Porsche plant, die Cayenne-SUV-Produktion von der Slowakei nach Leipzig zu verlagern, abhängig von Lohnzugeständnissen
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet, dass Porsche die Produktion des Cayenne von Bratislava in sein Leipziger Werk verlagern will, um die Unterauslastung zu beheben. Die Verlagerung ist abhängig von erheblichen Lohnkürzungen der deutschen Arbeiter.
Produktionsverlagerungsplan
Porsche plant, alle drei Antriebsvarianten des Cayenne-SUV von der Slowakei nach Leipzig zu verlegen. CEO Michael Leiters möchte damit die langfristige Kapazitätsauslastung des unterausgelasteten deutschen Werks sichern. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung berief sich auf arbeitnehmerseitige Quellen; Porsche lehnte eine offizielle Stellungnahme ab, bestätigte jedoch laufende Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern.
Einige Punkte sind noch offen und müssen besprochen werden. Im Interesse der Belegschaft und des Unternehmens wollen wir rasch vorankommen. Wann und wie das geschieht, hängt von den nächsten Wochen ab.
Personalkostensenkung
Die Verlagerung würde erfordern, dass deutsche Arbeiter deutliche Lohnkürzungen akzeptieren, da die Löhne in der Slowakei weit niedriger sind. Bereits in den letzten Monaten hat Porsche die Verträge mehrerer Hundert Zeitarbeitskräfte nicht verlängert. Das Unternehmen plant, bis August 200 Stellen durch freiwillige Vereinbarungen und Abfindungen zu streichen, und bis zu 400 Mitarbeiter werden über ein internes Versetzungssystem vorübergehend nach Wolfsburg versetzt.
- VW legt dem Aufsichtsrat einen Umstrukturierungsplan vor, der die mögliche Schließung von vier deutschen Werken und bis zu 100.000 Stellenstreichungen vorsieht
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- Porsche strebt den Abbau von 200 Stellen in Leipzig durch freiwillige Vereinbarungen und Abfindungen an
Hintergrund der Volkswagen-Krise
Die Cayenne-Verlagerung findet statt, während der Mutterkonzern Volkswagen möglicherweise vor der größten Umstrukturierung seit fast 90 Jahren steht. Reuters berichtete, dass VW die Autoproduktion an vier deutschen Standorten – Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm – auslaufen lassen will, mit Befürchtungen von bis zu 100.000 Stellenstreichungen in den kommenden Jahren. Porsches eigene Werke in Stuttgart-Zuffenhausen und Leipzig sind weit von der Vollauslastung entfernt, was die Verlagerung zu einer Kostenersparnis im Rahmen des konzernweiten Umbaus macht.
Investorendruck und strategische Ziele
Auf der jüngsten Hauptversammlung forderten die Aktionäre Porsche-CEO Leiters auf, seinen Sanierungsplan zu beschleunigen. Leiters räumte ein, dass das Portfolio zu komplex geworden sei, und sagte, die Anzahl der Varianten werde reduziert. Das Unternehmen könnte auch sein Angebot an margenstarken Verbrenner-Sportwagen und großen SUVs erweitern, während es die Kostensenkungen vorantreibt.

