60.000 Migranten strömen in Spaniens Exklave Ceuta, Frankreich und Italien verschärfen Grenzen
Rund 60.000 Menschen überquerten am 30. Juli von Marokko aus die Grenze zur spanischen Exklave Ceuta, angetrieben von viralen Social-Media-Beiträgen. Spanien entsandte militärische Verstärkung, während Frankreich und Italien am 1. August strengere Grenzkontrollen zu Spanien einführten.
Ein durch Online-Gerüchte ausgelöster Ansturm
Ceuta, eine spanische Exklave von weniger als 19 Quadratkilometern mit rund 80.000 Einwohnern, nahm am Donnerstag, dem 30. Juli, etwa 60.000 Menschen auf, die aus Marokko einreisten. Innerhalb weniger Stunden verdoppelte sich die Bevölkerung der Stadt praktisch. Viele kamen zu Fuß oder auf dem Seeweg und überraschten die örtlichen Behörden. Der Ansturm wurde durch virale Social-Media-Beiträge ausgelöst, die sich schnell verbreiteten und einen Schneeballeffekt erzeugten, der Tausende dazu brachte, den Weg zu versuchen. Spanische Beamte schilderten chaotische Szenen und entsandten militärische Verstärkung, um die überforderten örtlichen Polizeikräfte zu unterstützen.
Todesopfer und schnelle Rückkehr
Bis Freitag meldete das spanische Innenministerium, dass über 48.000 der Migranten nach Marokko zurückgekehrt seien, mehr als die Hälfte der Gesamtzahl. Die marokkanischen Behörden erklärten, sie arbeiteten mit ihren spanischen Kollegen zusammen, um die Eingereisten zurückzuführen. Die schnellen Abreisen entspannten die Lage in Ceutas überlasteten Aufnahmeeinrichtungen, allerdings nicht bevor Madrid 60 Todesfälle bestätigte. Die Todesfälle standen im Zusammenhang mit der Überfahrt auf dem Seeweg und der Überfüllung an Stränden und in Auffanglagern.
Ein königliches Fest nebenan
Das Grenzchaos ereignete sich, während König Mohammed VI. von Marokko am 30. Juli den Jahrestag seiner Thronbesteigung beging, mit Feierlichkeiten nur wenige Kilometer von Ceuta entfernt. Le Monde berichtete von einem scharfen Kontrast zwischen den Feierlichkeiten des Monarchen und der Massenflucht. Am selben Tag veröffentlichte France 24 eine Analyse von Pierre Vermeren, einem Historiker des Maghreb, der den Migrantenansturm als eine von Marokko an Spanien gesendete Botschaft beschrieb. Der Status der Exklave ist seit langem ein Reibungspunkt zwischen den beiden Hauptstädten.
EU-Nachbarn errichten Barrieren
Am Samstag, dem 1. August, begannen Frankreich und Italien als Reaktion auf den Migrantenansturm ihre Kontrollen an den Landgrenzen zu Spanien zu verschärfen. Der Schritt, über den France 24 berichtete, spiegelt die Sorge wider, dass einige der nach Ceuta Eingereisten versuchen könnten, weiter in die Europäische Union zu reisen. Die Grenzmaßnahmen belasten den Schengen-Raum der Freizügigkeit in einer Zeit, in der Migration für die Union ein äußerst sensibles Thema bleibt. Die Europäische Kommission hat sich zu den Entscheidungen noch nicht geäußert.
- Rund 60.000 Migranten betreten Ceuta zu Fuß oder auf dem Seeweg, angetrieben von viralen Social-Media-Gerüchten.
- Spanische Behörden melden, dass über 48.000 Migranten nach Marokko zurückgekehrt sind; Madrid bestätigt 60 Todesfälle.
- Frankreich und Italien verschärfen als Reaktion auf die Krise die Grenzkontrollen zu Spanien.


