
Retro-Revival auf dem Pariser Autosalon: Citroën zeigt elektrischen 2CV als Ausblick
Der Pariser Autosalon, der vom 12. bis 18. Oktober geöffnet ist, wird von neu interpretierten Klassikern dominiert: Citroën plant einen elektrischen 2CV für rund 15.000 Euro, Renault und Peugeot zeigen ebenfalls ihre eigenen Retro-Modelle.
Eine Retro-Modellpalette dominiert die Stände
Der Pariser Autosalon, der vom 12. bis 18. Oktober geöffnet ist, hat sich neu interpretierten Klassikern zugewandt, wobei mehrere französische Marken ihre eigenen früheren Modelle wiederbeleben. Der Pressetag fand am 12. Oktober statt. Citroëns 2CV Concept, ein 3,76 Meter langer Elektrowagen, ist das prominenteste davon. Seine Form lehnt sich an den Original-2CV an, der bis 1990 gebaut wurde, mit runden freistehenden Scheinwerfern, sichtbaren Scheibenwischern, einem Stoffrollverdeck und aufklappbaren Lüftungsklappen unter der Windschutzscheibe.
Im Innenraum stehen eine durchgehende vordere Sitzbank, ein säulenartiger Gangwahlhebel, der an das Original erinnert, und eine in den Blinkerhebel integrierte Hupe neben einem 8-Zoll-Touchscreen. Eierfächer und ein herausnehmbares Radio sorgen für spielerische Akzente.
Citroën plant eine Serienproduktion
Anders als viele Konzeptfahrzeuge kommt der 2CV mit konkreten Serienplänen. Berichten zufolge soll er innerhalb von zwei Jahren zu Preisen um 15.000 Euro auf den Markt kommen, und eine Transporterversion namens Fourgonnette ist ebenfalls geplant. Blick zufolge ist ungewiss, ob dieser Transporter in Serie gehen wird. Focus ergänzt, dass das Fahrzeug in Europa gebaut werden und bis 2028 in die Modellpalette aufgenommen werden soll. Stellantis-Chefdesigner Gilles Vidal sagte, die Studie entspreche in ihrem Außendesign bereits dem Serienmodell. Die Reichweite dürfte bescheiden ausfallen; Blick nennt höchstens etwa 300 Kilometer.
Renault und Peugeot bringen Ikonen zurück
Renaults E-Space Concept ist 4,70 Meter lang und greift den ersten Espace von 1984 auf, wobei kantige Proportionen mit großen Glasflächen und 23-Zoll-Rädern kombiniert werden. Sechs Einzelsitze stehen auf einem flachen Boden, und die Sitze der zweiten Reihe lassen sich um 180 Grad drehen, um den anderen gegenüberzusitzen. Ein 1,13 Meter breites Panoramadisplay dominiert das Cockpit. Laut n-tv und DIE WELT ist die Technologie für künftige Rafale- und Scenic-Generationen gedacht, während eine Serienproduktion des Transporters selbst noch nicht feststeht.
Peugeots E-T16 Concept, eine Hommage an den Rallyewagen 205 T16, hat drei Elektromotoren und 816 PS. Auf dem Papier erreicht er 100 km/h in 2,5 Sekunden und 300 km/h in 16 Sekunden. Ein 800-Volt-System mit einer 85-kWh-Batterie soll bis zu 400 Kilometer ermöglichen und von 10 auf 80 Prozent in 15 Minuten laden. Blick erwartet, dass das Fahrzeug ein Konzept bleibt, wenngleich einige seiner Merkmale in den nächsten e-208 einfließen könnten.
Alfa Romeo, Opel und der Blick aus dem Ausland
Alfa Romeos Cuorerosso-Konzept, ebenfalls 4,70 Meter lang, ist ein Coupé, das von einem V6-Biturbo mit Hybridunterstützung statt von Elektromotoren angetrieben wird; seine Leistungsdaten wurden nicht bekannt gegeben. Alfa präsentiert es als Ausblick auf das künftige Design. Opels STX Concept, ein 4,70 Meter langer Kombi mit scharfem Heck, zeigt Blick zufolge, wohin das Design der Marke in den kommenden Jahren führen soll.
Ein Kommentar in der Frankfurter Allgemeinen argumentiert, dass der größte Vorteil, den die meisten europäischen Marken gegenüber chinesischen Konkurrenten hätten, ihre Geschichte sei. Ein Kolumnist von Ars Technica erwartet, dass keines der Konzepte die Vereinigten Staaten erreichen wird.
Macron besucht die Messe
Sicherheitskräfte drängten Besucher von den Ständen der französischen Marken weg, als Präsident Emmanuel Macron eintraf, um sich die neuen Autos anzusehen. Die Frankfurter Allgemeine beschrieb die französischen Konzepte als Beschwörung der Trente Glorieuses, der Jahre bis 1972, in denen Frankreichs Wirtschaft stark wuchs, mit Wiederbelebungen des neuen 2CV, des R8 Gordini und des Alpine A310.


