
John Cornyn blockiert die Bestätigung von Todd Blanche als Justizminister wegen 1,8-Mrd.-Dollar-Fonds und Trumps Steuerprüfungsschutz
Der republikanische Senator John Cornyn hat ein Treffen abgesagt und schriftliche Garantien gefordert, dass ein 1,8 Milliarden Dollar schwerer Anti-Instrumentalisierungsfonds und eine pauschale Steuerprüfungsimmunität für Donald Trump vom Tisch sind, womit die für Donnerstag angesetzte Ausschussabstimmung infrage gestellt wird.
Ein Deal unter Beschuss
Der Streit dreht sich um einen seltenen Vergleich, den der amtierende Justizminister Todd Blanche im Mai ausgehandelt hatte, um eine 10-Milliarden-Dollar-Klage beizulegen, die Donald Trump gegen die Steuerbehörde IRS eingereicht hatte. Nach seinen Bedingungen sollten Trump und seine Familie vor künftigen IRS-Prüfungen geschützt werden, und ein 1,8 Milliarden Dollar schwerer „Anti-Instrumentalisierungsfonds“ sollte Personen entschädigen, die behaupten, Opfer politischer Verfolgung gewesen zu sein. Der überparteiliche Gegenwind war sofort zu spüren. Ein Bundesrichter erklärte den Vergleich in diesem Monat für rechtswidrig mit der Begründung, Blanche habe sowohl für die Regierung als auch für Trump als Privatperson gehandelt.
Ich bin nicht bereit, mit Ja zu stimmen.
Im Juni kündigte Blanche an, den Fonds aufzulösen, doch er weigerte sich wiederholt, diese Zusage schriftlich zu geben. Cornyn und der ebenfalls im Justizausschuss sitzende Republikaner Thom Tillis aus North Carolina fordern eine schriftliche Bestätigung, dass der Fonds tot ist und dass die Steuerprüfungsimmunität nicht für künftige Steuerschulden gilt oder über die ursprünglichen Kläger hinausgeht. Cornyn sagte am Mittwoch Reportern, er habe nichts Erwiderndes erhalten.
Vielleicht denken sie, ich werde einfach aufgeben oder mich fügen, aber da irren sie sich.
Cornyns persönliches Interesse
Die verfahrenstechnische Pattsituation hat eine persönliche Dimension. Während eines Großteils von Trumps Amtszeit hatte sich Cornyn eng an den Präsidenten angelehnt, doch Trump lehnte es ab, ihn in seiner texanischen Vorwahl zu unterstützen und unterstützte stattdessen Ken Paxton. Paxton vernichtete Cornyn in der Stichwahl und beendete damit faktisch die Wiederwahlkampagne des Senators. Nun nutzt Cornyn als lahme Ente seinen verbliebenen Einfluss im Justizausschuss, um Zugeständnisse zu erzwingen, die das Weiße Haus bisher nicht schriftlich festhalten wollte.
Die Forderungen und die Frist
Cornyn sagte ein geplantes Treffen mit Blanche am Mittwochmorgen ab und setzte dem Justizministerium eine Frist bis 16 Uhr, um klare schriftliche Garantien vorzulegen. Er verlangt eine „Rotstrich-Streichung“ der problematischen Formulierungen. Tillis zeigte sich optimistisch, dass noch eine Einigung erzielt werden könne, und bezeichnete die Blockade als „Formulierungsübung“ und nicht als grundsätzliche Meinungsverschiedenheit über die Ziele. Beamte des Justizministeriums, die mit Cornyns Mitarbeitern kommunizierten, waren jedoch der Ansicht, Blanche habe viele der Bedenken des Senators bereits ausgeräumt, darunter die Möglichkeit eines 100-Millionen-Dollar-Gewinns für Trump.
Ich glaube wirklich, dass es nur eine Formulierungsübung ist. Ich glaube nicht, dass wir in Bezug auf das Ziel auseinanderliegen.
Ausschussabstimmung in Gefahr
Der Justizausschuss des Senats soll am Donnerstag darüber abstimmen, ob Blanches Nominierung vorangebracht wird. Jeder Republikaner im Gremium muss mit Ja stimmen, damit die Nominierung zur Plenardebatte gelangt. Cornyn sagte, die Abstimmung könne verschoben werden, wenn seine Forderungen nicht erfüllt würden, und Tillis deutete an, dass er nicht aus der Reihe tanzen werde. Blanche, der auf unbestimmte Zeit amtierender Justizminister bleiben kann, steht somit vor der Aussicht auf einen blockierten Ausschuss, der seine endgültige Bestätigung verzögern würde.
- IRS-Vergleich schützt Trump vor Prüfungen und schafft 1,8-Milliarden-Dollar-Anti-Instrumentalisierungsfonds.
- Blanche löst Anti-Instrumentalisierungsfonds auf, aber Steuerprüfungsimmunität bleibt bestehen.
- Bundesrichter erklärt Vergleich für rechtswidrig, mit Verweis auf unzulässigen Zweck.
- Cornyn sagt Treffen mit Blanche ab, während die Frist näher rückt.
- Cornyns Frist bis 16 Uhr für schriftliche Garantien verstreicht.
- Abstimmung im Justizausschuss des Senats angesetzt.


