belgische Mannschaft um, die Deutschland in drei aufeinanderfolgenden Begegnungen mit mehr als 20 Punkten geschlagen hatte, darunter eine 24-Punkte-Niederlage bei der Europameisterschaft, nachdem Deutschland bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris einen 83-69-Gruppensieg errungen hatte.
Fiebich und Wilke sorgen für frühen Lauf
Belgien eröffnete das Viertelfinale mit sechs Punkten in Folge, bevor die deutsche Offensive ihren ersten Korb erzielte. Leonie Fiebich, eine WNBA-Spielerin der New York Liberty, die zuvor im Turnier mit ihren Distanzwürfen zu kämpfen hatte, stoppte den belgischen Schwung, indem sie zwei frühe Dreipunktwürfe verwandelte. Die deutsche Guard Alexandra Wilke sicherte der Mannschaft mit einem Dreipunktewurf in der neunten Minute die erste Führung zum 16-15. Cheftrainer Olaf Lange wies seine Spielerinnen an, das Tempo durch eine strukturierte Verteidigung zu forcieren, was zu Fastbreak-Möglichkeiten für Lina Sontag und Frieda Bühner führte. Deutschland beendete das erste Viertel mit 22-19 in Führung, bevor es einen 11-0-Lauf hinlegte, um in der 13. Minute eine 34-21-Führung aufzubauen. Die deutsche Mannschaft behielt zur Halbzeit einen 42-35-Vorsprung, nachdem sie das zweite Viertel mit 20-16 gewonnen hatte.
- Belgien geht früh mit 6-0 in Führung, bevor Deutschland punktet
- Alexandra Wilke trifft einen Dreipunktwurf und bringt Deutschland mit 16-15 in Führung
- Deutschland absolviert einen 11-0-Lauf und baut die Führung auf 34-21 aus
- Deutschland führt 42-35 nach einem 20-16 im zweiten Viertel
- Deutschland geht mit 74-59 ins vierte Viertel
- Deutschland gewinnt 93-74 und sichert sich den Halbfinaleinzug
Kontrolle in der Frontcourt und Topscorer
Deutschland behielt in der zweiten Halbzeit die Kontrolle, gewann das dritte Viertel mit 32-24 und ging mit einer 74-59-Führung in die letzten zehn Minuten. Die in Berlin geborene Centerin Nyara Sabally war im dritten Viertel die Hauptpunktoption in der Zone und beendete das Spiel mit 16 Punkten. Fiebich schloss das Spiel als beste deutsche Werferin mit 17 Punkten ab und trug zudem mit Perimeter-Verteidigung gegen die belgischen Guards bei. Die belgische Forward Emma Meesseman erzielte mit 29 Punkten die meisten Punkte im Spiel für die Europameister von 2023 und 2025, doch Belgien konnte den zweistelligen Rückstand im vierten Viertel, das Deutschland mit 19-15 gewann, nicht verkürzen. Die deutsche Kapitänin Marie Gülich hatte vor dem Anpfiff die Bedeutung der Viertelfinalaufgabe angesprochen.
Das ist definitiv eine harte Gegnerin.
- Emma Meesseman (Belgien)
- 29 Punkte
- Leonie Fiebich (Deutschland)
- 17 Punkte
- Nyara Sabally (Deutschland)
- 16 Punkte
Halbfinale gegen Frankreich
Der Viertelfinalsieg sichert Deutschland zwei Chancen, bei seinem Heimturnier um Medaillen zu spielen. Die deutsche Mannschaft trifft im Halbfinale am Samstag, 12. September, um 16:30 Uhr Ortszeit auf Olympia-Zweiten Frankreich. Die Halbfinalpartie in Berlin ist bereits ausverkauft und wird in Deutschland live auf MagentaTV übertragen. Frankreich sicherte sich am Donnerstag mit einem 90-61-Viertelfinalsieg gegen China den Einzug in die Runde der letzten vier. Der Sieger des Samstag-Halbfinals zieht ins WM-Finale ein, während die unterlegene Mannschaft am Sonntag im Spiel um Bronze antritt.


