AOK-Bayern-Daten: Individuelles Demenzrisiko sinkt um 16 %, Gesamtzahl der Patienten steigt bis 2040 auf 380.000
Neue Daten der AOK Bayern zeigen, dass das individuelle Demenzrisiko in Bayern von 2015 bis 2024 um knapp 16 Prozent gesunken ist, die steigende Lebenserwartung die Gesamtzahl der Patienten jedoch bis 2040 auf 380.000 ansteigen lässt.
Sinkendes individuelles Risiko, steigende Gesamtzahlen
Neue Daten der Krankenkasse AOK Bayern zeigen, dass das individuelle Risiko, an Demenz zu erkranken, in Bayern gesunken ist. Der Anteil der Menschen mit Demenz fiel von 3,8 Prozent im Jahr 2015 auf 3,2 Prozent im Jahr 2024 – ein Rückgang um knapp 16 Prozent. Die Gesamtzahl der Patienten wächst jedoch weiter, da eine höhere Lebenserwartung und geburtenstarke Jahrgänge in das höhere Alter kommen. Andreas Nagel, Statistiker bei der AOK Bayern, teilte der Deutschen Presse-Agentur in München mit, dass die Gesamtzahl der Menschen, die in die Risikogruppe eintreten, aufgrund demografischer Veränderungen weiter steige. Die Daten wurden aus AOK-Versicherungsdaten hochgerechnet und auf die Bevölkerung Bayerns übertragen.
Was wir für Bayern sehen, ist, dass der Anteil der Betroffenen mit dem Alter zunimmt. Das ist logisch, Demenz ist eine Erkrankung des Alters und des hohen Alters.
- Frauen 65–74 (2015)
- 2.4 %
- Frauen 65–74 (2024)
- 1.5 %
- Männer 65–74 (2015)
- 2.8 %
- Männer 65–74 (2024)
- 1.8 %
- Frauen 75+ (2015)
- 16.3 %
- Frauen 75+ (2024)
- 13.3 %
- Männer 75+ (2015)
- 13 %
- Männer 75+ (2024)
- 11.5 %
Aufschlüsselung nach Alter und Geschlecht
Die Daten zeigen, dass die Demenzprävalenz mit dem Alter stark ansteigt. Bei den 65- bis 74-Jährigen hatten 2024 1,5 Prozent der Frauen und 1,8 Prozent der Männer Demenz – gegenüber 2,4 Prozent bzw. 2,8 Prozent im Jahr 2015. In der Gruppe der über 75-Jährigen lagen die Raten bei 13,3 Prozent für Frauen und 11,5 Prozent für Männer, verglichen mit 16,3 Prozent bzw. 13,0 Prozent im Jahr 2015. Nagel führte die höhere Rate bei älteren Frauen auf deren längere Lebenserwartung zurück, was die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung erhöht. Demenz ist keine einzelne Krankheit, sondern ein Muster von Symptomen mit verschiedenen Ursachen; die häufigste Form ist Alzheimer. Die Erkrankung führt im Vergleich zum vorherigen Zustand zu einer Verschlechterung verschiedener geistiger Fähigkeiten.
Prognosen und politische Reaktion
Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach erklärte, dass derzeit mehr als 270.000 Menschen mit Demenz in Bayern leben. Experten prognostizieren rund 300.000 bis 2030 und 380.000 bis 2040.
Wir als Gesellschaft müssen darauf vorbereitet sein.
- 2026 (aktuell)
- 270000
- 2030 (Prognose)
- 300000
- 2040 (Prognose)
- 380000
Gerlach kündigte die Bayerische Demenzwoche an, die vom 18. bis 27. September stattfindet, als Plattform, um die Auswirkungen für Betroffene, deren Angehörige und das soziale Umfeld zu thematisieren.
Mit der Demenzwoche wollen wir für das Thema Demenz sensibilisieren, Vorurteile abbauen und konkrete Unterstützungsmöglichkeiten für Betroffene und ihre Angehörigen aufzeigen.
Im vergangenen Jahr organisierten Vereine, Gemeinden, Einrichtungen, Initiativen und Einzelpersonen 1.700 Veranstaltungen. Für dieses Jahr liegen bereits rund 1.900 Anmeldungen vor. Das Angebot reicht von Informationsveranstaltungen und Kulturprogrammen über Workshops und Tage der offenen Tür bis hin zu demenzsensiblen Gottesdiensten.
Prävention und Begleiterkrankungen
Silke Recksiek von der AOK Bayern bezeichnete Demenz angesichts der alternden Bevölkerung als eine der großen gesundheitlichen Herausforderungen unserer Zeit. Sie betonte, dass kleine, regelmäßige Schritte im Alltag helfen können, gesunde Lebensjahre zu gewinnen.
Regelmäßige Bewegung, eine gute Kontrolle von Herz-Kreislauf-Risikofaktoren, soziale Kontakte und geistige Aktivität können helfen, mehr gesunde Lebensjahre zu gewinnen.
Die AOK identifizierte mehrere Erkrankungen, die mit einem höheren Demenzrisiko verbunden sind, darunter Depressionen, Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes, Fettleibigkeit, koronare Herzkrankheit und Herzinsuffizienz. Recksiek merkte an, dass es keiner großen Veränderungen bedürfe und dass kleine, regelmäßige Schritte gut in den Alltag integriert werden könnten.


