
Algerien trifft im WM-Gruppenfinale auf Österreich, geprägt von der „Schande von Gijón“ von 1982
Die Gruppe J endet heute Abend mit Algerien gegen Österreich in Kansas City und Jordanien gegen Argentinien in Arlington – ein Doppelspieltag voller historischer Echos. Algerien und Österreich treffen 44 Jahre nach ihrem Gruppenspiel von 1982 aufeinander, das zur „Schande von Gijón“ führte und die Regel der zeitgleichen Anstöße auslöste.
Der Schatten von Gijón
Seit der WM-Auslosung im vergangenen Dezember haben Fans der Nischen-Fußballgeschichte das Duell Algerien-Österreich auf dem Plan. 1982 lieferten sich Westdeutschland und Österreich ein Scheinspiel, bei dem sie 80 Minuten lang den Ball hin und her schoben, nachdem ein frühes Tor der Deutschen gefallen war – im Wissen, dass ein 1:0-Ergebnis Algerien eliminieren würde. Der Skandal veranlasste die FIFA, die letzten Gruppenspiele zeitgleich anzusetzen. Heute Abend treffen dieselben beiden Nationen unter demselben Schutzmechanismus für die Integrität der Begegnung aufeinander.
Entscheidung in Gruppe J
Algerien und Österreich haben jeweils drei Punkte nach einem Sieg und einer Niederlage. Ein Unentschieden würde beide weiterbringen, wahrscheinlich als Gruppenzweite und bester Dritter, während ein Sieg den automatischen Aufstieg sichert. Die New York Times merkt an, dass ein Unentschieden besonders Algerien entgegenkommen könnte, da ein Sieg sie im Achtelfinale mit dem Turnierfavoriten Spanien zusammenbringen würde. The Independent berichtet, dass beide Teams wissen, dass ein Unentschieden ausreicht, was die Gefahr eines weiteren abgesprochenen Ergebnisses heraufbeschwört – allerdings jetzt bei gleicher Informationslage.
Messis Rekordjagd
Argentinien hat sich bereits mit Siegen über Algerien und Österreich den ersten Platz gesichert, Jordanien ist ausgeschieden. Lionel Messi beginnt auf der Bank, nachdem er in zwei Spielen fünf Tore erzielt und damit Miroslav Kloses WM-Gesamttorrekord übertroffen hat. Trainer Lionel Scaloni sagte, dass Messi wahrscheinlich in der zweiten Halbzeit eingewechselt würde, um seinen Wettkampfrhythmus für vier mögliche K.o.-Spiele in 16 Tagen messerscharf zu halten.
Leo wird höchstwahrscheinlich in der zweiten Halbzeit kommen. Wir haben gesprochen und waren uns einig, dass es so besser ist, aber es ist natürlich auch gut für ihn, im Wettkampfmodus zu bleiben.
Was auf dem Spiel steht
Die zeitgleichen Anstöße im Arrowhead Stadium und im AT&T Stadium stellen sicher, dass kein Team einen Informationsvorteil erhält. Für Österreich ist nach der 0:2-Niederlage gegen Argentinien eine solide Leistung nötig; für Algerien hat der 2:1-Aufholsieg gegen Jordanien Auftrieb gegeben. Das Finale der Gruppe J entscheidet, wer Argentinien ins Achtelfinale folgt – oder ob sowohl Algerien als auch Österreich gemeinsam weiterkommen, 44 Jahre nach dem Spiel, das die WM-Regeln für immer veränderte.


