Verkehr · Madrid, Barcelona und Sevilla
Spanien erwägt Aussetzung der AVE Madrid–Barcelona während der Bauarbeiten – Illa drängt auf Aufrechterhaltung des Betriebs
Verkehrsminister Óscar Puente hat ins Spiel gebracht, die Hochgeschwindigkeitsstrecke Madrid–Barcelona während der Sanierung stillzulegen; laut Ministerium würde das die Arbeiten von fünf Jahren auf unter zwei verkürzen. Kataloniens Regierungschef Salvador Illa lehnt den Vorschlag ab, und Reisende in Andalusien suchen händeringend nach Alternativen.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von El Confidencial, LaSexta, LaVanguardia und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Berechnungen des Ministeriums, auf die sich El Confidencial beruft, veranschlagen die Modernisierung Madrid–Calatayud mit 12 bis 24 Monaten statt fünf Jahren – ein Plan, den Óscar Puente am Freitag, 30. Oktober, vorbrachte.
Die CNMC zählte 2024 auf der Strecke Madrid–Barcelona 14,6 Millionen Fahrgäste, 6 % mehr, und El Confidencial schätzt, dass eine zweijährige Unterbrechung knapp 30 Millionen Fahrten betreffen würde.
Salvador Illa sagte am Montag, 2. November, gegenüber Cadena SER, den Verkehr während der Bauarbeiten aufrechtzuerhalten sei die vorzugswürdige Option, und räumte zugleich ein, der Minister habe alle geforderten Erklärungen abgegeben.
Iberia und Iberia Express setzten vom 30. Oktober bis 8. November 98 zusätzliche Flüge zwischen Madrid und Sevilla sowie Málaga an und schufen damit 20.718 zusätzliche Sitzplätze.
- 5.10.Vueling nimmt die Flüge Barcelona–Madrid wieder auf
- 30.10.Puente bringt eine Stilllegung der Strecke während der Sanierung ins Spiel
- 2.11.Illa fordert die Aufrechterhaltung des Betriebs während der Bauarbeiten
- 8.11.Zusätzliche Iberia-Flüge und der Tarifdeckel von 99 Euro enden
Stilllegung nach den Unglücken von Urda und Adamuz im Gespräch
Verkehrsminister Óscar Puente hat die Option auf den Tisch gelegt, den kommerziellen Betrieb auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke Madrid–Barcelona während der Sanierung auszusetzen – ein Modell, das er mit Deutschland in Verbindung brachte. Berechnungen des Ministeriums, über die El Confidencial berichtet, zufolge würde eine vollständige Stilllegung die Modernisierung des Abschnitts Madrid–Calatayud von fünf Jahren auf 12 bis 24 Monate verkürzen. Puente brachte die Idee am Freitag, 30. Oktober, bei seiner zweiten Pressekonferenz seit dem Unglück von Urda in Toledo vor und räumte ein, dass eine solche Entscheidung starken gesellschaftlichen Widerstand auslösen würde. Die Unglücke von Urda und Adamuz haben in diesem Jahr nach Angaben von La Vanguardia mehr als 100 Menschen das Leben gekostet, Dutzende weitere wurden verletzt. Alle Arbeiten würden zudem von ERTMS abhängen, dem europäischen Zugsicherungssystem, das voraussichtlich Anfang 2027 auf der andalusischen Strecke in Betrieb gehen soll.
Fahrgäste und die wirtschaftliche Bedeutung
Der Korridor ist der am stärksten befahrene Abschnitt des spanischen Hochgeschwindigkeitsnetzes. Die CNMC zählte 2024 auf der Strecke Madrid–Barcelona 14,6 Millionen Fahrgäste, ein Rekordwert und 6 % mehr als im Vorjahr; die Route steht für mehr als ein Drittel aller kommerziellen Hochgeschwindigkeitsreisenden. Renfe, Iryo und Ouigo fahren zusammen mehr als 500 Verbindungen pro Woche, und auf der Strecke entfallen 82 % der Reisen auf die Bahn gegenüber dem Flugzeug. El Confidencial schätzt, dass eine bis zu zwei Jahre dauernde Unterbrechung knapp 30 Millionen Fahrten betreffen würde – eine Nachfrage, die Luft- und Straßenverkehr kurzfristig nicht auffangen könnten. Iñaki López, Moderator der LaSexta-Sendung Más Vale Tarde, argumentierte, die Strecke befördere im Schnitt 40.000 Fahrgäste pro Tag, und Spaniens radiales Schienennetz könne den Verkehr nicht so umleiten wie das deutsche Maschennetz. Er beendete seinen Beitrag mit einer Warnung:
„Wir können es uns nicht leisten, die Strecke Madrid–Barcelona stillzulegen. Machen Sie sich auf mindestens fünf Jahre Verspätungen gefasst.“
Ingenieure und Regionalregierung stemmen sich dagegen
Diego Marqueta, Ingenieur und gerichtlich bestellter Sachverständiger, bot einen Mittelweg an: einige Züge auf dem Gleis der Gegenrichtung fahren zu lassen – eine Technik, die spanische Ingenieure als „banalización de las vías“ bezeichnen. Das könne auf etwa 20 bis 30 % der Abschnitte funktionieren, doch würden sich die Fahrzeiten erheblich verlängern. Marqueta fügte hinzu, die Signalsysteme müssten erst nachweisen, dass sie die Sicherheit garantieren können, bevor irgendein Betrieb beginnt. Salvador Illa, der katalanische Regierungschef, sagte am Montag, 2. November, gegenüber Cadena SER, er befürworte, die Züge während der Sanierung weiterfahren zu lassen. Seine Position formulierte er so:
„Wenn es möglich ist, die Investition zu tätigen und dabei den Betrieb so wenig wie möglich zu beeinträchtigen, halte ich es für die vorzugswürdige Option, den Verkehr während der Bauarbeiten aufrechtzuerhalten.“
Illa sagte, die Untersuchung von Urda deute zunächst auf einen möglichen menschlichen Faktor hin, und mahnte zur Vorsicht, bis die Ursachen bestätigt seien. Er verteidigte Puentes Umgang mit den Unglücken und erklärte, der Minister habe alle geforderten Erklärungen abgegeben und solle damit fortfahren. Illa erinnerte zudem daran, dass Pedro Sánchez einen weiteren Bahnunfall in so kurzer Zeit als „nicht akzeptabel“ bezeichnet hatte. Er fügte hinzu, die Agenda der katalanischen Regierung – einschließlich einer Übertragung von Rodalies vor den Parlamentswahlen am 29. November – habe sich wegen des Unglücks nicht geändert.
Andalusien sucht händeringend nach Alternativen
Seit der Streckensperrung suchen Reisende in Andalusien nach Sitzplätzen. Am Bahnhof Santa Justa in Sevilla, der Endstation der beiden in das Unglück von Urda verwickelten Züge, sagte eine Besucherin, die mit Freunden zu einem Rückflug nach Italien unterwegs war, die Optionen seien ausgebucht. Ein Reisender aus Majadahonda verlängerte seinen Aufenthalt in Sevilla um einen Tag, nachdem er weder Züge noch Mietwagen gefunden hatte, und kaufte schließlich Flüge für 120 Euro pro Person, nachdem er zuvor Preise von nahezu 400 Euro gesehen hatte. Am Busbahnhof Plaza de Armas bildeten sich Schlangen an den Schaltern, und eine Reisende aus El Puerto de Santa María in Cádiz fuhr nach Sevilla, nachdem ihr AVE nach Madrid gestrichen worden war.
Iberia und Iberia Express haben vom 30. Oktober bis 8. November 98 zusätzliche Flüge zwischen Madrid und Sevilla sowie Málaga angesetzt, was 20.718 zusätzliche Sitzplätze bedeutet – 93 % mehr Kapazität als ursprünglich geplant. Die Economy-Tarife auf diesen Strecken sind bis zum 8. November auf 99 Euro pro einfache Strecke gedeckelt. Air Europa fügte je einen zusätzlichen täglichen Flug in beide Richtungen nach Málaga und nach Sevilla hinzu. Vueling nahm am 5. Oktober die Flüge Barcelona–Madrid wieder auf und bietet für die Saison bis Ende März mehr als 80.000 Sitzplätze an, wobei die Nachfrage vor allem bei Geschäftsreisenden steigt.
- Sevilla
- 10734 Sitzplätze
- Málaga
- 9984 Sitzplätze
Daten aus dem Artikeltext
Der Vorstoß der Airlines kehrt einen Plan aus dem Oktober 2023 um, als die Koalitionsvereinbarung von PSOE und Sumar eine Maßnahme zur Einschränkung des Luftshuttles Barcelona–Madrid enthielt. Das damals von Raquel Sánchez geführte Verkehrsministerium versprach daraufhin eine technische Studie zum Ersatz von Flügen durch Hochgeschwindigkeitszüge auf Strecken von bis zu 2,5 Stunden.
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Quellen und Kontext
- El ConfidencialDie hypothetische Schließung des AVE Madrid-Barcelona bedroht mehr als 14 Millionen Passagiere jährlich und bremst die BIP-MotorenEl hipotético cierre del AVE Madrid-Barcelona amenaza a más de 14 millones de pasajeros anuales y frena a los motores del PIB · Original auf Spanisch
- LaSextaKönnen Bahngleise repariert werden, ohne den Betrieb zu unterbrechen? Ein Experte analysiert die Möglichkeiten für Arbeiten am Schienennetz¿Se pueden arreglar las vías del tren sin cortar el servicio? Un experto analiza las posibilidades para las obras de la red ferroviaria · Original auf Spanisch
- LaSextaIñaki López argumentiert, dass „wir uns“ die Schließung des AVE Madrid-Barcelona „nicht leisten können“: „Machen Sie sich auf fünf Jahre Verspätung gefasst“Iñaki López defiende que "no nos podemos permitir" el cierre del AVE Madrid-Barcelona: "Prepárense para un lustro de retrasos" · Original auf Spanisch
- LaVanguardiaVon der Straße in die Luft: Andalusien sucht nach Alternativen wegen des Mangels an HochgeschwindigkeitDe la carretera al avión: Andalucía busca alternativas por la falta de alta velocidad · Original auf Spanisch
- Óscar Puente
- Spaniens Verkehrsminister, der vorschlug, die AVE Madrid–Barcelona während der Sanierung stillzulegen
- Salvador Illa
- Präsident der Generalitat de Catalunya, der es vorzieht, die Strecke während der Bauarbeiten in Betrieb zu halten
- Pedro Sánchez
- Spanischer Ministerpräsident, der einen weiteren Bahnunfall in kurzer Zeit als nicht akzeptabel bezeichnete
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