
Spanische Polizei zerschlägt Synthetik-Drogenlabor der DDP-Bande, beschlagnahmt 65.000 MDMA-Pillen und 32 kg Ketamin
Die Operation Larimar zielte auf einen Ableger der gewalttätigen Jugendbande Dominican Don't Play ab, deckte ein geheimes Labor mit einer Kapazität von 500.000 Pillen pro Woche und Sendungen von bis zu 5 Millionen auf.
Die Operation
Die spanische Nationalpolizei hat ein Netzwerk zur Herstellung und zum Vertrieb synthetischer Drogen zerschlagen, das mit der gewalttätigen Jugendbande Dominican Don't Play (DDP) verbunden war. Die Ermittlungen unter dem Codenamen Operation Larimar begannen Anfang 2026 nach einem Hinweis aus internationalen Polizei-Kooperationskanälen. Die Beamten identifizierten eine strukturierte kriminelle Gruppe mit klarer Arbeitsteilung: einen Anführer, einen operativen und kommerziellen Verbindungsmann, einen Finanzverwalter, der das Versteck besaß, einen auf Synthese spezialisierten Chemiker sowie mehrere für Logistik und Sicherheit zuständige Mitarbeiter.
Am 28. April 2026 fing die Polizei die Hauptverdächtigen in der Nähe eines Hotels im Gebiet Alcobendas–San Sebastián de los Reyes ab, als sie gerade eine Drogenlieferung übergeben wollten. Sechs Personen wurden festgenommen, fünf kamen später auf gerichtliche Anordnung in Untersuchungshaft. Vier Immobilien in Madrid, Alcobendas und San Sebastián de los Reyes wurden durchsucht.
Die Beschlagnahmung
In zwei Koffern, die die Verdächtigen bei sich trugen, fanden die Beamten rund 65.000 wolkenförmige MDMA-Tabletten mit einem Gewicht von knapp 23 kg sowie mehr als 32 kg einer kristallinen Substanz, die vorläufig als Ketamin identifiziert wurde. In einer der durchsuchten Immobilien entdeckten sie ein geheimes Labor, das mit einer Handpresse, Matrizen, Pressstempeln, einer Verpackungsmaschine, Laborglasgeräten und Vorläuferchemikalien ausgestattet war.
Die Polizei schätzt, dass die beschlagnahmten Drogen auf dem Schwarzmarkt zwischen 1,7 und 2 Millionen Euro erzielt hätten. Jede Ecstasy-Pille kostet 6–10 Euro, ein Gramm Ketamin 30–40 Euro.
- Die Ermittlungen beginnen nach einem internationalen Hinweis auf einen Tatverdächtigen, der mit einer kriminellen Organisation in Spanien in Verbindung steht.
- Die Polizei fängt sechs Verdächtige in der Nähe eines Hotels in Alcobendas–San Sebastián de los Reyes während einer Drogenlieferung ab; 65.000 MDMA-Pillen und 32 kg Ketamin werden beschlagnahmt.
- Die Nationalpolizei gibt die Zerschlagung des mit der DDP verbundenen Netzwerks und die Entdeckung eines geheimen Labors bekannt.
Das Netzwerk
Die Gruppe hatte nach Angaben der Ermittler die Kapazität, 500.000 Pillen pro Woche zu produzieren und Sendungen von bis zu 5 Millionen Tabletten zu bewältigen. Die Vertriebswege reichten bis in die Madrider Nachtlebensszene. Quellen vermuten, dass ein Teil der Drogen lokal hergestellt und der Rest aus dem Ausland importiert wurde.
Sie sind der Polizei gut bekannt, mit Vorstrafen aus ihrer Zeit als Bandenmitglieder. Sie bewegten sich zwischen San Sebastián de los Reyes, Alcobendas und Carabanchel.
Hintergrund
Dominican Don't Play ist eine gewalttätige Jugendorganisation, deren Auflösung der Oberste Gerichtshof Spaniens angeordnet hat. Die Beteiligung von DDP-Mitgliedern, so die Polizei, habe die operative Kapazität und Gefährlichkeit des Netzwerks erheblich gesteigert. Die Verdächtigen sind zwischen 30 und 43 Jahre alt. Sollte sich die polizeiliche Darstellung vor Gericht bestätigen, drohen ihnen besonders strenge Strafen wegen groß angelegten Handels mit synthetischen Drogen.


