
Deutsche Deko-Kette Depot schließt 66 Filialen im Zuge der neuesten Insolvenz, rund 80 Standorte bleiben
Die deutsche Deko-Kette Depot schließt 66 ihrer verbleibenden Filialen und streicht rund 330 Arbeitsplätze, während die Muttergesellschaft ihr zweites Insolvenzverfahren seit 2024 durchläuft – bei einem Rekordhoch an Einzelhändlern, die ums Überleben fürchten.
Schließungsdetails
Depot hat eine Liste von 66 Filialen veröffentlicht, die in den kommenden Wochen im Rahmen der laufenden Insolvenz der Muttergesellschaft GDC Deutschland GmbH geschlossen werden. Die betroffenen Standorte erstrecken sich über ganz Deutschland, darunter drei Filialen in Berlin (Pankow, Marzahn und Köpenick), zwei in Leipzig sowie Standorte in Dresden, Magdeburg, Erfurt, Potsdam, Bonn und zahlreichen weiteren Städten. Die meisten sollen nach Räumungsverkäufen bis Ende Juli schließen, einige sind bereits geschlossen. Die Kette betreibt derzeit rund 155 Filialen, und Geschäftsführer Christian Gries teilte der Deutschen Presse-Agentur mit, dass nach den Kürzungen etwa 80 übrig bleiben, wobei weitere Schließungen im Zuge von Mietverhandlungen möglich sind.
Wir können nur Filialen betreiben, die profitabel sind.
Zweite Insolvenz und Filialreduzierungen
Die GDC Deutschland GmbH hat im Mai 2026 beim Amtsgericht Aschaffenburg Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Dies folgt auf einen vorherigen Insolvenzantrag im Jahr 2024, der die Kette von rund 400 auf etwa 150 Filialen reduzierte. Das aktuelle Verfahren wird das Netzwerk weiter auf etwa 80 Standorte verkleinern.
- Vor 2024 (~400)
- 400 Filialen
- Nach Insolvenz 2024 (~150)
- 150 Filialen
- Nach Insolvenz 2026 (~80)
- 80 Filialen
Genannte Gründe
Gries führte die Insolvenz auf eine Kombination aus Zöllen, zunehmendem Online-Wettbewerb durch Plattformen wie Temu und Kaufzurückhaltung der Verbraucher zurück. „Es ist eine schwierige Zeit für den Einzelhandel. Viele Kunden achten genau auf die Preise“, sagte er. Das Unternehmen hatte bereits während und nach der Pandemie mit Schwierigkeiten zu kämpfen und hatte im Zuge der Umstrukturierung 2024 bereits viele Arbeitsplätze abgebaut.
Breiterer Einzelhandelsdruck
Die Schließungen erfolgen inmitten einer schweren Belastung des deutschen stationären Einzelhandels. Laut Ifo-Institut beschrieben im April 17,4 % der Einzelhändler ihre Lage als existenziell bedrohlich – ein Rekordwert. Jeder sechste Händler fürchtet nun ums Überleben, angetrieben von schwachem Verbrauchervertrauen und dem Wachstum des E-Commerce. In den letzten Monaten haben auch andere Einzelhändler wie der Non-Food-Discounter Mäc Geiz, die Baumarktkette Hellweg und die Heimtextilienkette Hammer Insolvenz angemeldet oder geschlossen.
Arbeitsplatzverluste und nächste Schritte
Rund 330 Filialmitarbeiter werden ihre Arbeitsplätze verlieren, hinzu kommen weitere Kürzungen in der Unternehmenszentrale in Großostheim. Gries machte keine Angaben zur Gesamtzahl der verbleibenden Mitarbeiter. Die Gehälter der rund 1.200 Beschäftigten werden laut früheren Aussagen durch Insolvenzgeld-Vorfinanzierung gesichert. Das Unternehmen erklärte, es trenne sich „schweren Herzens“ von den Filialen, und nannte kein genaues Schließungsdatum für alle Standorte.


