
Deutscher Wanderer (74) nach Sturz vom Türmljoch bei Prägraten in Osttirol tot aufgefunden
Ein 74-jähriger Wanderer aus Nordrhein-Westfalen wurde tot nahe Prägraten in Osttirol aufgefunden, nachdem er bei einer Alleinwanderung am 10. August auf dem Türmljoch den markierten Weg verlassen und über fast senkrechte Felswände gestürzt war.
Die Wanderung
Ein 74-jähriger Wanderer aus dem Kreis Olpe in Nordrhein-Westfalen brach am Montagmorgen, dem 10. August 2026, gegen 8:30 Uhr allein zu einer Bergtour in der Venedigergruppe nahe Prägraten in Osttirol auf. Sein Ziel war das Türmljoch, ein Pass auf fast 2.800 Metern, der das Maurertal im Westen mit dem Hinterbichler Dorfertal im Osten verbindet. Die Route ist Teil des Venediger-Höhenwegs und dient als direkte Verbindung zwischen der Essener-Rostocker-Hütte auf 2.208 Metern und der Johannishütte auf 2.121 Metern. Am Übergang selbst erhebt sich der namensgebende Türml-Gipfel auf 2.844 Metern. Der Mann kehrte nicht von seiner Wanderung zurück.
Die Suche beginnt
Als der Wanderer nicht zurückkam, meldete der Betreiber seiner Unterkunft ihn um 20:50 Uhr als vermisst. Die Polizei leitete noch am Abend eine Suche mit einem Hubschrauber und einer Drohne ein. In der Dunkelheit machten sich Bergrettungsteams mit fünf Lawinensuchhundeführern auf verschiedenen Wegen in Richtung Türmljoch auf. Die Bedingungen verschlechterten sich, als starker Regen und heftiger Wind aufkamen. Gegen 23:00 Uhr zwang das Unwetter die Luftunterstützung zum Abbruch der Operation. Bodenteams setzten trotz des Sturms fort und erreichten den fast 2.800 Meter hohen Pass nach Mitternacht, aber die Suche blieb über Nacht erfolglos.
- Wanderer bricht allein von Prägraten Richtung Türmljoch auf
- Betreiber der Unterkunft meldet den 74-Jährigen als vermisst
- Starker Regen zwingt Helikopter- und Drohnensuche zur Aufgabe
- Bodenmannschaften erreichen das fast 2.800 m hohe Türmljoch, finden aber keine Spur
- Polizeihubschrauber nimmt Suche bei Tagesanbruch wieder auf
- Leiche nahe Aderkammbach auf 2.270 m Höhe gesichtet
Entdeckung bei Tagesanbruch
Am Dienstagmorgen, dem 11. August, startete der Polizeihubschrauber um 04:45 Uhr zu einem erneuten Suchflug. Etwa eine Stunde später, gegen 05:40 Uhr, entdeckte die Besatzung einen leblosen Körper nahe dem Aderkammbach auf einer Höhe von 2.270 Metern, wie die Kronen Zeitung berichtete. Der Spiegel beschrieb den Ort als auf fast 2.300 Metern. Der Mann hatte tödliche Verletzungen erlitten.
Was die Polizei annimmt
Laut Polizei, zitiert von der Nachrichtenagentur APA, verließ der 74-Jährige während seines Abstiegs vom Türmljoch den markierten Weg. Er begab sich dann in zunehmend steiles Gelände, bevor er über fast senkrechte Felswände stürzte. Die Polizei erklärte, er sei wahrscheinlich durch immer steileres Gelände abgestiegen und anschließend über fast senkrechte Wände gestürzt. Die Ermittlungen basieren auf den vorläufigen Erkenntnissen des Bergungsteams.
Die Route und ihre Risiken
Das Türmljoch ist ein beliebter Übergang für erfahrene Wanderer auf dem Venediger-Höhenweg und bietet Ausblicke auf die Gletscher der Venedigergruppe. Der Weg verbindet zwei bekannte Berghütten, aber das Gelände um den Pass umfasst steile Flanken und exponierte Felsabschnitte. Der Vorfall unterstreicht die Gefahren des Verlassens markierter Wege im hochalpinen Gelände, insbesondere bei Alleinreisen.


