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Einzelsport·vor 3 Std.

Maja Chwalińska als erste Qualifikantin im Finale von Roland Garros – Sieg gegen Diana Sznajder in zwei Sätzen

Die Weltranglisten-114. Maja Chwalińska, die über drei Qualifikationsrunden ins Hauptfeld der French Open eingezogen war, besiegte am Donnerstag Diana Sznajder mit 7:6(4), 6:4 und ist damit die erste Qualifikantin überhaupt, die im Dameneinzel von Roland Garros das Finale erreicht.

Ein historischer Lauf durch das Turnier

Maja Chwalińska kam als Nummer 114 der Welt nach Paris und musste drei Qualifikationsspiele überstehen, um überhaupt ins Hauptfeld zu gelangen. Dort fuhr sie sechs weitere Siege ein: Sie schaltete Olympiasiegerin Qinwen Zheng (6:4, 6:0), die an Nummer 23 gesetzte Elise Mertens (6:4, 6:0), die ehemalige Weltranglistendritte Maria Sakkari (1:6, 6:3, 6:2), Diane Parry (6:3, 6:2), die an 22 gesetzte Anna Kalinska (7:6, 6:3) und schließlich die an 25 gesetzte Diana Sznajder im Halbfinale aus. Nur eine Spielerin in der Open Era hatte zuvor ein Grand-Slam-Finale nach erfolgreicher Qualifikation erreicht: Emma Raducanu, die 2021 die US Open gewann. Kein Qualifikant und keine Qualifikantin hatte dies vor Chwalińska bei Roland Garros geschafft.

Das Halbfinale

Das Spiel am Donnerstag auf dem Court Philippe Chatrier dauerte zwei Stunden und zehn Minuten. Der erste Satz war eine enge Angelegenheit, beide Spielerinnen zeigten spektakuläre Gewinnschläge. Die Eurosport-Kommentatoren hoben einen Ballwechsel im neunten Spiel hervor, als Chwalińska bei 4:4 und 30:30 aufschlug, als den besten Punkt des Matches. Nachdem Sznajder einen Lob geschlagen und ans Netz gestürmt war, gelang Chwalińska ein präziser Schlag die Linie entlang, der das Publikum staunen ließ. Die Polin gewann den Satz im Tiebreak mit 7:6(4). Im zweiten Satz gelang ihr das entscheidende Break zum 6:4, sie verwandelte ihren ersten Matchball.

Das ist wie ein Traum. Ich weiß immer noch nicht, was passiert. Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Ich bin wirklich, wirklich glücklich.

Die Strapazen von drei Wochen

Chwalińska verbarg die körperlichen Strapazen ihres Laufs nicht. Nach dem letzten Punkt ließ sie sich auf die Asche fallen und stand mit Tränen in den Augen auf, während die Menge ihren Namen skandierte. In ihrem Platzinterview gab sie die Anstrengung zu.

Ich fühle mich nicht so gut, um ehrlich zu sein. Es ist schwer, ständig gegen die besten Spielerinnen der Welt anzutreten. Es ist eine Herausforderung, aber das hier ist ein Grand Slam – du musst alles geben und noch mehr. Ich beschwere mich nicht.

Sie hat inzwischen mindestens neun Spiele über Qualifikation und Hauptfeld bestritten. Dies ist erst ihre dritte Teilnahme im Hauptfeld eines Grand Slams; 2022 erreichte sie die zweite Runde in Wimbledon und verlor in der ersten Runde der Australian Open 2025.

Was am Samstag wartet

Das Finale am Samstag um 15:00 Uhr in Paris bestreitet Chwalińska gegen die an Nummer 8 gesetzte Mirra Andriejewa. Die 19-jährige Russin hatte die Ukrainerin Marta Kostiuk im früheren Halbfinale in nur 76 Minuten mit 6:1, 6:3 deklassiert. Andriejewas Trainerin, die ehemalige Wimbledonsiegerin Conchita Martinez, wurde während des Matches Chwalińska–Sznajder auf der Tribüne gesichtet, wie sie die mögliche Gegnerin studierte. Chwalińska sagte, sie habe Andriejewas Halbfinale gesehen und nannte sie eine unglaubliche Spielerin, versprach aber, alles zu geben.

Ich habe hier vielleicht acht Matches oder mehr gespielt. Ich habe keine Geheimnisse. Ich habe Mirras Halbfinale gesehen, sie hat großartig gespielt. Sie ist eine fantastische Spielerin. Aber ich werde alles geben.

Ein Platz in der polnischen Tennisgeschichte

Chwalińska ist die vierte Polin, die ein Grand-Slam-Einzelfinale erreicht, nach Iga Świątek, Jadwiga Jędrzejowska und Agnieszka Radwańska. Unabhängig vom Ausgang am Samstag wird sie garantiert zum ersten Mal in die Top 100 der WTA-Weltrangliste einziehen; ihre virtuelle Platzierung liegt nun bei Nr. 30. Das bisher einzige Aufeinandertreffen zwischen Chwalińska und Sznajder fand 2022 bei einem ITF-Turnier in Istanbul statt, das die Russin mit 6:4, 6:4 gewann.

Chwalińskas Weg zum Roland-Garros-Finale
  1. Gewinnt das erste Qualifikationsspiel (drei Runden nötig für den Einzug ins Hauptfeld)
  2. Schließt die Qualifikation ab und zieht ins Hauptfeld von Roland Garros ein
  3. 1. Runde: besiegt Olympiasiegerin Qinwen Zheng 6:4, 6:0
  4. 2. Runde: besiegt die an Nummer 23 gesetzte Elise Mertens 6:4, 6:0
  5. 3. Runde: besiegt Maria Sakkari 1:6, 6:3, 6:2
  6. 4. Runde: besiegt Diane Parry 6:3, 6:2; Viertelfinale: besiegt die an Nummer 22 gesetzte Anna Kalinska 7:6, 6:3
  7. Halbfinale: besiegt die an Nummer 25 gesetzte Diana Sznajder 7:6(4), 6:4
  8. Finale angesetzt gegen die an Nummer 8 gesetzte Mirra Andriejewa um 15:00 Uhr

Sznajder, die sensationell die Weltranglistenerste Aryna Sabalenka im Viertelfinale mit 3:6, 7:5, 6:0 besiegt hatte, zeigte sich am Netz nach der Niederlage großzügig und bedankte sich bei Chwalińska für das Match. Das mögliche rein russische Finale zwischen Sznajder und Andriejewa wurde durch die souveräne Leistung der Polin unter Druck abgewendet.

Paris

8 Quellen

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