Diplomatie · London

Oberster Gerichtshof Großbritanniens weist Klage gegen chinesische Super-Botschaft am Tower of London ab

Zwei Richter entschieden am Freitag, dass die Regierung bei der Erteilung der Baugenehmigung im Januar rechtmäßig handelte, kurz bevor der damalige Premierminister Keir Starmer Peking besuchte.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Deutsche Welle, RFI, Digi24 und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

London · Vereinigtes Königreich
Wie es dazu kam
  1. Juli 2026Anwohner ficht die Genehmigung vor dem Obergericht an und argumentiert mit Sicherheits- und Menschenrechtsrisiken.
  2. 31. Juli 2026Das Obergericht erklärt die Genehmigung für rechtmäßig und weist die Klage der Anwohner ab.
  3. Nächster SchrittRMCRA kündigt an, eine Berufungserlaubnis beim Obersten Gerichtshof zu beantragen.

Das Urteil

Ein britisches Obergericht wies am Freitag eine rechtliche Anfechtung gegen den Bau dessen ab, was Chinas größte diplomatische Vertretung in Europa werden soll. Zwei Richter, Mrs Justice Lieven und Lord Justice Dingemans, entschieden per Videokonferenz, dass der Wohnungsbauminister und der Londoner Bezirk Tower Hamlets rechtmäßig gehandelt hatten, als sie im Januar die Baugenehmigung für die neue Botschaft erteilten. Das Gericht betonte, es entscheide nur über „die Rechtmäßigkeit des Verfahrens“, nicht über die politische Klugheit des Projekts selbst. Lieven sagte, einige von Anwohnern vorgebrachte Argumente beruhten auf „Verdacht und Mutmaßung“.

Was die Anwohner argumentierten

Die Klage wurde vom Royal Mint Court Residents' Association (RMCRA) eingereicht, der Familien und Unternehmen in rund 100 Immobilien rund um das geplante Botschaftsgelände vertritt. Der Verband argumentierte, die Botschaft könnte das Risiko terroristischer Anschläge erhöhen, zur Verfolgung chinesischer Dissidenten genutzt werden und dazu dienen, sogenannte „drakoische“ chinesische Gesetze auf britischem Hoheitsgebiet durchzusetzen. Anwohner äußerten zudem Bedenken hinsichtlich des Brandschutzes und wiesen darauf hin, dass britische Sicherheitsauflagen aufgrund der diplomatischen Immunität auf dem Botschaftsgelände nur schwer durchsetzbar wären. Bei einer Anhörung Anfang Juli stellten Anwälte der Anwohner die Entscheidung der Regierung in Frage, Informationen über Grundrisse und Bombenrisiken zurückzuhalten. Das Ministerium für Wohnungsbau, Kommunen und lokale Verwaltung erklärte, es habe die Bedenken der Anwohner „gewissenhaft und sorgfältig“ geprüft.

„Peking glaubt, dieses Urteil sei das letzte Wort. Das ist es nicht. Die Berufung ist bereits in Vorbereitung.“

Luke Pollard, Vorsitzender des Royal Mint Court Residents' Association

„Der Kampf geht weiter.“

Luke de Pulford, Geschäftsführender Direktor

Das Gelände

Peking kaufte das 20.000 Quadratmeter große Gelände der ehemaligen Königlichen Münze (Royal Mint) neben dem Tower of London im Jahr 2018 für Berichten zufolge 327 Millionen Dollar. Das 2,2 Hektar große Grundstück umfasst das Eigentum an etwa 100 Wohnungen in vier Wohnblöcken am Rande des Anwesens, obwohl diese Gebäude außerhalb des geplanten Botschaftsgeländes liegen. Im fertigen Zustand wäre die neue Botschaft die flächenmäßig größte im Vereinigten Königreich und Chinas größte diplomatische Vertretung in Westeuropa.

Politischer Hintergrund

Die Baugenehmigung wurde von Keir Starmers Labour-Regierung im Januar erteilt, Tage bevor er als erster britischer Premierminister seit 2018 nach China reiste. Der Schritt wurde weithin als Geste des guten Willens gegenüber Peking gewertet. Die lokalen Stadträte von Tower Hamlets hatten das Projekt zuvor abgelehnt. Der Widerstand geht über die Anwohner hinaus: Im Exil in Großbritannien lebende pro-demokratische Aktivisten aus Hongkong haben ebenfalls Skepsis geäußert, und die Inter-Parliamentary Alliance on China, ein länderübergreifender Zusammenschluss von Abgeordneten, die Peking kritisch gegenüberstehen, unterstützt die Kampagne der Anwohner.

Wie es weitergeht

Der RMCRA erklärte, er werde eine Berufungserlaubnis beantragen, um den Fall vor den Obersten Gerichtshof des Vereinigten Königreichs zu bringen. Luke Pollard, Vorsitzender des Anwohnerverbands, sagte in einer Erklärung, die Regierung habe „die Stärke des Widerstands gegen diese Mega-Botschaft völlig falsch eingeschätzt“. Das Ministerium für Wohnungsbau, Kommunen und lokale Verwaltung hielt in seiner Verteidigung fest, dass „diplomatische und Handelsbeziehungen“ mit China „kein wesentlicher Gesichtspunkt“ im Baugenehmigungsverfahren gewesen seien.

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