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Heutiger Brief

Berlin, Bordeaux und Blockade

Berliner Verdächtiger erschossen, Waldbrände leeren Städte und Krieg am Golf greift auf Seewege über

Ein gewaltsamer Angriff in Berlin, Brände in Westeuropa und ein sich ausweitender Krieg im Nahen Osten geben den Ton für einen nervösen Sonntag vor. Regierungen evakuieren, ermitteln und improvisieren, während Märkte und Bürger zusehen, wie vertraute Systeme unter ungewohntem Druck ächzen.

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Welt · Aktualisiert vor 3 m

Der Nahe Osten nach Gaza

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© tagesschau.de
Sicherheit·vor 4 Std.

Angriff auf Berliner CSD: Verdächtiger Abdul B. nach einem Toten und 29 Verletzten von Polizei erschossen

Ein 21-jähriger Mann steuerte einen Lieferwagen in die Menge der Christopher-Street-Day-Feier in Berlin, tötete eine Frau und verletzte 29 weitere Menschen. Der Verdächtige, Abdul B., wurde am Sonntag nach einer Fahndung von der Polizei erschossen.

Der Anschlag

Kurz vor 22 Uhr am Samstag fuhr ein weißer Lieferwagen mit hoher Geschwindigkeit in die Menge der Christopher-Street-Day-Feier im Berliner Tiergarten. Das Fahrzeug bewegte sich entlang des Ahornsteigs parallel zur Lennéstraße, erfasste mehrere Menschen und prallte gegen einen Baum. Der Fahrer floh anschließend vom Tatort. Einige Opfer erlitten zudem Stichverletzungen, mutmaßlich mit einer Machete. Eine Frau wurde getötet, 29 Menschen wurden verletzt, einige davon schwer. Nach Polizeiangaben befand sich am Sonntagnachmittag keiner der Verletzten mehr in lebensbedrohlichem Zustand.

Der Verdächtige

Die Behörden identifizierten den Verdächtigen als Abdul B., einen 21-jährigen deutschen Staatsbürger libanesischer Abstammung. Er war den Sicherheitsbehörden als Islamist bekannt und stand in der Gefährderdatei. Innenminister Alexander Dobrindt erklärte, der Mann habe eine „islamistische Radikalisierung“ durchlaufen und eine „hohe Anzahl von Straftaten“ in seiner Vergangenheit. Nach Angaben der Berliner Staatsanwaltschaft hatte Abdul B. im vergangenen Jahr wiederholt versucht, sich der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) anzuschließen. Er wurde zu einem Jahr und zehn Monaten auf Bewährung verurteilt, die Staatsanwaltschaft legte jedoch Berufung gegen das milde Urteil ein. Während des Prozesses hatte er weitgehend gestanden und sich öffentlich vom IS distanziert. Im Mai 2026 wurde er aus der Jugendhaft entlassen. Der bei dem Anschlag verwendete Lieferwagen war von ihm gemietet worden. Ein Nachbar sagte der „Welt“, Abdul B. habe bereits Monate zuvor mit Anschlagsplänen geprahlt und seine Unzufriedenheit mit dem Leben in Deutschland zum Ausdruck gebracht.

Der Mann sei bereits in der Vergangenheit „auffällig“ gewesen. Wir haben es mit einer hohen Anzahl von Straftaten und einer islamistischen Radikalisierung des 21-Jährigen zu tun.

— Alexander Dobrindt

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Fahndung und Polizeieinsatz

Mehr als 2.200 Beamte, darunter schwer bewaffnete Spezialeinheiten und verdeckte Kräfte aus anderen Bundesländern, waren in Berlin im Einsatz. Die Polizei durchsuchte den Tiergarten mit Wärmebildkameras, ging aber davon aus, dass der Verdächtige den Bereich verlassen hatte. In den frühen Morgenstunden des Sonntags, gegen 1:10 Uhr, durchsuchten Spezialkräfte die gemeldete Adresse von Abdul B. in der Bissingzeile im Bezirk Schöneberg, nur 1,2 Kilometer vom Tatort entfernt. Nachbarn berichteten von einem explosionsartigen Knall, als die Beamten das Gebäude betraten. Eine vermummte Gestalt wurde gesehen, wie sie in einem Fenster im ersten Stock einen Vorhang herunterriss. Der Verdächtige wurde dort nicht gefunden. Ein separater Einsatz fand an der Adresse seiner Schwester in der Wildenbruchstraße statt. Am Sonntag verfolgte die Polizei Abdul B. zu einem Gartenhaus im Bezirk Spandau, wo er erschossen wurde und später seinen Verletzungen erlag. Die Berliner Senatsinnenverwaltung bestätigte die Tötung. Die Bundesanwaltschaft erklärte, eine Person sei tot, bestätigte die Identität jedoch nicht sofort.

Reaktionen und Folgen

Die Abschlusskundgebung des CSD am Brandenburger Tor wurde abgesagt, die Organisatoren forderten die Teilnehmer auf, das Gebiet zu verlassen. Bundesjustizministerin Stephanie Hubig kündigte an, dass die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen übernehmen werde. Eine lokale Politikerin, die nur als Preissler identifiziert wurde, erklärte, sie habe jahrelang vor einer solchen Bedrohung gewarnt und das Fahrzeug sei den Behörden durch Hinweise aus ihrem Umfeld bekannt gewesen. Innenminister Dobrindt hatte erst wenige Tage zuvor vor einem erhöhten Anschlagsrisiko in Deutschland gewarnt.

Zeitleiste des Berliner CSD-Anschlags und der Fahndung
  1. 25. Juli, 22:00Lieferwagen rammt Menschenmenge bei CSD-Feier im Tiergarten; Fahrer flieht, ein Toter, 29 Verletzte.
  2. 26. Juli, 01:10Spezialkräfte durchsuchen die Adresse des Verdächtigen in der Bissingzeile; keine Festnahme.
  3. 26. Juli 2026Polizei erschießt Verdächtigen Abdul B. in einem Gartenhaus in Spandau.
Berlin
Alexander DobrindtPreissler
BerlinAlexander DobrindtPreissler

4 Quellen

  • Anschlag auf CSD Berlin: Tatverdächtiger ist tot
    tagesschau.de·vor 10 Std.
  • Nach CSD-Anschlag: Polizei erschießt Abdul B. bei Einsatz in Berliner Gartenlaube
    N-tv·vor 10 Std.
  • CSD in Berlin: Eine Tote, zahlreiche Verletzte - Ermittler sprechen von Anschlag
    DIE WELT·vor 21 Std.
  • Islamisten-Anschlag auf CSD: Das ist ein mutmaßlicher Täter Abdul. B.
    Focus·vor 22 Std.

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