
Deutsche Bahn investiert 50 Millionen Euro in KI für schnellere Fahrgastinformationen bei Verspätungen und Ausfällen
Die Deutsche Bahn steckt 50 Millionen Euro in KI und IT, um Fahrgäste schneller und zuverlässiger über Verspätungen, Ausfälle und Gleisänderungen zu informieren, kündigte Vorständin Evelyn Palla am Mittwoch an.
Der Drei-Pakete-Plan
Die Deutsche Bahn führt eine Reihe von Maßnahmen ein, um das Reiseerlebnis trotz anhaltender Verspätungen zu verbessern. Das dritte und letzte Paket, vorgestellt von Vorständin Evelyn Palla am Mittwoch, konzentriert sich auf die Kundenkommunikation und beinhaltet eine Investition von 50 Millionen Euro in moderne IT und künstliche Intelligenz.
Zwei frühere Pakete wurden bereits angekündigt: eines für mehr Sicherheit und Sauberkeit an Bahnhöfen und ein weiteres für mehr Komfort in Fernverkehrszügen. Das Sicherheitspaket sieht mehr Sicherheitspersonal vor und verdoppelt die Zahl der Bahnhöfe, die in diesem Jahr eine Grundreinigung erhalten, auf rund 1.400, gegenüber zuvor 700. Das Komfortpaket stellt zusätzlich 20 Millionen Euro pro Jahr bereit, um einen zuverlässigeren Bordrestaurant-Service und eine höhere Verfügbarkeit von Einrichtungen wie Toiletten und Kaffeemaschinen zu gewährleisten, und verdoppelt zudem das Reinigungspersonal in den Zügen.Wir investieren zusätzlich 50 Millionen Euro in moderne IT und künstliche Intelligenz.
KI-Assistentin Kiana
Herzstück der Kommunikationsoffensive ist eine KI-Assistentin namens Kiana, die in die DB-Website und die App DB Navigator integriert wird. Fahrgäste können individuelle Reiseinformationen abfragen; die Assistentin soll bis Ende 2026 verfügbar sein. Über das kundenorientierte Tool hinaus wird KI auch in den Leitstellen eingesetzt, um eingehende Störungsmeldungen schneller zu verarbeiten und an die entsprechenden Kundenkanäle weiterzuleiten. Dies soll Reisenden schnellere und zuverlässigere Informationen über Haltausfälle, Verspätungen und Anschlussmöglichkeiten bieten. Derzeit sind Fahrgäste oft mit sich ändernden Verspätungsprognosen während der Reise konfrontiert, was sie über Ankunftszeiten und Anschlüsse im Unklaren lässt. Die neuen KI-Tools sollen konsistentere und aktuellere Informationen liefern.
Wir müssen noch stärker als bisher auf künstliche Intelligenz setzen, insbesondere bei Verspätungsprognosen können wir dort Verbesserungen erzielen.
Minister begrüßt den Schritt
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) befürwortete die Initiative und räumte ein, dass die Fahrgastinformation bei Störungen oft unzureichend gewesen sei.
Bislang ließ die Information der Reisenden bei Verspätungen oder Ausfällen oft zu wünschen übrig.
Die Deutsche Bahn betonte, dass die Kundeninformation, insbesondere in betrieblich angespannten Zeiten, eine zentrale Rolle spiele. Das Unternehmen kämpft derzeit mit häufigen Verspätungen und Ausfällen, die durch umfangreiche Sanierungsarbeiten an dem lange vernachlässigten Schienennetz verursacht werden.
Pünktlichkeit bleibt langfristige Herausforderung
Trotz der neuen Maßnahmen wird sich die Pünktlichkeit kurzfristig nicht verbessern. Vorständin Palla hat Reisende bereits darauf hingewiesen, dass es Jahre dauern wird, bis Züge wieder zuverlässig fahren. Die Investition in KI und Kundenkommunikation zielt darauf ab, die Frustration über Verspätungen zu mildern, nicht sie zu beseitigen.
Gerade bei vielen Fahrplanabweichungen ist es wichtig, dass wir unsere Fahrgäste gut informieren und aktuelle, verlässliche und konsistente Daten in den verschiedenen Kundenkanälen haben.


