
Nick Caves kathartisches Set schließt Mad Cool 2026 ab – Teilnahme am letzten Abend sinkt auf 48.000
Der australische Frontmann führte ein Samstagsprogramm an, das auch The Black Crowes, Pulp und David Byrne umfasste – überlappende Sets zwangen die 48.000 Besucher des Madrider Festivals, zwischen den Headlinern zu wählen.
Besucherrückgang am letzten Abend
Das viertägige Mad-Cool-Festival im Madrider Stadtteil Villaverde zog am Mittwoch und Donnerstag (ausverkauft) jeweils 57.000 Besucher an und am Freitag 52.000, aber das Samstagsfinale verzeichnete mit 48.000 die schwächste Besucherzahl dieser Ausgabe, so El País. Der Rückgang erfolgte trotz eines Line-ups, das ein junger Kritiker als „für Kenner“ bezeichnete und das Nick Cave, The Black Crowes, Pulp, David Byrne, Matt Berninger und Jalen Ngonda an einem einzigen Abend vereinte. Veranstalter und Fans gleichermaßen stellten fest, dass die geringere Besucherzahl die Intensität der Abschlussauftritte nicht schmälerte.
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- 57000
- 2026-07-09
- 57000
- 2026-07-10
- 52000
- 2026-07-11
- 48000
Nick Caves transformative Zeremonie
Caves Set wurde in der spanischen Presse als kollektive Katharsis, gemeinschaftliche Zeremonie und mystische Erfahrung beschrieben. Der Australier, der im letzten Jahrzehnt zwei Söhne und eine ehemalige Partnerin verloren hat, stoppte die Musik während ‚Joy‘ und rief: „Ich schrie um mich: ‚Erbarme dich meiner, bitte, erbarme dich meiner!‘“ Die stille Menge sah ihm zu, wie er den Tränen nahe war. Er ging entlang der Absperrung, ergriff Hände, suchte Augenkontakt mit Fans und sagte zu einem jungen Mann: „Ich liebe dich, mein Sohn.“ Später verabschiedete er sich mit „Gott segne euch.“ Die Setlist schöpfte aus seinem aktuellen Album ‚Wild God‘ und Klassikern wie ‚Red Right Hand‘, ‚Tupelo‘ und ‚O Children‘, letzteres entwickelte sich zu einem Gospel-Mitsingevent. Colin Greenwood (Radiohead) verankerte die Bad Seeds am Bass.
Ich schrie um mich: ‚Erbarme dich meiner, bitte, erbarme dich meiner!‘
Ein Aufeinandertreffen der Bühnen und ein logistisches Rätsel
Festivaldirektor Javier Arnaiz erklärte, dass einige Künstler darauf bestehen, nach Einbruch der Dunkelheit zu spielen, was die Hauptsendezeit auf nur drei Stunden pro Abend verkürzt. Infolgedessen zwang der Samstagsplan die Fans, zwischen Nick Cave und Kasabian sowie zwischen Pulp und David Byrne zu wählen. Einige Bereiche der Großveranstaltungsstätte erlaubten einen Blick auf zwei Bühnen gleichzeitig, aber der Ton vermischte sich. Langjährige Besucher erkannten an, dass Mad Cool frühere Probleme mit Sanitäranlagen, Zugang, internen Wegen und Ruhebereichen behoben hatte, wobei La Razón die Tonqualität als „bemerkenswert“ bewertete.
Der südstaatliche Swagger der Black Crowes
Als Eröffnung des Abends unter einer noch heißen Sonne stützten sich The Black Crowes auf ihre klassischen Alben ‚Shake Your Money Maker‘ und ‚The Southern Harmony and Musical Companion‘ und ignorierten ihr neues 2026er-Release völlig. Chris Robinson, mit Sonnenbrille, würdigte Otis Redding vor einem Cover von ‚Hard to Handle‘.
Otis Redding war der beste Sänger aller Zeiten.
Highlights jenseits der Headliner
Früher am Tag ernteten Matt Berninger (Frontmann von The National) und der junge Soulsänger Jalen Ngonda Lob für ihre Qualität. Die neu formierte Besetzung der Black Crowes mit einem neuen Schlagzeuger, der einen Teil des Publikums durch das Tragen eines Butthole-Surfers-T-Shirts für sich gewann, unterstrich die turbulente Geschichte der Band mit Bruderfehden, Drogenmissbrauch und Selbstsabotage, doch an diesem Abend spielten sie mit Präzision und Klasse.
Danke, verdammtes Madrid!

