
UEFA-Präsident Ceferin boykottiert WM-Finale, nachdem FIFA Balogun-Sperre nach Trump-Anruf aufhebt
Der UEFA-Präsident blieb fern, nachdem die FIFA die automatische Sperre für den US-Stürmer Folarin Balogun ausgesetzt hatte – eine Entscheidung, die einem Telefonat von Präsident Trump folgte. Spanien besiegte Argentinien 1:0 nach Verlängerung.
Der Boykott
UEFA-Präsident Aleksander Ceferin besuchte am 11. Juni das Eröffnungsspiel des Turniers in Mexiko-Stadt, weigerte sich jedoch, zum Finale am Sonntag nach New Jersey zu reisen. Die Entscheidung folgte auf eine Reihe von Meinungsverschiedenheiten mit der FIFA, wobei der Umgang mit einer Roten-Karte-Sperre für den US-Stürmer Folarin Balogun den Ausschlag gab. Ceferin, der auch als FIFA-Vizepräsident fungiert, hatte geplant, beim Finale zwischen Spanien und Argentinien dabei zu sein, änderte seine Meinung jedoch, nachdem das FIFA-Disziplinarkomitee eingegriffen hatte.
Die Balogun-Affäre
Balogun wurde am 2. Juli im Achtelfinale gegen Bosnien und Herzegowina des Feldes verwiesen. Nach den üblichen Regeln zog die rote Karte eine automatische Sperre von einem Spiel nach sich. Das FIFA-Disziplinarkomitee unter dem Vorsitz des emiratischen Funktionärs Mohammad al-Kamali setzte diese Sperre aus, nachdem US-Präsident Donald Trump FIFA-Präsident Gianni Infantino telefonisch um eine Aufhebung gebeten hatte. Die UEFA veröffentlichte eine Erklärung, in der sie den Schritt als „beispiellos, unverständlich und nicht zu rechtfertigen“ bezeichnete und erklärte, die FIFA habe „eine rote Linie überschritten“, indem sie zumindest den Anschein politischer Einflussnahme zugelassen habe.
Beispiellos, unverständlich und nicht zu rechtfertigen.
Die Entscheidung stieß bei mehreren europäischen Verbänden auf scharfe Kritik. Der belgische Fußballverband postete nach seinem 4:1-Sieg über die USA in der nächsten Runde die Botschaft „macht das rückgängig“.
Macht das rückgängig.
Weitere Beschwerden
Der Fall Balogun war nicht der einzige Reibungspunkt. Ceferin hatte bereits die hohen Ticketpreise der FIFA kritisiert und davor gewarnt, dass sie die Fans vom Spiel entfremden könnten. Die UEFA hat zugesagt, dass mindestens 40 % der Tickets für die EM 2028 etwa 60 £ oder weniger kosten und keine dynamische Preisgestaltung angewendet wird. Er beanstandete auch, dass die FIFA es nicht geschafft hatte, dem somalischen Schiedsrichter Omar Abdulkadir Artan die Einreise in die USA zu ermöglichen; diesem wurde ein Visum verweigert, sodass er beim Turnier nicht pfeifen konnte. Zwei Tage nachdem Artan zurückgeschickt worden war, gab die UEFA bekannt, dass er am 12. August das Super-Cup-Finale zwischen Paris Saint-Germain und Aston Villa leiten werde.
Europäische Delegierte äußerten Bedenken hinsichtlich des geopolitischen Umgangs mit Spielen, an denen der Iran beteiligt war, und Ceferin lehnte die Aufstockung auf 48 Teams ab, da sie das technische Niveau senke. Die UEFA lehnte auch Halbzeit-Unterhaltungsshows ab, die die Pause auf einen Rekordwert von 27 Minuten und 22 Sekunden verlängerten – mehr als das Doppelte der üblichen Unterbrechung – und wendet das VAR-Protokoll zur Verwechslung von Spielern nicht an, das zur roten Karte für den Schweizer Stürmer Breel Embolo im Viertelfinale führte. Der Vorschlag der FIFA, die WM auf 64 Teams aufzustocken, ist ein weiterer Streitpunkt.
- Ceferin besucht Eröffnungsspiel in Mexiko-Stadt
- Balogun erhält rote Karte gegen Bosnien und Herzegowina
- FIFA setzt Baloguns automatische Sperre nach Trumps Anruf aus
- Ceferin boykottiert Finale; Spanien schlägt Argentinien 1:0 nach Verlängerung
- Somalischer Schiedsrichter Artan für UEFA Super Cup nominiert
Das Finale und die Folgen
Spanien gewann mit einem 1:0-Sieg über Argentinien nach Verlängerung seinen zweiten WM-Titel. Die Partie war angespannt und defensiv geprägt; Argentiniens Enzo Fernandez erhielt in der Nachspielzeit die rote Karte für ein spätes Foul an Pau Cubarsi. Nach dem Schlusspfiff wurde auch Mittelfeldspieler Leandro Paredes des Feldes verwiesen, weil er spanische Spieler konfrontiert hatte, und Verteidiger Nahuel Molina lieferte sich eine separate Auseinandersetzung mit Spaniens Kapitän Rodri. Das Verhalten von Co-Trainer Roberto Ayala wird überprüft. Berichten zufolge drehten einige argentinische Spieler während der Trophäenzeremonie den Rücken zu. Die FIFA hat eine Untersuchung des Verhaltens des Teams eingeleitet.


