
China setzt 20 japanische Verteidigungsunternehmen auf Export-Sanktionsliste – Peking wirft Tokio Remilitarisierung vor
Peking hat am Montag seine Exportkontrollen für Dual-Use-Güter auf Japan ausgeweitet und 20 weitere Unternehmen und Forschungseinrichtungen auf die schwarze Liste gesetzt. Tokio protestierte scharf.
Die neuen Beschränkungen
Das chinesische Handelsministerium gab am Montag bekannt, dass es 20 japanische Unternehmen auf seine Exportkontrollliste gesetzt hat. Chinesische Firmen dürfen ihnen ohne vorherige Genehmigung keine Dual-Use-Güter mehr liefern. Das Ministerium erklärte, die Maßnahme richte sich gegen Japans „neuen Militarismus“ und nukleare Ambitionen, und bezeichnete den Schritt als „vollkommen rechtmäßig, vernünftig und legal“. Auf der schwarzen Liste stehen unter anderem das Nationale Institut für Verteidigungsstudien, mehrere Tochtergesellschaften von Mitsubishi Heavy Industries und Mitsubishi Electric, Kawasaki Heavy Industries sowie weitere Firmen, die mit der Verteidigungsforschung und -produktion verbunden sind. Weitere 20 Unternehmen – darunter Mitsui E&S, Terra Drone, Hitachi Advanced Systems sowie mehrere Atomkraft- und Fallschirmhersteller – wurden auf eine Beobachtungsliste gesetzt, die Risikobewertungen und schriftliche Zusicherungen erfordert, dass Exporte nicht Japans militärische Fähigkeiten stärken.
Chinas rechtmäßige Maßnahme richtet sich nur gegen eine kleine Anzahl japanischer Unternehmen. Die entsprechenden Maßnahmen gelten nur für Dual-Use-Güter und beeinträchtigen nicht den normalen Wirtschafts- und Handelsaustausch zwischen China und Japan.
Tokios Protest
Japans Chefkabinettssekretär Minoru Kihara sagte gegenüber Reportern, die Maßnahmen seien „absolut inakzeptabel und äußerst bedauerlich“ und Tokio habe formellen Protest eingelegt. „Die Exportkontrollmaßnahmen, die sich nur gegen unser Land richten, weichen erheblich von internationalen Gepflogenheiten ab“, so Kihara. Die Regierung werde „die Einzelheiten und Auswirkungen genau prüfen“, bevor sie über weitere Schritte entscheide.
Wurzeln des Streits
Die Beziehungen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften Asiens haben sich seit Ende 2025 verschlechtert, nachdem Premierministerin Sanae Takaichi angedeutet hatte, dass Japan kollektive Selbstverteidigung ausüben könnte, wenn China versuche, die Kontrolle über Taiwan zu übernehmen. Peking, das die Insel beansprucht, reagierte verärgert. Im Januar begann es, die Exportkontrollen für Dual-Use-Güter nach Japan zu verschärfen. Im Februar setzte es die ersten 20 Unternehmen auf die schwarze Liste, und im Mai nahm es zwei Fuji-Electric-Mitarbeiter wegen des Verdachts auf Schmuggel von Seltenerdmetallen fest.
Seltene Erden als Druckmittel
Zu den Dual-Use-Gütern, die unter die Beschränkungen fallen, gehören Seltene Erden – eine Gruppe von Mineralien, die für die Hightech- und Verteidigungsindustrie unverzichtbar sind. China dominiert die weltweite Produktion und Raffination; Japan bezieht rund 70 % seiner Seltenerdimporte aus China. Mit der Ausweitung der schwarzen Liste erhöht Peking den Druck in einer Beziehung, die bereits durch historische Ressentiments und Territorialstreitigkeiten belastet ist.
- Premierministerin Takaichi deutet an, Japan könne kollektive Selbstverteidigung für Taiwan ausüben
- China beginnt, Exportkontrollen für Dual-Use-Güter nach Japan zu verschärfen
- Erste 20 japanische Unternehmen auf die Export-Sanktionsliste gesetzt
- Zwei Fuji-Electric-Mitarbeiter wegen Verdachts auf Seltenerdschmuggel festgenommen
- China setzt weitere 20 Unternehmen auf die schwarze Liste und 20 weitere auf eine Beobachtungsliste

