Thüringens CDU lehnt Erhöhung der Grunderwerbsteuer nach 40-Millionen-Euro-Loch ab und bezeichnet niedrigen Satz als Familienentlastungspaket
Die Christdemokraten des Landes halten an der Senkung von 2024 fest, die die Grunderwerbsteuer auf 5 % reduzierte, obwohl das Finanzministerium einen jährlichen Einnahmeverlust von rund 40 Millionen Euro verzeichnet.
Die politische Bruchlinie
Die CDU-Fraktion in Thüringen hat jegliche Erhöhung der Grunderwerbsteuer ausgeschlossen. Fraktionschef Andreas Bühl sagte der Deutschen Presse-Agentur, eine Erhöhung sei „keine Option“. Die Steuer war zum 1. Januar 2024 von 6,5 % auf 5 % gesenkt worden – ein Schritt, den die CDU noch in der Opposition durchsetzte, indem sie Stimmen der AfD annahm, die der thüringische Verfassungsschutz als rechtsextrem einstuft. Das Finanzministerium erwägt nun eine Rücknahme, nachdem der MDR berichtete, dass die Senkung im vergangenen Jahr ein Loch von rund 40 Millionen Euro in die Landeskasse gerissen hat.
Das ist keine Option.
Was die Senkung für Käufer bedeutet
Bühl stellte den niedrigeren Satz als Teil eines breiteren Pakets dar, das die Förderung von Wohneigentum, die Umnutzung leerstehender Gebäude, verbesserte Finanzierungsmöglichkeiten und schnellere Genehmigungen umfasst. Er berechnete, dass die Senkung bei einem Kaufpreis von 300.000 Euro einen Käufer etwa 4.500 Euro spart. „Gerade für junge Familien ist das viel Geld“, sagte er und argumentierte, dass Kritiker sich nur auf die entgangenen Einnahmen des Staates konzentrieren, während sie das Geld ignorieren, das in den Haushalten bleibt. Er fügte hinzu, dass die Grunderwerbsteuer allein keinen Bauboom auslösen könne, und verwies auf Zinssätze, Baukosten und verfügbares Angebot als ebenso entscheidende Faktoren.
Gerade für junge Familien ist das viel Geld.
Das Gegenargument der Linken
Die Linksfraktion hat ihre Kritik verschärft und bezeichnet die Senkung von 2024 als „finanzpolitischen Irrsinn“. Ihre Position ist, dass die Hauptnutznießer Immobilieninvestoren waren, nicht normale Familien, und dass die entgangenen Einnahmen Kindergärten, Krankenhäuser oder kommunale Dienstleistungen hätten finanzieren können. Die Linke argumentiert, dass Haushalte mit kleinerem Geldbeutel kaum entlastet wurden.
Vor allem Familien mit kleinerem Geldbeutel wurde nicht geholfen.
Haushaltsdruck und was als Nächstes kommt
Das jährliche Minus von rund 40 Millionen Euro ist laut MDR-Bericht nun ein aktuelles Thema im Finanzministerium. Die CDU zeigt jedoch keine Anzeichen von Nachgeben und betrachtet den Satz von 5 % als strukturellen Bestandteil ihres wirtschaftspolitischen Programms. Angesichts des angespannten Landeshaushalts zeichnet sich ein Konflikt zwischen der Eigentumsförderungsagenda der CDU und der Forderung der Linken nach Wiederherstellung der Einnahmen für öffentliche Dienstleistungen ab. Ein formeller Gesetzesvorschlag zur Erhöhung der Steuer wurde noch nicht eingebracht, aber die interne Prüfung des Ministeriums hält die Debatte offen.
- Steuersatz liegt bei 6,5 % des Kaufpreises.
- Senkung auf 5 % tritt in Kraft, durchgesetzt von der CDU mit Stimmen der AfD.
- Finanzministerium verzeichnet ein Einnahmedefizit von rund 40 Millionen Euro.
- CDU-Fraktionschef Andreas Bühl lehnt jede Erhöhung ab; Linke bekräftigt Ablehnung der Senkung.


