
Tausende demonstrieren in Ceuta und fordern Antworten zehn Tage nach Massenmigration aus Marokko
Tausende versammelten sich am Sonntag auf der Plaza de la Constitución in Ceuta, zehn Tage nachdem ein Massenübertritt aus Marokko 83 Todesopfer gefordert hatte, um von Spanien und Europa Antworten auf die Migrationskrise zu fordern.
Massenkundgebung in Ceuta
Tausende Einwohner von Ceuta versammelten sich am Sonntagabend auf der Plaza de la Constitución unter dem Motto „Genug jetzt. Ceuta gibt nicht auf“, um von den spanischen und europäischen Behörden Antworten auf die Migrationskrise zu fordern, die durch den Massenübertritt aus Marokko am 30. Juli 2026 ausgelöst worden war. Die Versammlung wurde von den vier Religionsgemeinschaften der Stadt (christlich, muslimisch, jüdisch und hinduistisch) zusammen mit dem Provinzialverband der Nachbarschaftsvereinigungen einberufen und ausdrücklich von politischen Parteien ferngehalten. Die Teilnehmerzahlen schwankten zwischen mehr als 5.000 (Nationalpolizei) und mehr als 10.000 (Veranstalter, laut 20minutos und El País) sowie mehr als 15.000 (Veranstalter, laut Europa Press). Die Kundgebung begann um 20:00 Uhr und dauerte etwas mehr als eine Stunde ohne Zwischenfälle. Die Teilnehmer trugen spanische Flaggen und solche von Ceuta und skandierten Parolen wie „Genug jetzt“, „Ceuta ist spanisch“ und „Ceuta gibt nicht auf“.
- Massenübertritt aus Marokko nach Ceuta; 83 Menschen ertrinken in spanischen Gewässern
- Anhaltende Massenankünfte aus Marokko über zwei Tage
- Vivas ruft zur Teilnahme auf; siebte gerichtliche Ausweisung eines Ausländers mit Vorstrafe über El Tarajal
- Kundgebung beginnt auf der Plaza de la Constitución
Der Auslöser und die Bilanz
Der Protest fand zehn Tage nach einem Massenübertritt aus Marokko am 30. und 31. Juli statt. Die Zahl der Menschen, die nach Ceuta gelangten, variiert je nach Quelle: mehr als 70.000 (El País), 72.000 (ABC) oder 50.000 (La Razón). Nach den neuesten Daten, die von mehreren Medien zitiert werden, ertranken 83 Menschen beim Versuch, spanische Gewässer zu erreichen. Von der Bühne aus wurde eine Schweigeminute für diese Opfer ausgerufen, doch ein Teil der Menge lehnte die Geste ab und verhinderte die Einhaltung der Stille, so El País. Ein Mann war zu hören, wie er sagte: „Na, das fängt ja gut an“, als das Gemurmel zunahm. Daraufhin wurde die Hymne von Ceuta gespielt und der gesamte Platz stimmte gemeinsam ein.
Politische Präsenz und Abwesenheiten
Der Präsident der autonomen Stadt, Juan Vivas, nahm zusammen mit Mitgliedern seiner Regierung und Vertretern von Ceuta Ya!, PSOE und der Movimiento por la Dignidad y la Ciudadanía (MDyC) teil. Die Vox-Partei war nicht vertreten. Der Regierungsdelegierte in Ceuta, Miguel Ángel Pérez Triano, fehlte, und die Demonstranten forderten seinen Rücktritt. Rufe wie „Sánchez zurücktreten“ und „Ceuta ist nicht käuflich“ vermischten sich mit „Ceuta ist spanisch“ und „Es lebe Ceuta und es lebe Spanien“. Vivas hatte am Samstag zur Teilnahme aufgerufen und betont, dass die Kundgebung an keine Partei gebunden sei und dass die Wahrung der Einheit „fundamental“ sei.
Es ist niemandes Versammlung. Es ist keine Versammlung einer politischen Partei. Es ist keine Versammlung, um jemandem in besonderer Weise zu nützen.
Vivas erklärte auch, dass das Ziel darin bestehe, zu zeigen, dass Ceuta die Situation überwinden und zur Normalität zurückkehren werde.
Manifest und Abschiebungen
Ramesh Chandiramani, Präsident der hinduistischen Gemeinde und Sprecher des Organisationskomitees, verlas ein gemeinsames Manifest, in dem die vier Konfessionen von den spanischen und europäischen Behörden „Antworten“ forderten und die Lage als „außergewöhnlich kritisch“ bezeichneten, nachdem sie von einem „Verstoß gegen die territoriale Integrität“ sprachen. Das Manifest forderte „Frieden, Brüderlichkeit, Solidarität, Gerechtigkeit und Nächstenhilfe“ und bestand darauf, dass der Protest „nicht aus Ablehnung gegenüber irgendjemandem entstanden“ sei. Die Organisatoren warnten, dass der Mangel an Ressourcen „Angst, Spannungen oder Konfrontationen“ in der Bevölkerung hervorrufe. Unabhängig davon meldete die Nationalpolizei sieben gerichtliche Ausweisungen von Ausländern, die während der Lawine vom 30. Juli eingereist waren und Vorstrafen oder laufende Verfahren hatten. Die jüngste Ausweisung wurde am Samstag über den Grenzübergang El Tarajal durchgeführt, sie betraf einen marokkanischen Staatsbürger, der festgenommen worden war, nachdem er in ein Haus im Zentrum von Ceuta eingebrochen war und sich ins Bett der Bewohner gelegt hatte. Die Person hatte zudem ein Einreiseverbot in Valencia erhalten.


