
China entsendet zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen Küstenwachschiffe östlich von Taiwan
Eine neue chinesische Küstenwachflottille unter Führung der Xiushan hat am Samstag die Patrouillen östlich von Taiwan übernommen, woraufhin Taipeh eigene Schiffe entsandte und erneut betonte, dass Peking in dem Gebiet keine Hoheitsgewalt besitze.
Zweite Patrouille innerhalb von Wochen
Am Samstag löste eine chinesische Küstenwachflottille unter Führung des Schiffs Xiushan einen früheren Verband ab, der seit Juni östlich von Taiwan operierte, wie der staatliche Sender CCTV berichtete. Ein Sprecher erklärte, die Patrouillen würden fortgesetzt und verstärkt, und bezeichnete das Gebiet als Chinas „eigene Hoheitsgewässer“. Die Schiffe befanden sich etwa 54 Seemeilen (100 km) östlich von Hualien, dem Standort eines wichtigen taiwanesischen Luftwaffenstützpunkts, blieben jedoch außerhalb der Sperrzonen.
Wir werden Chinas territoriale Souveränität und maritime Rechte entschlossen verteidigen.
Taiwans Reaktion
Taiwans Küstenwache entsandte zwei eigene Schiffe, um die chinesischen Schiffe zu verfolgen und zu überwachen. Beamte erklärten, sie würden alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um chinesische Schiffe, die taiwanesische Gewässer belästigen, gewaltsam zu vertreiben. Der Rat für Festlandangelegenheiten, der für die Beziehungen zwischen beiden Seiten der Taiwanstraße zuständig ist, wies Pekings Behauptungen kategorisch zurück.
Peking besitzt weder Souveränität noch Hoheitsgewalt noch souveräne Rechte in den Gewässern östlich von Taiwan.
Taiwan bekräftigte zudem seine souveränen Rechte und seine Hoheitsgewalt innerhalb seiner ausschließlichen Wirtschaftszone. Bereits am Mittwoch hatte Taipeh Handelsschiffe vor der Ostküste angewiesen, etwaige Inspektionsforderungen der chinesischen Küstenwache zu ignorieren und eine Besteigung des Schiffes zu verweigern; taiwanesische Kräfte seien bereit, einzugreifen.
Internationale Besorgnis
Die Einsätze haben Kritik westlicher Regierungen hervorgerufen. Ende Juni gaben die faktischen Botschaften Deutschlands, Frankreichs und des Vereinigten Königreichs in Taiwan eine gemeinsame Erklärung ab, in der sie warnten, dass die Aktivitäten „die regionale Stabilität sowie die Freiheit der Schifffahrt und die Sicherheit des internationalen Seeverkehrs bedrohen“. Beobachter sehen in Pekings Einsatz von Küstenwachschiffen den Versuch, rechtliche und administrative Kontrolle über die Gewässer auszuüben – eine Taktik, die Taiwan als „Lawfare“ bezeichnet.
Breiterer Kontext
China betrachtet Taiwan als Teil seines Hoheitsgebiets und hat den militärischen und paramilitärischen Druck in den letzten Jahren verstärkt. Die jüngsten Patrouillen erfolgen vor dem Hintergrund separater Spannungen um Seegrenzen: Chinas Ministerium für natürliche Ressourcen veröffentlichte am Donnerstag eine englischsprachige Rechtsauffassung, in der es geplante Gespräche zwischen Japan und den Philippinen zur Abgrenzung ihrer Seegrenzen kritisierte. Peking betrachtet die fraglichen Gewässer als sein eigenes und bezeichnete die Verhandlungen als unzulässig. Taiwan, das nur von wenigen Staaten anerkannt, aber militärisch von den Vereinigten Staaten unterstützt wird, besteht darauf, dass China kein Recht habe, Souveränität oder Hoheitsgewalt über die Insel oder ihre umliegenden Gewässer zu beanspruchen.
- Erste chinesische Küstenwachflottille beginnt mit Patrouillen östlich von Taiwan.
- Deutschland, Frankreich und das Vereinigte Königreich äußern Besorgnis über die Patrouillen und warnen vor Bedrohungen der regionalen Stabilität.
- Taiwan weist Handelsschiffe an, Inspektionsforderungen der chinesischen Küstenwache zu ignorieren und eine Besteigung des Schiffes zu verweigern.
- Chinas Ministerium für natürliche Ressourcen veröffentlicht eine Rechtsauffassung, die die japanisch-philippinischen Gespräche über Seegrenzen kritisiert.
- Eine neue Flottille unter Führung der Xiushan übernimmt die Patrouillen; Taiwan entsendet zwei Schiffe zur Überwachung.


