Costa Rica eröffnet Mega-Gefängnis mit 5.100 Plätzen nach dem Vorbild von Bukeles Einrichtung in El Salvador
Präsidentin Laura Fernández hat das CACCO am Mittwoch, dem 14. Oktober 2026, eingeweiht; die ersten Verlegungen von Häftlingen sollen Ende Oktober erfolgen. Das Gefängnis liegt im Komplex La Reforma außerhalb von San José und ist nach dem Vorbild des CECOT in El Salvador gestaltet.
Ein neues Gefängnis außerhalb von San José
Costa Ricas Präsidentin Laura Fernández hat am Mittwoch, dem 14. Oktober 2026, das Hochsicherheitszentrum gegen organisierte Kriminalität (CACCO) eingeweiht. Die Einrichtung ist Teil des Gefängniskomplexes La Reforma in San Rafael de Alajuela, rund 20 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt San José, und ist für 5.100 Häftlinge ausgelegt; die Kosten belaufen sich auf 35 Millionen Dollar. Le Temps berichtete, die Häftlinge erhielten täglich eine Stunde Freigang, trügen orangefarbene Uniformen und unterlägen einem strengen Besuchsregime. An der Einweihung nahmen laut demselben Bericht die Sicherheits- und Verteidigungsminister El Salvadors teil.
Justizminister Gabriel Aguilar sagte, die Einrichtung werde der Regierung helfen, die Kontrolle über das Gefängnissystem zurückzugewinnen und die Unterwanderung durch die organisierte Kriminalität zu verringern. Die ersten Verlegungen sind für Ende Oktober 2026 geplant.
Das CACCO wird Kriminelle zwingen, sich einem neuen Modell zu stellen – einem Modell der harten Hand gegen Kriminalität. Costa Rica wird zu einem globalen Maßstab für Gefängnissicherheit.
Fernández, die ihr Amt am 8. Mai 2026 angetreten hat, will am Freitag, dem 16. Oktober, nach El Salvador reisen, um das Zentrum für Terrorismus-Haft (CECOT) zu besichtigen, das als Vorbild für das neue Gefängnis diente.
- Laura Fernández tritt ihr Amt als Präsidentin an
- CACCO außerhalb von San José eingeweiht
- Fernández will das CECOT in El Salvador besichtigen
- Erste Verlegungen von Häftlingen geplant
Tötungsdelikte und die Kartellroute
Costa Rica, lange von dem Gewaltniveau der Nachbarländer verschont, verzeichnete laut Al Jazeera 905 Tötungsdelikte im Jahr 2023, 876 im Jahr 2024 und 873 im Jahr 2025. NOS berichtete, bis zum 14. Oktober 2026 seien bereits mehr als 640 Tötungen registriert worden, von denen mehr als 70 Prozent mit Drogenkonflikten zusammenhingen.
Im vergangenen Jahrzehnt wurde das Land zu einer Transitroute für Kokain aus Südamerika. Das US-Außenministerium erklärte in einem Bericht von 2025, ein Frachtterminal im karibischen Hafen Limón sei zu einem Lager- und Umschlagplatz für Kokain auf dem Weg nach Europa geworden; zudem sei dort auch die Verbreitung von Fentanyl festgestellt worden. Die Brookings-Forscherin Vanda Felbab-Brown sagte, die mexikanischen Kartelle Sinaloa und Jalisco, das kolumbianische Clan del Golfo, Venezuelas Tren de Aragua und italienische Mafiaorganisationen seien alle präsent, neben einer wachsenden Zahl lokaler Gruppen. Sie argumentierte, die Rivalität zwischen den mexikanischen Kartellen habe lokale Verbündete in Kämpfe gegeneinander getrieben, was die Zahl der Tötungsdelikte in die Höhe getrieben habe.
- 2023
- 905 Tötungsdelikte
- 2024
- 876 Tötungsdelikte
- 2025
- 873 Tötungsdelikte
Das Bukele-Modell breitet sich in der Region aus
Nayib Bukeles El Salvador operiert seit 2022 unter einem Ausnahmezustand. The Independent berichtet, das Land habe mehr als 91.000 Menschen inhaftiert, während Le Temps die Zahl über vier Jahre mit 93.000 angibt. Le Temps zitiert zudem die salvadorianische NGO Socorro Juridico, wonach ein Drittel der Inhaftierten unschuldig sei und mehr als 500 in Haft gestorben seien. Eine Expertengruppe der Vereinten Nationen habe erklärt, das salvadorianische Modell komme Verbrechen gegen die Menschlichkeit gleich, heißt es in demselben Bericht.
Das Modell breitet sich aus. Perus Präsidentin Keiko Fujimori, die im Juli ihr Amt antrat, hat angekündigt, das CECOT besichtigen zu wollen, das etwa 40.000 Menschen aufnehmen kann, mit Blick auf eine ähnliche Einrichtung im eigenen Land. Kolumbiens Abelardo de la Espriella trat mit dem Versprechen an, zehn Mega-Gefängnisse zu bauen, und übernahm im August sein Amt. In Brasilien erreichte der rechtsgerichtete Senator Flavio Bolsonaro mit einem Programm, das fünf Mega-Gefängnisse vorsieht, die Stichwahl um das Präsidentenamt.
Bedenken wegen der Menschenrechte
Gegner argumentieren, Costa Rica, international bekannt für die Achtung der Menschenrechte, kopiere ein Modell, das scharfe Kritik auf sich gezogen habe. NOS berichtete, costa-ricanische Aufsichtsbehörden warnten vor der Gefahr von Menschenrechtsverletzungen, weil dem Gefängnis eine unabhängige Kontrolle fehle. Benjamin Lessing, außerordentlicher Professor an der University of Chicago, der Gefängnisse in Lateinamerika erforscht, warnte, Politiker könnten die Popularität harter Linien nutzen, um Macht zu festigen, Bürgerrechte auszusetzen und die Demokratie zu schwächen.