
China testet U-Boot-gestützte ballistische Rakete und beginnt Marineübungen mit Russland, was Proteste der USA und Verbündeter auslöst
Das chinesische Militär hat am Montag eine atomwaffenfähige Rakete von einem U-Boot im Pazifik abgefeuert und einwöchige gemeinsame Marineübungen mit Russland begonnen, was die Vereinigten Staaten, Japan und Australien dazu veranlasste, Alarm über den undurchsichtigen nuklearen Aufbau zu äußern.
Der Raketentest
Die Marine der Volksbefreiungsarmee Chinas feuerte am 6. Juli eine strategische Rakete mit einem Übungsgefechtskopf von einem atomgetriebenen U-Boot in internationale Gewässer des Pazifischen Ozeans ab. Staatsmedien bezeichneten den Start als routinemäßige jährliche Trainingsveranstaltung, die sich gegen kein Land richte. Die Boulevardzeitung Global Times berichtete unter Berufung auf einen Militärexperten, dass es sich bei der Waffe wahrscheinlich um die JL-3 handele, Chinas fortschrittlichste U-Boot-gestützte ballistische Rakete, die letztes Jahr bei einer Parade debütierte und nach einem Pentagon-Bericht das kontinentale Festland der Vereinigten Staaten erreichen kann.
Der Start wurde von Anfang bis Ende sicher, standardisiert und professionell durchgeführt. Wir hoffen, dass die beteiligten Länder die Angelegenheit nicht überinterpretieren.
Übungen Joint Sea 2026
Am selben Tag eröffneten die chinesische und die russische Marine die Manöver Joint Sea 2026 im Hafen von Qingdao in Ostchina. Die Übungen, die bis zum 13. Juli dauern sollen, umfassen ein gemeinsames Kommando, taktische Koordination, Aufklärung, U-Boot-Abwehr, Luftverteidigung und Schießübungen. China entsandte zwei Zerstörer, eine Fregatte, ein dieselelektrisches U-Boot und Unterstützungsschiffe; Russland schickte den Kreuzer Variag, die Korvette Rezkiy, das U-Boot Ufa und ein Rettungsschiff. Nach der Hafenphase werden die Flotten eine gemeinsame Patrouille im Pazifik durchführen.
- Die Kräftekonzentrationsphase von Joint Sea 2026 endet.
- China und Russland eröffnen die Marineübungen Joint Sea 2026 in Qingdao.
- China testet eine JL-3 SLBM von einem Atom-U-Boot im Pazifik.
- USA, Japan und Australien äußern Besorgnis und fordern Benachrichtigung.
- NATO-Gipfel beginnt in Ankara.
Internationale Reaktion
Die Vereinigten Staaten äußerten „große Besorgnis“ über Chinas „schnelle und undurchsichtige Anhäufung von Atomwaffen“ und forderten Peking auf, einen regelmäßigen Benachrichtigungsmechanismus für Starts von Interkontinentalraketen einzurichten, im Einklang mit anderen Nuklearwaffenstaaten der P5. Der Sprecher des Außenministeriums, Thomas Pigott, sagte, Washington bleibe fest in seinen Verteidigungsverpflichtungen gegenüber Verbündeten.
Die schnelle und undurchsichtige Anhäufung von Atomwaffen durch Peking ist eine Angelegenheit von großer Besorgnis für die Region und die Welt.
Japans Premierministerin Sanae Takaichi bezeichnete den Test als „zutiefst besorgniserregend“ und forderte China auf, es sich noch einmal zu überlegen, während Australien warnte, dass er die Region destabilisieren könnte.
Hintergrund des NATO-Gipfels
Die Manöver und der Raketentest fanden am Vorabend eines NATO-Gipfels statt, der am Dienstag in Ankara beginnt. China bestand darauf, dass beides Routine sei, aber der Zeitpunkt fügte der ohnehin vollen Tagesordnung des westlichen Bündnisses eine zusätzliche Spannungsebene hinzu. Eineinhalb Monate zuvor hatte Wladimir Putin Xi Jinping in Peking besucht, um ihre Partnerschaft zu bekräftigen und das zu kritisieren, was sie als hegemonialen Unilateralismus bezeichneten.
Nukleare Undurchsichtigkeit
Die Erklärung Washingtons betonte, dass die Vereinigten Staaten härter denn je daran arbeiten, die nukleare Proliferation zu verhindern, während China „das Gegenteil tut“. Sie forderte Peking auf, sich an sinnvollen Rüstungskontrollgesprächen zu beteiligen. Die Episode unterstreicht die wachsende Unruhe unter den Pazifikstaaten über Chinas nukleare Modernisierung und deren mangelnde Transparenz.


