Coricelli bietet 500 Millionen Euro für Deoleo und überbietet damit spanische Konkurrenten
Der italienische Olivenölproduzent Pietro Coricelli hat über eine spanische Holdinggesellschaft ein Angebot von 500 Millionen Euro für Deoleo abgegeben und damit die Vorschläge der einheimischen Konkurrenten Dcoop und Acesur übertroffen.
Konkurrierende Angebote für Deoleo
Das italienische Olivenölunternehmen Pietro Coricelli hat am 15. August ein Angebot von 500 Millionen Euro zur Übernahme von Deoleo eingereicht und damit die Angebote spanischer Wettbewerber übertroffen. Das Angebot lag über einem Angebot von 470 Millionen Euro der Genossenschaft Dcoop aus Málaga und einem Angebot von 460 Millionen Euro des Herstellers Acesur aus Sevilla. Coricelli reichte das überarbeitete Gegenangebot am italienischen Feiertag Ferragosto ein, etwa eine Woche nachdem es über den Ausschluss von den Transaktionsberatern KPMG und William Blair informiert worden war. Neben der überarbeiteten Bewertung forderte Coricelli exklusive Verhandlungsrechte, um den Kauf des Unternehmens hinter Marken wie Carbonell, Bertolli, Carapelli und Koipe abzuschließen. Beide spanischen Bieter haben bestehende Verbindungen zum Zielunternehmen: Acesur erwarb 2020 einen Anteil von knapp 5 % an Deoleo, während Dcoop bereits während der Ära von Deoleo unter Ebro Foods Verbindungen hatte.
- Pietro Coricelli
- 500 Mio. €
- Dcoop
- 470 Mio. €
- Acesur
- 460 Mio. €
Holding in Sevilla und regulatorische Prüfung
Coricelli legte sein Übernahmeangebot über Farmers Elite Global vor, eine in Sevilla registrierte Einheit, die als globale Holdinggesellschaft der Coricelli-Gruppe fungiert. Das 2015 in Córdoba gegründete und 2017 nach Sevilla verlegte Unternehmen wird von Lorenzo Coricelli geleitet. Im Jahr 2025 erzielte Farmers Elite Global einen Umsatz von 15,5 Millionen Euro, fast doppelt so viel wie im Vorjahr, wobei die Nettogewinne von 2,6 Millionen Euro auf knapp 6 Millionen Euro stiegen. Die Nutzung eines in Spanien ansässigen Vehikels ermöglicht es dem Käufer, den spanischen Kontrollmechanismus für Auslandsinvestitionen zu umgehen, der 2020 eingeführt wurde, um Übernahmen von 10 % oder mehr an inländischen strategischen Vermögenswerten zu überwachen. Während die Regelung für Energie, Verkehr und Telekommunikation konzipiert wurde, behält sich die Regierung Ermessensspielraum für andere Sektoren vor, was regionale Arbeitsgruppen dazu veranlasst hat, den Schutz der inländischen Olivenlieferkette zu fordern.
Aktivieren Sie die Vorschriften für Auslandsinvestitionen, um die Produktionskapazität des Olivenölsektors vor Spekulationsfonds zu schützen.
Aktionärsanteile und Transaktionszeitplan
Die Transaktion betrifft die Mehrheitsbeteiligungen der britischen Private-Equity-Gesellschaft CVC, die 50,9 % an Deoleo hält, und Alchemy, die 40,3 % hält. Beide Investmentfonds teilten der spanischen Börsenaufsicht (CNMV) mit, dass sie strategische Optionen prüfen, darunter den möglichen Verkauf aller oder eines Teils ihrer Vermögenswerte und Geschäfte. Am 19. August veröffentlichte Deoleo eine Pflichtmeldung, in der es hieß, es sei noch keine endgültige Entscheidung getroffen worden und es sei ungewiss, ob der laufende Prozess zu einer Transaktion führen werde. Die kontrollierenden Fonds planen, den Veräußerungsprozess im September abzuschließen.
- CVC
- 50.9 %
- Alchemy
- 40.3 %
Branchengröße und Bewertungsdynamik
Spanien produziert knapp 50 % der weltweiten Olivenölernte und dominiert Produktion, Abfüllung und Vertrieb, aber italienische Unternehmen erzielen im Ausland höhere Margen. Olivenöl, das unter italienischen Marken verkauft wird, erzielt auf internationalen Märkten wie den USA Exportpreise, die rund 20 % höher liegen. Die inländischen Konkurrenten verfügen über größere Umsatzbasen als ihr italienischer Rivale: Acesur weist einen Jahresumsatz von über 1,1 Milliarden Euro aus, und Dcoop erzielt allein in seiner Olivenölsparte 900 Millionen Euro, verglichen mit den weltweiten Umsätzen von Coricelli von etwa 400 Millionen Euro. Die Nachricht von den konkurrierenden Angeboten ließ die Deoleo-Aktie am Mittwoch, dem 19. August, um 25,14 % steigen, bevor sie am Freitag, dem 21. August, um 12:38 Uhr um 2,08 % auf 0,47 Euro je Aktie nachgab.


