Verkehr · Madrid, Barcelona und Sevilla

Spanien erwägt Aussetzung der AVE Madrid–Barcelona während der Bauarbeiten – Illa drängt auf Aufrechterhaltung des Betriebs

Verkehrsminister Óscar Puente hat ins Spiel gebracht, die Hochgeschwindigkeitsstrecke Madrid–Barcelona während der Sanierung stillzulegen; laut Ministerium würde das die Arbeiten von fünf Jahren auf unter zwei verkürzen. Kataloniens Regierungschef Salvador Illa lehnt den Vorschlag ab, und Reisende in Andalusien suchen händeringend nach Alternativen.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von El Confidencial, LaSexta, LaVanguardia und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Madrid, Barcelona, Sevilla, Málaga · Spanien
Wie es dazu kam
  1. 5.10.Vueling nimmt die Flüge Barcelona–Madrid wieder auf
  2. 30.10.Puente bringt eine Stilllegung der Strecke während der Sanierung ins Spiel
  3. 2.11.Illa fordert die Aufrechterhaltung des Betriebs während der Bauarbeiten
  4. 8.11.Zusätzliche Iberia-Flüge und der Tarifdeckel von 99 Euro enden

Stilllegung nach den Unglücken von Urda und Adamuz im Gespräch

Verkehrsminister Óscar Puente hat die Option auf den Tisch gelegt, den kommerziellen Betrieb auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke Madrid–Barcelona während der Sanierung auszusetzen – ein Modell, das er mit Deutschland in Verbindung brachte. Berechnungen des Ministeriums, über die El Confidencial berichtet, zufolge würde eine vollständige Stilllegung die Modernisierung des Abschnitts Madrid–Calatayud von fünf Jahren auf 12 bis 24 Monate verkürzen. Puente brachte die Idee am Freitag, 30. Oktober, bei seiner zweiten Pressekonferenz seit dem Unglück von Urda in Toledo vor und räumte ein, dass eine solche Entscheidung starken gesellschaftlichen Widerstand auslösen würde. Die Unglücke von Urda und Adamuz haben in diesem Jahr nach Angaben von La Vanguardia mehr als 100 Menschen das Leben gekostet, Dutzende weitere wurden verletzt. Alle Arbeiten würden zudem von ERTMS abhängen, dem europäischen Zugsicherungssystem, das voraussichtlich Anfang 2027 auf der andalusischen Strecke in Betrieb gehen soll.

Fahrgäste und die wirtschaftliche Bedeutung

Der Korridor ist der am stärksten befahrene Abschnitt des spanischen Hochgeschwindigkeitsnetzes. Die CNMC zählte 2024 auf der Strecke Madrid–Barcelona 14,6 Millionen Fahrgäste, ein Rekordwert und 6 % mehr als im Vorjahr; die Route steht für mehr als ein Drittel aller kommerziellen Hochgeschwindigkeitsreisenden. Renfe, Iryo und Ouigo fahren zusammen mehr als 500 Verbindungen pro Woche, und auf der Strecke entfallen 82 % der Reisen auf die Bahn gegenüber dem Flugzeug. El Confidencial schätzt, dass eine bis zu zwei Jahre dauernde Unterbrechung knapp 30 Millionen Fahrten betreffen würde – eine Nachfrage, die Luft- und Straßenverkehr kurzfristig nicht auffangen könnten. Iñaki López, Moderator der LaSexta-Sendung Más Vale Tarde, argumentierte, die Strecke befördere im Schnitt 40.000 Fahrgäste pro Tag, und Spaniens radiales Schienennetz könne den Verkehr nicht so umleiten wie das deutsche Maschennetz. Er beendete seinen Beitrag mit einer Warnung:

„Wir können es uns nicht leisten, die Strecke Madrid–Barcelona stillzulegen. Machen Sie sich auf mindestens fünf Jahre Verspätungen gefasst.“

Iñaki López

Ingenieure und Regionalregierung stemmen sich dagegen

Diego Marqueta, Ingenieur und gerichtlich bestellter Sachverständiger, bot einen Mittelweg an: einige Züge auf dem Gleis der Gegenrichtung fahren zu lassen – eine Technik, die spanische Ingenieure als „banalización de las vías“ bezeichnen. Das könne auf etwa 20 bis 30 % der Abschnitte funktionieren, doch würden sich die Fahrzeiten erheblich verlängern. Marqueta fügte hinzu, die Signalsysteme müssten erst nachweisen, dass sie die Sicherheit garantieren können, bevor irgendein Betrieb beginnt. Salvador Illa, der katalanische Regierungschef, sagte am Montag, 2. November, gegenüber Cadena SER, er befürworte, die Züge während der Sanierung weiterfahren zu lassen. Seine Position formulierte er so:

„Wenn es möglich ist, die Investition zu tätigen und dabei den Betrieb so wenig wie möglich zu beeinträchtigen, halte ich es für die vorzugswürdige Option, den Verkehr während der Bauarbeiten aufrechtzuerhalten.“

Salvador Illa, Präsident

Illa sagte, die Untersuchung von Urda deute zunächst auf einen möglichen menschlichen Faktor hin, und mahnte zur Vorsicht, bis die Ursachen bestätigt seien. Er verteidigte Puentes Umgang mit den Unglücken und erklärte, der Minister habe alle geforderten Erklärungen abgegeben und solle damit fortfahren. Illa erinnerte zudem daran, dass Pedro Sánchez einen weiteren Bahnunfall in so kurzer Zeit als „nicht akzeptabel“ bezeichnet hatte. Er fügte hinzu, die Agenda der katalanischen Regierung – einschließlich einer Übertragung von Rodalies vor den Parlamentswahlen am 29. November – habe sich wegen des Unglücks nicht geändert.

Andalusien sucht händeringend nach Alternativen

Seit der Streckensperrung suchen Reisende in Andalusien nach Sitzplätzen. Am Bahnhof Santa Justa in Sevilla, der Endstation der beiden in das Unglück von Urda verwickelten Züge, sagte eine Besucherin, die mit Freunden zu einem Rückflug nach Italien unterwegs war, die Optionen seien ausgebucht. Ein Reisender aus Majadahonda verlängerte seinen Aufenthalt in Sevilla um einen Tag, nachdem er weder Züge noch Mietwagen gefunden hatte, und kaufte schließlich Flüge für 120 Euro pro Person, nachdem er zuvor Preise von nahezu 400 Euro gesehen hatte. Am Busbahnhof Plaza de Armas bildeten sich Schlangen an den Schaltern, und eine Reisende aus El Puerto de Santa María in Cádiz fuhr nach Sevilla, nachdem ihr AVE nach Madrid gestrichen worden war.

Iberia und Iberia Express haben vom 30. Oktober bis 8. November 98 zusätzliche Flüge zwischen Madrid und Sevilla sowie Málaga angesetzt, was 20.718 zusätzliche Sitzplätze bedeutet – 93 % mehr Kapazität als ursprünglich geplant. Die Economy-Tarife auf diesen Strecken sind bis zum 8. November auf 99 Euro pro einfache Strecke gedeckelt. Air Europa fügte je einen zusätzlichen täglichen Flug in beide Richtungen nach Málaga und nach Sevilla hinzu. Vueling nahm am 5. Oktober die Flüge Barcelona–Madrid wieder auf und bietet für die Saison bis Ende März mehr als 80.000 Sitzplätze an, wobei die Nachfrage vor allem bei Geschäftsreisenden steigt.

Zusätzliche Sitzplätze von Iberia und Iberia Express, Madrid nach AndalusienSitzplätze
Sevilla
10734 Sitzplätze
Málaga
9984 Sitzplätze

Daten aus dem Artikeltext

Der Vorstoß der Airlines kehrt einen Plan aus dem Oktober 2023 um, als die Koalitionsvereinbarung von PSOE und Sumar eine Maßnahme zur Einschränkung des Luftshuttles Barcelona–Madrid enthielt. Das damals von Raquel Sánchez geführte Verkehrsministerium versprach daraufhin eine technische Studie zum Ersatz von Flügen durch Hochgeschwindigkeitszüge auf Strecken von bis zu 2,5 Stunden.

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