Deutsche Polizei beschränkt Festivalzugang in Stuttgart und München, als die Menschenmengen 80.000 erreichen
Die Behörden in Stuttgart und München beschränkten am Samstag den Zugang zu den Festgeländen, schlossen die Eingänge am Cannstatter Wasen und versiegelten überfüllte Bierzelte auf dem Oktoberfest während des Feiertagsandrangs.
Zugangsbeschränkungen in Stuttgart
Die Polizei in Stuttgart sperrte am Samstagnachmittag vorübergehend mehrere Zugänge zum Festgelände des Cannstatter Wasen, um den Besucherstrom einzudämmen. Der Zugang zum Gelände war ausschließlich über den Haupteingang an der Mercedesstraße möglich, während die Zugangswege durch die Fußgängerunterführungen und über das Kraemermarkt-Messegelände vollständig gesperrt wurden. Die Polizei handelte, nachdem Zählungen ergeben hatten, dass sich am frühen Nachmittag rund 80.000 Menschen auf dem Gelände versammelt hatten. Von dieser Gesamtzahl besuchten etwa 60.000 Gäste das Cannstatter Volksfest, weitere 19.000 das zeitgleich stattfindende Landwirtschaftliche Hauptfest. Ein Polizeisprecher betonte, das Festgelände habe seine maximale Kapazitätsgrenze nicht erreicht; die Sperrungen seien allein dazu gedient, den Zustrom der Besucher zu verlangsamen.
- Cannstatter Volksfest
- 60000 Besucher
- Landwirtschaftliches Hauptfest
- 19000 Besucher
Verkehrswarnungen und koordinierte Wiederöffnung
Der Andrang veranlasste die Verkehrsbetriebe in Stuttgart, direkt in das Nahverkehrsnetz einzugreifen. Am späten Nachmittag spielten die Verkehrsbetriebe in den Stadtbahnzügen Lautsprecherdurchsagen ab und verbreiteten schriftliche Hinweise auf digitalen Anzeigen, in denen Fahrgäste gebeten wurden, wegen der massiven Überfüllung nicht zum Wasen zu fahren. Den Verkehrswarnungen waren Berichte vorausgegangen, wonach sich das Festgelände seiner Aufnahmegrenze näherte. Nachdem der Zustrom der ankommenden Besucher am späteren Tag nachließ, bauten die Behörden die provisorischen Absperrungen ab. Am Samstagabend ließ die Polizei die Besucher wieder koordiniert über alle zuvor geschlossenen Eingänge ein.
- Große Bierzelte auf dem Münchner Oktoberfest nehmen wegen Kapazitätsgrenzen keine neuen Gäste mehr auf.
- Die Stuttgarter Polizei schließt die Nebeneingänge des Wasen, als die Menschenmenge fast 80.000 Personen erreicht.
- Anzeigen der Stuttgarter Stadtbahn warnen Fahrgäste davor, zum Festgelände zu fahren.
- Die Polizei in Stuttgart lässt wieder koordiniert Einlass über alle Zugänge des Wasen zu.
Überfüllung auf dem Münchner Oktoberfest
Parallele Maßnahmen zur Besucherlenkung gab es am Samstag auch auf dem Oktoberfest in München, als das Fest in seine letzten beiden Tage vor dem Abschluss am Sonntag ging. Da der Feiertag dichte Menschenmengen auf die Theresienwiese lockte, veröffentlichten die Festleitung und die Stadtverwaltung öffentliche Warnungen vor schwerer Überfüllung. Viele der großen Bierzelte nahmen ab zwölf Uhr mittags keine neuen Gäste mehr auf, nachdem sie ihre Höchstkapazität erreicht hatten. Die umliegenden Biergärten füllten sich kurz darauf und sperrten ebenfalls. Die Festverantwortlichen wiesen darauf hin, dass die Aussicht auf freie Plätze in den Zelten viele Besucher dazu bewogen habe, bereits am frühen Tag anzureisen.
Die Stadt München veröffentlichte in den sozialen Medien dringende Hinweise, in denen sie potenzielle Festbesucher aufforderte, ihren Besuch zu verschieben.
Derzeit sind viele Gäste auf der Wiesn, bitte kommen Sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder.
Ein Sprecher der Stadt warnte, die beiden Haupteingänge zur Theresienwiese stünden kurz vor der vorübergehenden Schließung, und wies ankommende Besucher an, stattdessen zu den Seiteneingängen zu gehen.
Sicherheitsprotokolle des vorangegangenen Wochenendes
Die Feiertagssperrungen entsprachen den Maßnahmen zur Besucherlenkung, die bereits am vorherigen Samstag des Münchner Festes ergriffen worden waren. An diesem mittleren Festwochenende bildete sich am späteren Tag eine schwere Überfüllung, die gegen 16:45 Uhr während des Wechsels bei den Tischreservierungen ihren Höhepunkt erreichte. Die Organisatoren hatten darauf reagiert, indem sie die beiden Haupteingänge schlossen und Durchsagen zur Besucherlenkung auf Deutsch, Englisch und Italienisch ausstrahlten, um den Stau an den Toren aufzulösen. Die Überfüllung löste sich anschließend ohne weitere Zwischenfälle auf. Der Oktoberfest-Direktor Christian Scharpf zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden und erklärte, das aktualisierte Sicherheitskonzept des Festes habe wirksam funktioniert.


