
Deutsche Autoländer fordern EU-Zollausweitung auf chinesische Hybride und Revision des Verbrennerverbots 2035
Die Ministerpräsidenten Bayerns, Baden-Württembergs und Niedersachsens haben ein gemeinsames Papier nach Berlin und Brüssel geschickt, in dem sie eine Ausweitung der Zölle auf chinesische Hybride, niedrigere Energiesteuern und eine Überarbeitung der EU-Flottenregeln fordern.
Überparteiliches Bündnis warnt vor irreversiblen Schäden für die Industrie
Die Spitzen der drei größten deutschen Automobilbundesländer haben ein gemeinsames Positionspapier an die Europäische Union und die deutsche Bundesregierung gesandt, in dem sie koordinierte Unterstützung für Autohersteller und Zulieferer fordern. Markus Söder aus Bayern (CSU), Cem Özdemir aus Baden-Württemberg (Grüne) und Olaf Lies aus Niedersachsen (SPD) bezeichnen die Branche als wirtschaftliche Grundlage Deutschlands und Europas. Das Dokument stellt fest, dass allein im Jahr 2025 52.000 Arbeitsplätze in der deutschen Automobilindustrie verloren gingen. Söder wies darauf hin, dass der Sektor in Bayern einen Jahresumsatz von 180 Milliarden Euro erwirtschaftet. Die drei Ministerpräsidenten warnten, dass der Branche ohne wettbewerbsfähige Binnenmarktbedingungen, wirksame Schutzinstrumente und fairen Handel nach den Regeln der Welthandelsorganisation langfristige Schäden drohen.
Handelsschutz und europäische Batterieallianzen
Das Positionspapier fordert die Europäische Kommission auf, die Antisubventionsuntersuchungen und Ausgleichszölle auf chinesische Fahrzeuge auf Plug-in-Hybridmodelle auszuweiten, die ohne die für Batterie-Elektroautos geltenden Abgaben in europäische Märkte gelangen. Die Ministerpräsidenten befürworten zudem moderate Lokalinhaltanforderungen nach einem Made-with-Europe-Ansatz, der Mitglieder des Europäischen Wirtschaftsraums und Freihandelspartner umfasst. Nach einem Treffen mit dem Volkswagen-Betriebsrat in Wolfsburg schlug Bundesfinanzminister Lars Klingbeil vor, dass chinesische Hersteller verpflichtet werden könnten, Joint Ventures mit europäischen Partnern einzugehen, um Fahrzeuge in der EU zu verkaufen. Um die Abhängigkeit von asiatischen Batterielieferketten zu verringern, forderten die Ministerpräsidenten eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit nach dem Vorbild des Luftfahrtkonsortiums Airbus und argumentierten, dass das EU-Battery-Booster-Programm allein nicht ausreiche.
Insgesamt müssen wir uns viel mehr auf Innovation und Hightech konzentrieren, denn dort liegen der künftige Wohlstand und die Arbeitsplätze.
Vorgeschlagene Revisionen der EU-Emissions- und Verbrennermotorziele
Die Länderchefs riefen Brüssel auf, seinen klimapolitischen Regulierungsrahmen für den Verkehr zu überarbeiten, und schlugen insbesondere einen Ausstieg aus dem geplanten europäischen Verbrennerverbot von 2035 vor. Sie forderten, das EU-CO2-Flottenreduktionsziel ohne Nebenauflagen auf 90 % zu senken, zusammen mit einem früheren Zeitplan für die CO2-Überprüfung bei Lastkraftwagen. Nach ihrem Vorschlag sollen Fahrzeuge, die vollständig mit erneuerbaren Kraftstoffen betrieben werden, als Nullemissionsfahrzeuge gelten, während die Verwendung von grünem Stahl und synthetischen Kraftstoffen auf die Erfüllung der Herstellerziele angerechnet werden soll. Söder forderte Technologieoffenheit und ein Ende starrer Verbote und erklärte, dass Hightech-Verbrennungsmotoren neben der Elektrifizierung weiterhin eine Rolle spielten.
- Ministerpräsidenten reichen gemeinsames Positionspapier ein, das EU- und Bundesentlastungen für die Autoindustrie fordert
- EU-Führung und Kommission sollen über zusätzliche Maßnahmen gegen asiatische Importe beraten
- Zieljahr für das EU-Verbrennerverbot, das die Ministerpräsidenten überarbeiten wollen
Energiekosten und Maßnahmen für den Binnenmarkt
Im Inland forderten die drei Ministerpräsidenten die deutsche Bundesregierung auf, die Industriestrompreise zu senken, die Netzentgelte zu reduzieren und die Stromsteuer zu kürzen, um die Betriebskosten zu stabilisieren. Lies betonte, dass eine Senkung der Fahrzeugladekosten durch Steuererleichterungen notwendig sei, um die Akzeptanz von Elektrofahrzeugen in allen Verbrauchersegmenten aufrechtzuerhalten. Das gemeinsame Papier schlägt außerdem vor, die staatlichen Kaufprämien auf gebrauchte Elektrofahrzeuge auszuweiten, Regulierungsrahmen für autonomes Fahren zu entwickeln und die europäischen Beihilfevorschriften zu lockern, um Technologieinvestitionen in etablierten Automobilstandorten zu ermöglichen.
Der Ladepreis muss durch eine niedrige Stromsteuer auf ein Minimum reduziert werden.


