
PASOK und Regierung liefern sich im Parlament Schlagabtausch über Griechenlands 36-Milliarden-Euro-Aufbaufonds
Oppositionsführer Nikos Androulakis nannte die Regierung ‚Amateure und inkompetent‘ im Umgang mit dem EU-finanzierten Programm, während Vizeminister Nikos Papathanasis sagte, 85 % der Mittel seien gesichert und kein Euro gehe verloren.
Hitziger parlamentarischer Schlagabtausch
Am 3. Juli debattierte das griechische Parlament über die Umsetzung der Aufbau- und Resilienzfazilität, wobei PASOK-KINAL eine aktuelle Frage einreichte. Die Sitzung entwickelte sich schnell zu einer heftigen Konfrontation zwischen der Hauptopposition und der Regierung.
Sie sind Amateure und zudem inkompetent.
PASOK-Präsident Nikos Androulakis warf der Regierung vor, den 36-Milliarden-Euro-Fonds nicht zur Transformation der Wirtschaft und Verbesserung des Lebens der Bürger zu nutzen. Er behauptete, es gebe keine kohärente Strategie, sondern nur ständig überarbeitete Projektlisten, und keine Konsultation mit lokalen Behörden oder Kammern.
Vorwürfe des Missmanagements
Androulakis argumentierte, die Regierung habe den nationalen Plan ‚Griechenland 2.0‘ viermal überarbeitet, obwohl sie seine Forderungen nach einer Überarbeitung zuvor als populistisch abgetan hatte. Er behauptete, Direktvergaben und manipulierte Ausschreibungen seien weit verbreitet, und kleine und mittlere Unternehmen seien von den Vorteilen ausgeschlossen.
Nach dem politischen Wechsel werden wir prüfen, wohin jeder einzelne Euro geflossen ist und welche gerissenen Leute auf Kosten der Gesellschaft profitiert haben.
PASOK-Abgeordneter Pavlos Geroulanos legte eine 130-seitige Studie vor, die behauptete, zwei Drittel der Maßnahmen befänden sich nun außerhalb der ursprünglichen Pläne, mit Qualitätseinbußen und der Streichung von Projekten aus dem Fonds. Er sagte, die Regierung habe ihre eigenen in ‚Griechenland 2.0‘ gesetzten Benchmarks nicht erreicht.
Erwiderung der Regierung
Vizeminister für Nationalwirtschaft und Finanzen Nikos Papathanasis wies die Kritik zurück und erklärte, die Daten der PASOK seien veraltet und die Frage der Opposition scheine von KI ohne aktuelle Zahlen verfasst worden zu sein. Er bestand darauf, dass keine Projekte gestrichen würden; die aus dem Aufbaufonds entfernten würden auf andere Finanzierungsinstrumente übertragen.
PASOK beschreibt ein Scheitern, das die Fakten selbst widerlegt haben.
Papathanasis hob hervor, dass Griechenland bereits 24,6 Mrd. Euro aus dem Fonds erhalten habe, mit einem achten Zahlungsantrag über weitere 1,6 Mrd. Euro, was die Gesamtsumme auf 73 % des Programms bringe. Nach der laufenden Überarbeitung werde das Land 30,5 Mrd. Euro oder 85 % des Gesamtbudgets erhalten.
In Zahlen
Der Vizeminister nannte detaillierte Zahlen: 256 Meilensteine seien erreicht worden (76 % des Programms), 15,5 Mrd. Euro an Zuschüssen seien über fünf Jahre in die Wirtschaft geflossen, und die Darlehenskomponente von 17,7 Mrd. Euro unterstütze Investitionen in Höhe von 46 Mrd. Euro. Er stellte fest, dass 100 % der Darlehensmittel vorzeitig aufgenommen und vertraglich gebunden worden seien.
- Gesamtbudget
- 36 Mrd. Euro
- Erhalten (Juli 2026)
- 24.6 Mrd. Euro
- Nach 8. Antrag
- 26.2 Mrd. Euro
- Ziel nach Überarbeitung
- 30.5 Mrd. Euro
Papathanasis konterte auch die Behauptung, dass KMU benachteiligt würden, und wies darauf hin, dass 60,4 % der 859 Darlehensverträge kleine und mittlere Unternehmen beträfen und 15.700 Unternehmen die Darlehensprogramme genutzt hätten. Zusätzlich hätten 90.000 KMU Subventionen für digitale Werkzeuge erhalten.
Politische Brisanz
Die Debatte offenbarte die tiefe politische Kluft vor den kommenden Wahlen. Androulakis forderte einen Sonderausschuss des Parlaments zur Prüfung der Ausgaben des Fonds nach dessen Abschluss, während Papathanasis der PASOK vorwarf, ‚in die Angst zu investieren‘ und mit der linken Partei des ehemaligen Premierministers Alexis Tsipras um extreme Rhetorik zu wetteifern. Die Regierung stellte ihre Vision als ‚Griechenland 2030‘ mit mehr Investitionen und besserer Infrastruktur dar und kontrastierte sie mit dem, was sie als ‚erbärmliche‘ Darstellung des Landes durch die PASOK bezeichnete.


