
SAP- und Deutsche-Bank-CEOs überschreiten 10 Millionen Euro – DAX-Vorstände verdienen 2025 vier Prozent mehr
Die jährliche Studie von DSW und TU München zeigt: DAX-Vorstände verdienten 2025 durchschnittlich 3,9 Millionen Euro – ein Plus von vier Prozent. Zwei CEOs überschritten die Zehn-Millionen-Euro-Marke, die Anlegerschützer als gesellschaftliche Schmerzgrenze bezeichnen.
DAX-Vorstandsvergütung steigt erneut
Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hat gemeinsam mit der Technischen Universität München am Donnerstag ihre jährliche Vergütungsstudie vorgelegt, die die 40 Unternehmen des deutschen DAX-Index abdeckt. Die Vorstandsmitglieder erhielten 2025 durchschnittlich 3,9 Millionen Euro – ein Anstieg von vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dies entspricht dem 42-fachen des Durchschnittsgehalts eines Angestellten, nachdem es im Vorjahr noch das 41-Fache war. Der Großteil der Vergütung besteht aus leistungsabhängigen Boni, die zeitlich verzögert ausgezahlt werden. Betrachtet man nur die Vorstandsvorsitzenden, stieg der Durchschnitt auf rund 6,14 Millionen Euro – ein Plus von 6,8 Prozent. Die Gewinne der DAX-Unternehmen stagnierten 2025, während die Aktienkurse stabil blieben. Alle DAX-Vergütungsberichte wurden von den Aktionären mit einer durchschnittlichen Zustimmung von über 90 Prozent gebilligt.
Zwei CEOs überschreiten die Zehn-Millionen-Euro-Marke
DSW-Hauptgeschäftsführer Marc Tüngler bezeichnete zehn Millionen Euro als eine „magische Schallmauer“, die „gesellschaftlich und innerhalb der Unternehmen noch akzeptabel“ sei. Zwei DAX-Chefs überschritten diese Marke: SAP-CEO Christian Klein mit rund 10,9 Millionen Euro, wovon knapp 86 Prozent auf variable Bestandteile entfielen, und Deutsche-Bank-CEO Christian Sewing mit 10,5 Millionen Euro, davon etwa 64 Prozent in kurz- und langfristigen Boni, die an den Geschäftserfolg gekoppelt sind.
Adidas-CEO Bjørn Gulden belegte mit rund 9,8 Millionen Euro den dritten Platz, obwohl die Aktie des Unternehmens im Laufe des Jahres fast 30 Prozent an Wert verlor. Der Vergütungsbericht von SAP weist zudem eine „gewährte und geschuldete Vergütung“ von über 16,2 Millionen Euro aus, die eine nachträglich gezahlte Tranche aus einem langfristigen Anreizprogramm von 2022 enthält. Unterschiedliche Berechnungsmethoden für langfristige Komponenten können zu deutlich abweichenden Gesamtsummen führen.
- Christian Klein (SAP)
- 10.9 Mio. €
- Christian Sewing (Deutsche Bank)
- 10.5 Mio. €
- Bjørn Gulden (Adidas)
- 9.8 Mio. €
Gehaltsunterschiede und Aktionärswiderstand
Die größte Gehaltsschere klaffte bei Adidas, wo der Vorstand das 106-fache des Durchschnittsgehalts eines Angestellten verdiente. Auch Volkswagen (75-fach) und Fresenius (70-fach) wiesen große Unterschiede auf. Während die Aktionäre von Adidas den Vergütungsbericht des vergangenen Jahres billigten, stimmten 68 Prozent gegen das neu gestaltete Vergütungssystem, was das Unternehmen zu einer Überarbeitung zwingt.
Tüngler warnte davor, dass die Vorstandsvergütung populistischen Bewegungen keine weitere Nahrung bieten dürfe, und verwies auf die bereits bestehende Polarisierung und radikale Strömungen in der Gesellschaft. Er wies auch auf den internationalen Wettbewerb hin und sagte, Deutschland sei „keine Insel“ und müsse bei der Vergütung mithalten. Die DSW fordert keine Gehaltsobergrenzen.
- DAX-Durchschnitt
- 42 x
- Adidas
- 106 x
- Volkswagen
- 75 x
- Fresenius
- 70 x
Deutsche Gehälter im internationalen Vergleich bescheiden
Die CEOs des Euro Stoxx 50 (ohne deutsche Unternehmen) verdienten im Geschäftsjahr 2025 durchschnittlich 9,5 Millionen Euro. Der Euro Stoxx 50 ist ein Aktienindex, der 50 große börsennotierte Unternehmen aus dem Euroraum umfasst. Bei den 30 Unternehmen des Dow Jones Industrial Average lag die durchschnittliche CEO-Vergütung bei 30,5 Millionen Euro. Goldman-Sachs-CEO David M. Solomon führte das DJIA-Ranking mit 105,3 Millionen Euro an, davon 93,3 Millionen Euro langfristige variable Vergütung. Es folgten Microsofts Satya Nadella mit 85,5 Millionen Euro und Apples Tim Cook mit 65,8 Millionen Euro. 28 der 30 DJIA-CEOs verdienten mehr als der bestbezahlte DAX-Chef.
- DAX-CEO-Durchschnitt
- 6.14 Mio. €
- Euro-Stoxx-50-CEO-Durchschnitt (exkl. Deutschland)
- 9.5 Mio. €
- DJIA-CEO-Durchschnitt
- 30.5 Mio. €
Die DSW sieht die wachsende Bedeutung langfristiger variabler Vergütungsbestandteile im DAX positiv.
Eine hohe Vergütung kann angemessen sein, wenn sie Ausdruck einer außergewöhnlichen Wertschöpfung ist.
Die Vorstandsvergütung sollte nachhaltigen Unternehmenserfolg belohnen und nicht kurzfristige Quartalsergebnisse.


