Wahlen · Wiesbaden und Berlin
CDU in Hessen fällt in Umfrage auf 25 Prozent – historischer Tiefstwert, AfD nur zwei Punkte dahinter
Der hr-Hessentrend sieht die CDU sieben Punkte unter dem Wert vom Februar, die Grünen überholen die SPD, und die Landeskoalition verliert ihre parlamentarische Mehrheit.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von tagesschau.de, Handelsblatt, Berliner Zeitung und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Der hr-Hessentrend von Infratest Dimap, erhoben vom 19. bis 22. Oktober, gibt der CDU 25 Prozent, sieben Punkte weniger als im Februar. Die AfD steht bei 23 Prozent.
CDU und SPD (15 Prozent) hätten keine parlamentarische Mehrheit mehr. Die Grünen stiegen auf 16 Prozent und überholten die SPD.
54 Prozent sind weniger zufrieden oder unzufrieden, 38 Prozent bewerten die Arbeit der Regierung positiv – neun Punkte weniger als im Februar.
CDU-Generalsekretär Leopold Born macht die Bundesregierung verantwortlich. Die AfD-Landesvorsitzenden Robert Lambrou und Andreas Lichert sehen die AfD kurz davor, stärkste Partei in Hessen zu werden.
Umfragewerte
Der hr-Hessentrend, erhoben von Infratest Dimap zwischen dem 19. und 22. Oktober, sieht die CDU von Ministerpräsident Boris Rhein bei 25 Prozent – der niedrigste Wert in der Geschichte dieser Umfrage. Das sind sieben Punkte weniger als in der Februar-Erhebung, und die Partei liegt nun nur noch zwei Punkte vor der AfD, die um drei Punkte auf 23 Prozent zulegte. Der Hessische Rundfunk gibt an, die Erhebung habe 1.185 Wahlberechtigte erreicht, 695 telefonisch und 490 online, und das Ergebnis sei repräsentativ. Die Grünen legten um zwei Punkte auf 16 Prozent zu und überholten die SPD, die um einen Punkt auf 15 Prozent fiel. Die Linke würde mit 7 Prozent in den Landtag zurückkehren, die FDP bleibt bei 4 Prozent und damit unter der Fünf-Prozent-Hürde.
- CDU
- 25 %
- AfD
- 23 %
- Grüne
- 16 %
- SPD
- 15 %
- Linke
- 7 %
- FDP
- 4 %
Daten aus dem Artikeltext
Ein Rekordtief im historischen Vergleich
Bei der Landtagswahl 2023 kam die CDU auf 34,6 Prozent, die SPD auf 15,1 Prozent. Im Sommer 2025 stand die CDU in derselben Umfragereihe noch bei 36 Prozent. Hessen wird seit 27 Jahren von der CDU regiert, die aktuelle Koalition aus CDU und SPD ist seit 2024 im Amt. Mit der SPD bei 15 Prozent verfügt diese Koalition über keine parlamentarische Mehrheit mehr. Rechnerisch bleibt als einzige Zweieroption eine Koalition aus CDU und AfD, die die CDU ausschließt; theoretisch möglich wäre ein Bündnis aus CDU, SPD und Grünen.
- Landtagswahl 2023
- 34.6 %
- Umfrage Sommer 2025
- 36 %
- Umfrage Oktober 2026
- 25 %
Daten aus dem Artikeltext
Zufriedenheit und Kompetenz
54 Prozent der Befragten sind mit der Arbeit der Landesregierung weniger zufrieden oder unzufrieden, 38 Prozent bewerten sie positiv – neun Punkte weniger als im Februar. Im Februar hatten Zustimmung und Ablehnung sich in etwa die Waage gehalten. Bei der Problemlösungskompetenz liegt die CDU mit 21 Prozent weiter vorn, sechs Punkte unter dem Februarwert, vor der AfD mit 16 Prozent. Ein Drittel der Befragten traut inzwischen keiner Partei zu, die drängenden Probleme zu lösen – ein Anstieg um acht Punkte.
Reaktionen der Parteien
CDU-Generalsekretär Leopold Born macht Berlin für die Verluste verantwortlich und verweist auf die Bundesregierung. Er räumte ein, 25 Prozent seien kein Wert, mit dem die Partei zufrieden sein könne, betonte aber, die CDU bleibe die stärkste Kraft in der Landespolitik.
„Der Bundestrend geht an Hessen nicht spurlos vorbei.“
In der Wiesbadener Parteizentrale wird zudem darauf verwiesen, dass die CDU im ARD-Deutschlandtrend fünf Punkte tiefer liege, was man Rhein und seiner Koalition zuschreibe. Born liest die Zahlen als Bestätigung für Rheins jüngsten Kurs gegenüber der AfD, den er als Versuch beschreibt, Brücken zur politischen Mitte zu bauen.
Die AfD und die Brandmauer-Debatte
Die AfD liest dieselben Zahlen anders. Ihre Landesvorsitzenden Robert Lambrou und Andreas Lichert erklärten gemeinsam:
„Das ist fast der Kipppunkt, an dem die AfD auch in Hessen stärkste Partei wird.“
Einen Hauptgrund für den Absturz der CDU sieht die AfD in deren Weigerung, mit ihr zusammenzuarbeiten; bürgerlich-konservative Wähler bekämen weiterhin linksgerichtete Politik. In der Umfrage lehnt eine Mehrheit eine Zusammenarbeit mit der AfD nicht grundsätzlich ab. Gut ein Drittel würde von Fall zu Fall entscheiden, ein weiteres Viertel will eine Zusammenarbeit, und gut ein Drittel lehnt beides ab. Rhein hatte argumentiert, der AfD dürften die ihr im Bundestag zustehenden Ausschussvorsitze nicht verweigert werden, nannte das Bild einer „Brandmauer“ falsch und lehnt ein Parteiverbotsverfahren ab. Rhein hatte sich zuvor gegen geplante Steuererhöhungen auf Alkohol, Tabak und Zucker ausgesprochen, doch der Einbruch erreicht auch die Länderebene: In Nordrhein-Westfalen fällt Hendrik Wüst von 35 Prozent zu Jahresbeginn auf 26 bis 29 Prozent, in Schleswig-Holstein liegt Daniel Günther unter 30 Prozent.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- tagesschau.deHessen: Hessen-CDU zeigt nach Berlin, AfD sieht Kipppunkt erreicht
- HandelsblattKommentar: Der Sog der Unbeliebtheit erfasst die CDU in allen Bundesländern
- Berliner ZeitungHistorischer Tiefstand: Vorsprung der CDU Hessen schrumpft auf zwei Punkte vor AfD
- HandelsblattHessen: AfD bei Umfrage fast gleichauf mit CDU
- Boris Rhein
- CDU-Ministerpräsident von Hessen
- Friedrich Merz
- Bundeskanzler und CDU-Vorsitzender, wie in der Berichterstattung genannt
- Robert Lambrou
- AfD-Landesvorsitzender in Hessen
- Andreas Lichert
- AfD-Landesvorsitzender in Hessen
- Hendrik Wüst
- CDU-Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen
- Daniel Günther
- CDU-Ministerpräsident von Schleswig-Holstein
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