Gesundheit & Bildung · Neapel, Bozen und Bari
Neapel: Herzchirurgen nach Tod eines Zweijährigen für 12 und 7 Monate suspendiert – Organ durch Trockeneis beschädigt
Ein Richter in Neapel hat den Herzchirurgen Guido Oppido und seine Stellvertreterin Emma Bergonzoni für 12 bzw. 7 Monate suspendiert. Ihnen wird vorgeworfen, die Krankenakte eines zweijährigen Jungen gefälscht zu haben, der starb, nachdem ihm ein Herz transplantiert worden war, das während des Transports durch Trockeneis gefroren war.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von AGI, ANSA.it, Tgcom24 und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Herzchirurg Guido Oppido für ein Jahr, seine Stellvertreterin Emma Bergonzoni für sieben Monate wegen Fälschung von Krankenakten suspendiert.
Das Spenderorgan wurde anstelle von normalem Eis mit Trockeneis verpackt, was das Gewebe vor der Transplantation einfror und verbrannte.
Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden Ärzten vor, fälschlich dokumentiert zu haben, dass Kanülierung und extrakorporale Zirkulation erst nach der Rückkehr des Teams aus Bozen begannen, obwohl sie früher gestartet waren.
Anwalt Francesco Petruzzi erklärte, die Verfügung des Richters markiere das erste Mal, dass Vorsatz in dem Fall anerkannt wurde.
Ein Beweisverfahren zu Spender- und Kinderherz wurde am 10. Juni abgeschlossen; die Gutachten könnten zwischen September und Mitte Oktober vorgelegt werden.
Oppido und Bergonzoni gehören zu sieben Ärzten des Monaldi-Krankenhauses, die wegen des Todes des Jungen ermittelt werden.
- 10.06.Beweisverfahren zu den beiden Herzen am Policlinico di Bari abgeschlossen.
- 12.06.Richter Sorrentino suspendiert Oppido für 12 Monate und Bergonzoni für 7 Monate.
- September 2026Gutachten erwartet; Verzögerung bis Mitte Oktober möglich.
Eine Transplantation mit tödlichem Ausgang
Am 23. Dezember 2025 reiste ein Team des Monaldi-Krankenhauses in Neapel zum Krankenhaus San Maurizio in Bozen, um ein kompatibles Spenderherz für den zweijährigen Domenico Caliendo zu holen. Das Organ wurde für den Rücktransport in einen Thermobehälter gelegt. Statt bei der üblichen Temperatur mit normalem Eis gelagert zu werden, wurde es mit Trockeneis verpackt. Der daraus resultierende Thermoschock zerstörte das Herzgewebe und verbrannte es praktisch. Als das beschädigte Herz im Operationssaal in Neapel geöffnet wurde, hatte das Chirurgenteam unter der Leitung von Oppido und Bergonzoni bereits damit begonnen, das eigene erkrankte Herz des Kindes zu entfernen. Domenico blieb ohne funktionierendes Organ und wurde fast 60 Tage lang mit einer extrakorporalen Zirkulation am Leben gehalten. Er starb am 21. Februar 2026 im Monaldi-Krankenhaus.
Die umstrittenen Aufzeichnungen
Ermittler der Anti-Fälschungseinheit der Carabinieri (NAS) und der Staatsanwaltschaft Neapel behaupten, dass Oppido und Bergonzoni später die Krankenakte des Jungen gefälscht haben. Laut der Justizbehörde bescheinigten sie, dass bestimmte Schritte – insbesondere die Kanülierung und der Beginn der extrakorporalen Zirkulation – nach der Rückkehr des Transplantationsteams aus Bozen durchgeführt wurden, obwohl die Operationen bereits vor der Ankunft des Teams begonnen hatten. Den beiden Ärzten wird gemeinschaftlich begangene materielle und ideelle Fälschung vorgeworfen. Der Ermittlungsrichter Mariano Sorrentino gab dem Antrag der Staatsanwaltschaft statt und verhängte ein 12-monatiges Berufsverbot gegen Oppido und ein 7-monatiges gegen Bergonzoni.
Gerichtsverfahren und Reaktion der Familie
In einer 70-seitigen Verfügung bezeichnete der Richter Guido Oppido als „einen Tyrannen“. Laut dem Anwalt der Familie taucht der Begriff des Vorsatzes damit erstmals in dem Fall auf. Francesco Petruzzi, der die Familie Caliendo-Mercolino vertritt, bezeichnete die Verbote als das Maximum, das das Gesetz zulasse, und äußerte die Hoffnung, dass die Maßnahme auch in der Berufung Bestand haben werde. Er fügte hinzu, dass Domenicos Mutter Patrizia tief bewegt sei von dem, was sie als ersten Moment der Wahrheit empfinde.
„Die Tatsache, dass der Richter die im Gesetz vorgesehene Höchstdauer für diese Vorsichtsmaßnahme angewandt hat, macht uns zuversichtlich, dass die Maßnahme vor dem Überprüfungsgericht Bestand haben wird. Es ist das erste Mal, dass in diesem Verfahren vorsätzliches Verhalten anerkannt und sanktioniert wurde. Ich weiß, dass der Richter Dr. Guido Oppido als Tyrannen bezeichnet hat.“
Die Verbote wurden von den NAS-Carabinieri zugestellt. Oppido war bereits von der Azienda Ospedaliera dei Colli vorläufig suspendiert worden. Er und Bergonzoni wurden am 31. März bzw. 21. Mai vorläufig vernommen. Zusätzlich zu den Fälschungsvorwürfen wird gegen beide zusammen mit fünf weiteren Ärzten wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Der Fall hat die Nation bewegt; Ministerpräsidentin Giorgia Meloni rief persönlich die Mutter des Jungen an, um ihr ihre Solidarität zu bekunden und Gerechtigkeit zu versprechen.
Die Ermittlungen und nächste Schritte
Ein von Richter Sorrentino angeordnetes Beweisverfahren zu den beiden Herzen – dem gefrorenen Spenderorgan und Domenicos eigenem erkranktem Herzen – wurde am 10. Juni abgeschlossen. Die Gutachten wurden am Policlinico di Bari erstellt, wo auch die Sachverständigen der Verteidigung und der Familie anwesend waren. Histologische Analysen ergaben laut dem Rechtsmediziner der Familie Anzeichen von Nekrose, die durch niedrige Temperaturen sowie durch die langfristige Nutzung der ECMO-Maschine zur Aufrechterhaltung der extrakorporalen Zirkulation verursacht wurden. Die Gutachten sollen im September vorgelegt werden, mit einer möglichen Verlängerung um 15 bis 20 Tage bis Mitte Oktober auf Antrag der gerichtlich bestellten Sachverständigen.Eine anschließende Inspektion durch die Regionalbehörden ergab, dass das Monaldi-Krankenhaus über drei speziell angefertigte Technologieboxen für den sicheren Organtransport verfügte, das medizinische Team jedoch entweder nichts von ihnen wusste oder sie nicht benutzte. Die Ermittlungen laufen weiter, während die Staatsanwaltschaft die Ereigniskette untersucht, die zum Tod von Domenico Caliendo führte.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- AGIMonaldi, bimbo morto dopo il trapianto: sospesi due medici
- ANSA.itTwo doctors get bans over boy who died after failed transplant - General News
- Tgcom24Bimbo trapiantato, i medici Oppido e Bergonzoni interdetti per dodici e sette mesi | Il legale della famiglia: "Primo momento di verità"
- ANSA.itBimbo trapiantato: legale famiglia, 'inflitto il massimo possibile per Oppido' - Notizie
- Guido Oppido
- Herzchirurg, der die fehlgeschlagene Herztransplantation an Domenico Caliendo leitete; wegen Fälschung von Krankenakten für 12 Monate suspendiert.
- Emma Bergonzoni
- Stellvertretende Herzchirurgin, die bei der Transplantation assistierte; wegen Fälschung von Krankenakten für 7 Monate suspendiert.
- Domenico Caliendo
- Zweijähriger Junge, der am 21. Februar 2026 starb, nachdem er ein durch Trockeneis beschädigtes Herz erhalten hatte.
- Francesco Petruzzi
- Anwalt, der die Familie Caliendo-Mercolino vertritt.
- Giorgia Meloni
- Italienische Ministerpräsidentin, die die Mutter des Jungen anrief, um ihr Solidarität zu bekunden und Gerechtigkeit zu versprechen.
- Mariano Sorrentino
- Ermittlungsrichter (GIP) in Neapel, der die Suspendierungen anordnete.
- Giuseppe Tittaferrante
- Staatsanwalt, der die Ermittlungen koordiniert.
- Antonio Ricci
- Weiterer Staatsanwalt, der in den Fall involviert ist.
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