
Chega-Mitglieder dringen in Studio des Coimbraer Studentenradios ein, Polizei beendet Live-Debatte
Mitglieder der Partei Chega unter Führung der Abgeordneten Rita Matias und Madalena Cordeiro sind am Morgen des Montags, 12. Oktober 2026, in das Gebäude der Associação Académica de Coimbra eingedrungen und haben eine Live-Debatte auf Rádio Universidade de Coimbra unterbrochen. Drei Beamte der PSP trafen ein, die Parteimitglieder verließen das Gebäude nach etwa einer Stunde.
Eindringen in die Studentenvereinigung
Am Morgen des Montags, 12. Oktober 2026, drang eine Gruppe von Militanten und Anhängern der Partei Chega in den Sitz der Associação Académica de Coimbra (AAC) ein, wie die Studentenvereinigung in einer Erklärung mitteilte. Die AAC erklärte, die Gruppe unter Führung der Abgeordneten Rita Matias und Madalena Cordeiro sei gegen 09:30 Uhr in die Studios von Rádio Universidade de Coimbra (RUC) gegangen, einzig mit dem Ziel, eine Live-Sendung zu unterbrechen. Die Vereinigung betonte, das Gebäude sei ihren Mitgliedern vorbehalten, und bezeichnete das Eindringen und die Unterbrechung des Radioprogramms als klaren Mangel an Respekt vor ihrer Souveränität. Laut der Erklärung dauerte die Situation etwa eine Stunde und es kam zu Momenten großer Spannung, während die Gruppe gegen den Willen der Institution im Gebäude blieb. Die AAC teilte mit, die Gruppe sei in die RUC-Studios und die Büros der Direção-Geral eingedrungen, und verurteilte das Verhalten.
Eine im Live-Programm unterbrochene Debatte
Das RUC-Studio befindet sich im Gebäude der AAC und beherbergte am Montagmorgen eine neue politische Debattensendung mit den Jugendorganisationen der in der Assembleia da República vertretenen Parteien. An der Debatte nahmen Vertreter von Livre, JS, JSD und IL teil. Chega war eingeladen worden, remote teilzunehmen, da eine Vollversammlung der AAC im Februar beschlossen hatte, die von André Ventura geführte Partei von ihren Veranstaltungen und Räumlichkeiten auszuschließen. Jaime Raposo aus der Informationsabteilung der RUC sagte gegenüber Lusa, er habe am Sonntag, 11. Oktober, eine Nachricht von Paulo Seco, dem Leiter des Bezirksverbands der Partei, erhalten, in der dieser mitteilte, Chega werde nicht teilnehmen, da die Partei mit einer digitalen Teilnahme nicht einverstanden sei. Raposo schilderte, wie die RUC mit der Anwesenheit der Gruppe im Studio umging.
Wir ignorierten die Anwesenheit von Chega und setzten die Debatte fort.
Raposo sagte, irgendwann habe Rita Matias ein Studiomikrofon ergriffen, woraufhin er beschlossen habe, die Sendung abzubrechen. Mehrere Mitglieder hätten alles mit ihren Handys gefilmt, und er habe sie aufgefordert, damit aufzuhören und zu gehen, doch sie hätten erklärt, bleiben zu wollen und ebenfalls teilnehmen zu wollen. Der Ablauf der Ereignisse, wie ihn die Quellen schildern, ist unten dargestellt.
- Paulo Seco teilt der RUC mit, dass Chega nicht an der Sendung teilnehmen werde, da die Partei eine digitale Teilnahme ablehne
- Chega-Mitglieder und Anhänger dringen während einer Live-Debatte in das AAC-Gebäude und das RUC-Studio ein
- Chega-Mitglieder, darunter die beiden Abgeordneten, verlassen das Studio und das Gebäude
Die Reaktion von Chega und das Eingreifen der Polizei
Auf Anfrage von Lusa bezeichnete Rita Matias das Format der Teilnahme von Chega an der wöchentlichen, von der RUC geförderten Sendung als Angriff. Sie sagte, es biete nicht allen Mitgliedern der Jugendorganisationen der Parteien gleiche Bedingungen. Die AAC erklärte, die Anwesenheit der Chega-Mitglieder verstoße gegen einen Beschluss ihrer Vollversammlung, der Vertretern der Partei das Betreten der Räumlichkeiten der Vereinigung untersagt. Die Vereinigung wies zudem darauf hin, dass die Partei eingeladen worden sei, auf digitalem Wege teilzunehmen. Die AAC teilte mit, die Behörden seien zum Gebäude gerufen worden, und die Parteimitglieder hätten das Gebäude nach dem Eintreffen der Polizei verlassen.
Die weiterreichenden Sorgen der AAC
Die AAC erklärte, der Vorfall dürfe nicht von den Problemen ablenken, mit denen Studierende im Hochschulbereich konfrontiert seien. Sie verwies auf die sozioökonomische Notlage Tausender Studierender und äußerte Besorgnis über den neuen Versuch der Regierung, die Studiengebühren (propinas) nicht weiter einzufrieren. Die Vereinigung erklärte, sie werde sich weiterhin auf den Kampf für eine allgemeine, kostenlose und hochwertige Hochschulbildung konzentrieren.


