Verkehr · Berlin, Düsseldorf und Hamburg
Deutsche Bahn gibt technischem Update Schuld an bundesweitem Zugstillstand, der Tausende stranden ließ
Ein missglückter Wartungstausch am internen Funksystem der Deutschen Bahn brachte am späten Dienstagabend alle Personen- und Güterzüge zum Stillstand, ließ Fahrgäste stranden und entfachte erneute Kritik an dem staatseigenen Betreiber.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von newsORF.at, Deutsche Welle, Reuters und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Alle Züge der Deutschen Bahn – Regional-, Fern- und Güterverkehr – wurden am späten Dienstagabend nach einem GSM-R-Kommunikationsausfall für etwa zwei Stunden gestoppt.
Die Störung wurde durch einen planmäßigen Austausch einer Komponente im Kernnetz des digitalen Funksystems verursacht; Sabotage und Cyberangriff wurden ausgeschlossen.
Fahrgäste saßen bis in die Nacht an Bahnhöfen und in Zügen fest; die Güterlogistik bleibt gestört, am Mittwoch stand noch die Hälfte der Güterzüge still.
Verkehrsminister Patrick Schnieder forderte eine vollständige Untersuchung und dauerhafte Schutzmaßnahmen; der Vorfall befeuerte die breite Kritik an der chronischen Unterinvestition der DB.
- 24.06.Notfallsystem stellt Kommunikation wieder her; erste Züge beginnen sich wieder zu bewegen.
- 24.06.Personenverkehr wird weitgehend wieder aufgenommen, aber Verspätungen und Ausfälle halten an.
- 24.06.Rund die Hälfte der Güterzüge ist immer noch gestrandet; Logistikketten stehen vor tagelangen Folgewirkungen.
Was geschah
Gegen 22:00 Uhr am Dienstag meldete die Deutsche Bahn einen Totalausfall des digitalen GSM-R-Funksystems, der zentralen Kommunikationsverbindung zwischen Triebfahrzeugführern und Leitstellen. Aus Sicherheitsgründen wurden alle Personenzüge in den Bahnhöfen angehalten und Güterzüge abgestellt, was den Schienenverkehr in ganz Deutschland für rund zwei Stunden praktisch zum Erliegen brachte. Regional-, Fern- und einige Nahverkehrsverbindungen waren betroffen, darunter auch S-Bahn-Netze in Großstädten wie Berlin und Stuttgart. Gegen 00:30 Uhr am Mittwoch erklärte der Betreiber, die Lage sei über ein Notfallsystem stabilisiert worden, doch Verspätungen und Ausfälle hielten bis in den Mittwochmorgen an.
Die Ursache
Philipp Nagl, Chef der Infrastrukturtochter DB InfraGO, erklärte, der Fehler scheine durch einen planmäßigen Austausch einer technischen Komponente im GSM-R-Kernnetz ausgelöst worden zu sein. Während das Unternehmen Sabotage und einen Cyberangriff ausschloss, räumte es ein, dass es nicht sofort feststellen könne, ob Hardware, Software oder menschliches Versagen schuld sei. Einige Mitarbeiter berichteten gegenüber Sendern, dass ein Software-Update die Quelle gewesen sei.
„Derzeit deutet alles darauf hin, dass die Ursache für die gestrige Störung des digitalen GSM-R-Funksystems der planmäßige Austausch einer technischen Komponente war.“
Auswirkungen auf Fahrgäste und Güterverkehr
Tausende Reisende saßen bis tief in die Nacht auf Bahnsteigen und in stehenden Zügen fest. Die Deutsche Bahn gab Taxi- und Hotelgutscheine aus, doch viele Fahrgäste beklagten eine schlechte Kommunikation über die Dauer des Stillstands. Bis Mittwochmorgen hatte der Personenverkehr weitgehend wieder aufgenommen, der Schienengüterverkehr blieb jedoch stark beeinträchtigt. Neele Wesseln, Vorsitzende des Güterverkehrsverbands „Die Güterbahnen“, sagte, etwa die Hälfte der Güterzüge sei noch bundesweit und an den Grenzen gestrandet, mit Auswirkungen auf die Logistikketten, die mehrere Tage andauern dürften. Die DB InfraGO rechnete damit, dass sich der Rückstau bis zum Nachmittag auflösen könnte.
Kritik und Reaktionen
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder forderte eine umfassende Untersuchung und verlangte von der Deutschen Bahn, Schutzmaßnahmen zu ergreifen, um eine Wiederholung zu verhindern. Der Vorfall entfachte eine seit langem schwelende Debatte über die Zuverlässigkeit der Bahn neu. Die Bild-Zeitung bezeichnete die DB als „Bruchbude“ und wies darauf hin, dass das Funksystem seit Monaten als Schwachstelle bekannt sei.
„Es ist uns gelungen, das Problem vorübergehend über ein Notfallsystem zu beheben.“
Tiefgreifende Infrastrukturprobleme
Der Ausfall reiht sich ein in eine Vielzahl von Problemen des staatseigenen Betreibers, dessen Pünktlichkeit von rund 85 % in den frühen 1990er Jahren auf 59 % im Februar 2026 gefallen ist. Chronische Unterinvestitionen, alternde Infrastruktur und ein milliardenschweres Modernisierungsprogramm, das selbst zu häufigen Sperrungen führt, haben die Bahn zu einem nationalen Symbol für den Investitionsstau Deutschlands gemacht. Das auf der Ende der 1990er Jahre eingeführten 2G-Mobilfunktechnologie basierende GSM-R-System bleibt der europäische Standard, obwohl ein Nachfolgesystem (FRMCS) für die 2030er Jahre vorgesehen ist.
- Frühe 1990er
- 85 % pünktliche Züge
- Februar 2025
- 66 % pünktliche Züge
- Februar 2026
- 59 % pünktliche Züge
Daten aus dem Artikeltext
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- Philipp Nagl
- Vorstandsvorsitzender der DB InfraGO, der Infrastrukturtochter der Deutschen Bahn
- Evelyn Palla
- Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG
- Patrick Schnieder
- Bundesminister für Verkehr (CDU)
- Neele Wesseln
- Vorsitzende des Güterverkehrsverbands „Die Güterbahnen“
- Orte
- Düsseldorf, Duisburg, Essen, Wuppertal
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