
CSU-Hoffmann: Schwarz-Rot-Koalition als Achtjahresprojekt, Grüne als Reformpartner abgelehnt
CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann hat der dpa gesagt, die schwarz-rote Bundesregierung solle als Achtjahresprojekt geplant werden. Nur diese Koalition könne die nötigen Reformen durchsetzen.
Der Achtjahres-Horizont
CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann hat die schwarz-rote Koalition als ein Projekt dargestellt, das über die nächste Bundestagswahl hinausgeht. In einem am 15. Juli 2026 veröffentlichten Interview mit der Deutschen Presse-Agentur sagte er, die Reformagenda erfordere eine stabile, leistungsfähige Mitte-Koalition und diese Fähigkeit sehe er nur bei Union und SPD. „Und dieses Modell sollte dann sinnvoll auf acht Jahre ausgelegt werden“, so Hoffmann.
Kritik an den Grünen
Hoffmann sprach den Grünen, der dritten Mitte-Partei im Bundestag, den Willen zu Reformen ab. Er verwies auf ihren Versuch, die gesetzliche Krankenversicherungsreform vom Bundesverfassungsgericht stoppen zu lassen. Außerdem warf er den Grünen vor, die Reformdebatte „mit populistischen Unterstellungen“ zu führen. „Die Grünen sind derzeit offensichtlich nicht stark genug, um Reformen durchsetzen zu können“, sagte er.
Lob für Merz
Auf die Frage, ob er wolle, dass Friedrich Merz eine weitere Amtszeit als Kanzler einer schwarz-roten Regierung anstrebe, lenkte Hoffmann auf die Gegenwart ab. „Wir konzentrieren uns auf das Hier und Jetzt. Eine erfolgreiche Koalition mit einem starken, entschlossenen Kanzler, der Deutschland übrigens auch wieder auf die internationale Bühne zurückgebracht hat“, sagte er.
Wir konzentrieren uns auf das Hier und Jetzt. Eine erfolgreiche Koalition mit einem starken, entschlossenen Kanzler, der Deutschland übrigens auch wieder auf die internationale Bühne zurückgebracht hat.
Wahlarithmetik
CDU, CSU und SPD kamen bei der Bundestagswahl im Februar 2025 zusammen auf 44,9 Prozent der Stimmen und sicherten sich eine knappe Mehrheit von zwölf Sitzen im Bundestag. Aktuelle Umfragen sehen die drei Parteien nur noch bei 32 bis 37 Prozent, einer Spanne, die keine Mehrheit mehr ergeben würde.
- Bundestagswahl Feb. 2025
- 44.9 %
- Aktuelle Umfrage (niedrig)
- 32 %
- Aktuelle Umfrage (hoch)
- 37 %
Reformpaket-Kontext
Hoffmanns Äußerungen folgen auf die Reformbeschlüsse der letzten Wochen, die die Koalition als abgeschlossenes Paket vorgelegt hat. Der CSU-Politiker argumentierte, dass das Ausmaß der Reformnotwendigkeiten nur durch eine Mitte-Koalition mit Union und SPD bewältigt werden könne, und schloss die Grünen als geeigneten Partner für diese Arbeit aus.


