Digital · Chișinău

Cyberangriff auf Moldaus Regierungssysteme legt Daten von rund 750.000 Bürgerinnen und Bürgern offen

Nach Angaben der moldauischen Behörden wurden bei dem Angriff Daten zu rund 750.000 Personenkennnummern abgezogen. Die Leiterin der E-Government-Agentur verlässt ihren Posten.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von G4Media.ro, ČT24, adevarul.ro und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Chișinău · Moldau
Wie es dazu kam
  1. 25.10.Ein neuer Versuch eines erzwungenen Zugriffs auf staatliche Dienste wird erkannt und blockiert
  2. 27.10.Die Agentur legt vorläufige Ergebnisse vor, die Dienste werden am selben Morgen vollständig wiederhergestellt
  3. 28.10.Die AGE meldet rund 750.000 abgezogene IDNP, die Präsidentschaft beruft den Nationalen Sicherheitsrat ein

Was abgezogen wurde

Die Agentur für elektronische Verwaltung (AGE) teilte am Mittwoch, dem 28. Oktober 2026, mit, dass Daten zu rund 750.000 Personenkennnummern (IDNP) ohne Genehmigung aus staatlichen Informationssystemen abgezogen worden seien. Nach Angaben der Agentur hatten die Angreifer zwischen dem 19. und 23. Oktober auf etwa eine Million IDNP zugegriffen. Das erbeutete Material umfasse nach bisherigen Erkenntnissen Namen, Geburtsdaten und Geburtsorte, Angaben zu Verwandten ersten Grades, Versicherungsstatus, Hausarzt, Sozialleistungen, Renten, Schwerbehindertenstatus, Führerscheine, Fotografien, Fahrzeuge sowie Unternehmen, die die betroffene Person besitzt oder leitet. Auch Finanzdaten seien erreichbar gewesen, darunter IBAN-Codes, Steuerschulden und die Zahlungshistorie im System MPay. Bankkartendaten seien nicht betroffen, erklärte die AGE. Das Land hat etwa 2,4 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner.

Bei dem Angriff anvisierte und abgezogene IDNPIDNP
Anvisiert (etwa)
1000000 IDNP
Abgezogen (etwa)
750000 IDNP

Daten aus dem Artikeltext

Wie der Angriff ablief

Die Behörden benennen die Nacht des 22. Oktober als Beginn des Angriffs, während das Zeitfenster für den Datenabzug vom 19. bis 23. Oktober reichte. Am 23. Oktober trennten die Behörden 82 öffentliche digitale Dienste und mehr als 30 Informationssysteme vom Netz, der Datenabzug endete an diesem Tag um 11:30 Uhr. Eine vorläufige Untersuchung ergab, dass die Angreifer Schwachstellen in Diensten ausgenutzt hatten, die ohne Authentifizierung erreichbar waren, und mit den so erlangten Daten weitere Zugriffe starteten. Spätere Versuche eines erzwungenen Zugriffs gegen 02:00 Uhr am 25. Oktober und gegen 07:00 Uhr am 27. Oktober wurden blockiert. Der Cybersicherheitsdienst STICS verzeichnete rund 11 Millionen unautorisierte Zugriffsanfragen. Mehrere Nutzerinnen und Nutzer meldeten Kontoaktivitäten, die sie nicht erkannten, in der App EVO; eine Person nannte einen Zugriff, der um 23:04 Uhr am 21. Oktober protokolliert wurde. Die vollständige Wiederherstellung der Dienste war am Morgen des 27. Oktober abgeschlossen.

Reaktion der Regierung

Präsidentin Maia Sandu berief den Nationalen Sicherheitsrat ein, um den Angriff zu bewerten und Gegenmaßnahmen festzulegen; die Sitzung soll in den Tagen nach dem 28. Oktober stattfinden, wie die Präsidentschaft am Abend des 28. Oktober mitteilte. Premierminister Vasile Tofan gab bekannt, dass die Leiterin der AGE, Nicoleta Colomeeț, entlassen worden sei, und forderte die Agentur auf, der Sicherheit der digitalen Dienste größere Aufmerksamkeit zu widmen. Die Deutsche Welle berichtete, sie sei zurückgetreten, nachdem die Agentur am 27. Oktober ihre Ergebnisse vorgelegt habe; der Schritt sei mit dem Premierminister abgestimmt gewesen. Tofan sagte, die Behörden hätten Hinweise auf eine breitere Kampagne unter Beteiligung ausländischer staatlicher Akteure, und die Ermittler prüften deren Rolle, ohne ein Land zu nennen. Er sagte zudem, Dänemark, Frankreich und Südkorea seien im Oktober Ziel von Angriffen gewesen. Ein von HotNews zitierter Sicherheitsexperte sagte, die Arbeitshypothese sei die Russische Föderation.

Risiken für die Bürgerinnen und Bürger

Serghei Diaconu, Direktor des Nationalen Krisenmanagementzentrums, sagte, die abgezogenen Daten ließen sich nicht unmittelbar für Straftaten nutzen, könnten aber Betrügern helfen, die sich als Mitarbeitende von Banken, Zoll oder anderen Stellen ausgeben. Mit echten Namen und persönlichen Angaben wirkten Anrufe und Nachrichten glaubwürdig, und Betrüger könnten dann weitere Daten erfragen, was nach Diaconus Warnung für die Betroffenen ernste Risiken schaffen könne. Der Analyst Ion Tăbârță sagte, der Angriff habe Schwächen in der digitalen Sicherheit des Staates offengelegt, und warnte vor Phishing per Telefon, SMS und in sozialen Netzwerken. Er betonte, ein Datendiebstahl bedeute nicht automatisch Zugriff auf Bankkonten.

„Unser System der digitalen Sicherheit ist nicht so gut entwickelt, wie man glaubte oder wie der Eindruck vermittelt wurde.“

Ion Tăbârță

Die Cybersicherheitsexpertin Natalia Spînu sagte, der Angriff schwäche auch das Vertrauen der Öffentlichkeit in die staatlichen Institutionen. Sie forderte Investitionen in Fachkräfte, klare Verfahren und die individuelle Benachrichtigung der Betroffenen. Unter Berufung auf öffentliche Informationen sagte sie, während des Vorfalls hätten rund 15 Fachleute die Systeme verteidigt, eine Zahl, die sie für zu gering hält, als dass das Land sich darauf verlassen könne.

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