Konflikte · Kopenhagen, Oksbøl und Slagelse

Dänemark führt 11-monatigen Wehrdienst für Männer und Frauen ein, erster Einsatz in Grönland noch in diesem Monat

Rund 1.600 Rekruten begannen am Montag den neuen 11-monatigen Dienst, eine Verlängerung von zuvor vier Monaten, während Kopenhagen als Reaktion auf den russischen Krieg in der Ukraine und den arktischen Sicherheitsdruck seine Verteidigungspläne beschleunigt.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von SAPO, ABC TU DIARIO EN ESPAÑOL, NOS und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).

Kurz gefasst

Kopenhagen, Oksbøl, Slagelse, Nuuk · Dänemark, Grönland
Wie es dazu kam
  1. Juli 2026Erstes Kontingent von Rekruten trifft zu Arctic-Endurance-Übungen in Grönland ein.
  2. 3.08.Der neue 11-monatige Dienst tritt in Kraft; 1.600 Rekruten beginnen die Ausbildung.
  3. Ende August 2026Erster operativer Einsatz von über 100 Wehrpflichtigen in Grönland.

Der neue Jahrgang

Rund 1.600 dänische Rekruten begannen am Montag, dem 3. August, ihren Militärdienst im Rahmen eines reformierten Systems, das die reguläre Dienstzeit von vier auf elf Monate verlängert und erstmals auch Frauen zur Wehrpflicht zulässt. Zu dem Jahrgang gehört auch Prinzessin Isabella (19), die sich dem Garde-Husaren-Regiment in der Antvorskov-Kaserne in Slagelse anschloss. Nach Angaben der dänischen Streitkräfte sind in diesem Jahr etwa 20 % der Wehrpflichtigen Frauen.

„Nun, schauen Sie nach Osten. Muss ich mehr sagen? Es ist natürlich die Sicherheitslage aus der Perspektive Russlands und was Russland tun könnte, wenn die NATO tatsächlich nichts unternimmt.“

Michael Villumsen

Die Reform wurde 2024 verabschiedet und sollte ursprünglich erst im nächsten Jahr in Kraft treten, doch die Militärführung zog sie vor. Oberst Michael Villumsen sagte der AFP, die Maßnahme diene dazu, die Gefechtsbereitschaft durch die Wehrpflicht sehr schnell zu erhöhen.

Ausbildung und operative Rollen

Die ersten drei bis fünf Monate sind der militärischen Grundausbildung gewidmet: Schießen, Erste Hilfe und körperliches Training. Danach wechseln die Rekruten zu operativen Einsätzen von sechs bis sieben Monaten Dauer, darunter Überwachung und Drohnensteuerung. Die Streitkräfte führen im Rahmen der Wehrpflicht neue Einheiten ein, darunter einen eigenen Drohnenzug unter dem Kommando für Spezialoperationen.

Freiwillige, die sich für eine Offizierslaufbahn bewerben, leisten insgesamt zwei Jahre Dienst: ein Jahr Ausbildung, gefolgt von einem Jahr als Zugführer im Rang eines Leutnants. Die Ausbildung findet an 14 Standorten landesweit statt und umfasst Heer, Luftwaffe und Marine.

Einsatz in Grönland

Noch in diesem Monat wird Dänemark erstmals mehr als 100 Wehrpflichtige nach Grönland entsenden. Sie werden einen Monat lang operative Aufgaben von Berufssoldaten übernehmen; danach wird die Regelung im Rotationsverfahren fortgesetzt. Die entsandten Soldaten gehören zum aktuellen Jahrgang, der noch unter dem alten Vier-Monats-System dient.

Der Schritt wird weithin als Reaktion auf wiederholte Äußerungen des US-Präsidenten Donald Trump über den Erwerb des halbautonomen dänischen Territoriums gesehen. Ministerpräsidentin Mette Frederiksen sagte auf dem NATO-Gipfel im vergangenen Monat in Ankara, Dänemark sei bereit, jeden Zentimeter des Bündnisgebiets zu verteidigen, einschließlich des eigenen.

Ausbauziele

Das mittelfristige Ziel ist es, die jährliche Zahl der Wehrpflichtigen von 4.500 auf 6.500 und bis 2033 von 5.000 auf 7.500 zu erhöhen. Das dänische System stützt sich weitgehend auf Freiwillige; alle gesunden 18-Jährigen werden zur Musterung einberufen, und ein Losverfahren füllt etwaige Lücken. Der gesamte aktuelle Jahrgang von 1.600 besteht aus Freiwilligen.

„Die Verlängerung des Dienstes ermöglicht es uns, Wehrpflichtige in neuen Rollen innerhalb der operativen Fähigkeiten einzusetzen, was zur Schaffung einer größeren und agileren Kampftruppe beiträgt.“

Kenneth Strom

Nordischer und baltischer Kontext

Dänemark reiht sich in andere nordische Länder wie Schweden, Finnland und Norwegen sowie die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen ein, die ein wehrpflichtbasiertes Militärsystem unterhalten. Der dänischen Reform ging im Februar eine Vorabvereinbarung mit den Vereinigten Staaten zur Entspannung der Spannungen um Grönland voraus, in deren Rahmen Trump militärische Gewalt ausschloss und Dänemark sich zur Stärkung der Verteidigung der Insel verpflichtete.

Fragen zu diesem Text

Quellen und Kontext

Pollar ist kostenlos und ohne Werbung im Text. Getragen wird es von seinen Mitgliedern.

Pollar unterstützen