Himalaya-Sturzfluten töten 543, deutsche Familie in Nepal gerettet
Eine vierköpfige deutsche Familie wurde in Nepal per Helikopter evakuiert, nachdem am Mittwoch Sturzfluten wüteten. Offizielle Berichte listen 543 Tote und über 1.400 Vermisste in Nepal und Tibet.
Evakuierung der deutschen Familie
Ein vierköpfige deutsche Familie wurde am Freitag per Helikopter zu einem Armeelager in Battar Bazar bei Bidur evakuiert, nachdem sie den Fluten in Nord-Nepal entkommen war. Manuel Münch (37) aus dem Berchtesgadener Land, seine nepalesische Frau (35) und ihre beiden Kinder im Alter von sieben und zehn Jahren hatten ihre Trekkingpläne im Langtang-Gebiet geändert, nachdem frühere Erdrutsche die Wege blockiert hatten. Anstatt die Wanderung fortzusetzen, blieb die Familie bei Verwandten in Trishuli Bazar.
Als sich die Wasserflut mit einem donnernden Geräusch näherte, rannte die Familie 800 Meter einen nahegelegenen Hügel hinauf, um Sicherheit zu erreichen. Auf einer 40 Kilometer langen Flussstrecke zerstörte die Flut mehr als 20 Brücken und unterbrach alle Straßenverbindungen. Münch bemerkte, dass das Beibehalten ihrer ursprünglichen Reiseroute sie direkt in den Weg der Katastrophe gebracht hätte.
Wenn wir unsere Trekkingtour normal durchgeführt hätten, wären wir an diesem Tag in Syabrubesi übernachtet und wären gestorben.
Opfer in Nepal und Tibet
Die Katastrophe ereignete sich am Mittwoch, als ein Erdrutsch und Sturzfluten Dörfer entlang der Grenze zwischen Nepal und der Autonomen Region Tibet verwüsteten. Bis Freitag bestätigten die Katastrophenschutzbehörden in Nepal 538 Tote und 977 Vermisste, darunter 517 ausländische Staatsangehörige. Nepalesische Rettungsteams haben 3.742 Menschen geborgen, darunter 25 Ausländer.
- Ein Erdrutsch und Sturzfluten treffen die Grenzregion zwischen Nepal und Tibet und zerstören Dörfer.
- Deutsche Behörden beginnen mit der Zusammenstellung von Informationen über vermisste Bürger in der Region.
- Die Familie Münch wird nach Battar Bazar evakuiert, während die Gesamtzahl der Todesopfer 543 erreicht.
Auf der chinesischen Seite der Grenze in Tibet meldeten die Behörden fünf Tote und 558 Vermisste. Zusammengefasste Berichte ergeben eine bestätigte Gesamtzahl von 543 Toten in beiden Ländern, wobei mehr als 1.400 Menschen weiterhin vermisst werden.
- Nepal
- 977
- Tibet (China)
- 558
Suche nach vermissten ausländischen Staatsangehörigen
Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin erklärte am Freitag, dass eine niedrige zweistellige Zahl deutscher Staatsangehöriger in der Katastrophenzone vermisst werde. Frühere Aufzeichnungen des nepalesischen Tourismusamtes listeten acht vermisste Deutsche auf, von denen vier zu einer 80-köpfigen Pilgerreise gehörten, die vom Berg Kailash und dem Manasarovar-See zurückkehrte und von der Isha Foundation und der Trekkers' Society organisiert wurde. Die Gruppe umfasste auch Bürger aus den Vereinigten Staaten, Kanada und dem Vereinigten Königreich.
Der Leiter der Stiftung, Jagadish Vasudev, äußerte sich in einem am Mittwoch in Tibet aufgenommenen Video zu dem Vorfall und beschrieb schwere Schäden entlang der Rückroute.
Es gibt bisher keine offizielle Bestätigung. Angesichts des Ausmaßes der Zerstörung sieht es schlecht aus.
Internationale Reaktion und Bedingungen
Während ihres Treks vor den Überschwemmungen traf die Familie Münch auch auf zwei tschechische Staatsangehörige, deren Aufenthaltsort weiterhin unbestätigt ist. Die Familie hatte während des gesamten Vorfalls Mobilfunkkontakt zur deutschen Botschaft, bevor sie per Helikopter und anschließend auf dem Landweg nach Kathmandu gebracht wurde.
Das Auswärtige Amt erklärte, dass es sich über internationale Fonds an der Hilfe beteiligt und bereit ist, zusätzliche Katastrophenhilfe zu leisten. Die nepalesischen Behörden haben mitgeteilt, dass sie derzeit keine weitere internationale Hilfe benötigen, da die inländischen Such- und Rettungsoperationen in der Katastrophenzone fortgesetzt werden.


