
Madrids Bürgermeister wirft Außenministerium illegale Besetzung des Casa-Árabe-Geländes vor
Madrids Bürgermeister José Luis Martínez-Almeida kündigte rechtliche Schritte an, nachdem die Frist für Casa Árabe, das städtische Gebäude Escuelas Aguirre bis zum 1. September 2026 zu räumen, ohne Übergabe verstrichen war.
Räumungsfrist verstreicht ohne Übergabe
Die vom Madrider Stadtrat gesetzte Frist für Casa Árabe, das städtische Gebäude Escuelas Aguirre zu räumen, verstrich am 1. September 2026 ohne eine erfolgte Räumung. Madrids Bürgermeister José Luis Martínez-Almeida warf dem Außenministerium vor, eine illegale Besetzung zu ermöglichen, und kündigte rechtliche Schritte der Stadt zur Durchsetzung ihrer Eigentumsrechte an. Das neomaurische Gebäude liegt an der Kreuzung von Calle Alcalá und Calle O'Donnell, gegenüber dem Retiro-Park. Während die persönliche öffentliche Hilfe vor Ort am Dienstag eingestellt wurde, blieben die Kurseinschreibungen für das kommende Studienjahr geöffnet. Studentengruppen organisierten eine abendliche Kundgebung unter dem Motto „Casa Árabe no se toca“ und argumentierten, dass die städtische Frist zu wenig Zeit für die Verlagerung von Kultur- und Bildungsprogrammen biete.
Unserer Meinung nach findet gerade eine illegale Besetzung von Casa Árabe durch das Außenministerium statt.
Stillstand im Konsortium wegen Governing Board
Der Konflikt dreht sich um den operativen Rahmen des Casa-Árabe-Konsortiums, das sich aus dem Außenministerium, der Autonomen Gemeinschaft Madrid, dem Madrider Stadtrat, der Junta de Andalucía und dem Stadtrat von Córdoba zusammensetzt. Der Madrider Stadtrat teilte dem Konsortium Ende Juni 2026 mit, dass er das Gebäude zurückfordern werde, und verwies auf die Entscheidung der Madrider Regionalregierung vom Januar 2026, aus der Einrichtung auszutreten. Almeida behauptete, das Außenministerium nutze seine Stimmenmehrheit, um die Einberufung des Governing Board zu vermeiden, der jede Eigentumsübertragung genehmigen und das Ausscheiden der Mitglieder formalisieren müsse. Das Außenministerium wies die Vorwürfe des Bürgermeisters als hinterhältig zurück und wies darauf hin, dass Außenminister José Manuel Albares am 27. Juli 2026 ein Telefonat mit Almeida geführt habe und dass Ministeriumsbeamte am 30. Juli 2026 technische Gespräche mit Vertretern der Stadt geführt hätten.
- Casa Árabe establishes its Madrid headquarters at the municipal Escuelas Aguirre building.
- Court of Audit publishes report detailing annual operating deficits and building deterioration.
- Madrid regional government announces its decision to withdraw from the Casa Árabe consortium.
- Madrid City Council formally notifies the consortium of its intention to reclaim the Escuelas Aguirre property.
- Foreign Minister José Manuel Albares discusses the site's status with Mayor José Luis Martínez-Almeida by phone.
- Foreign Ministry leadership and municipal officials conduct technical meetings.
- Municipal eviction deadline expires without Casa Árabe vacating the premises.
Sicherheitsbedenken und bauliche Verschlechterung
Städtische Führungskräfte nannten physische Risiken für Arbeiter und Besucher als Hauptgrund für die Forderung nach einer sofortigen Übergabe des Geländes, das seit 2008 als Hauptsitz der Einrichtung in Madrid dient. Almeida wies auf Sicherheitsnetze hin, die um die Fassade installiert wurden, um zu verhindern, dass lose Teile von Gesimsen und Dachvorsprüngen auf die Straße oder den Innenhof fallen. Der Bürgermeister erklärte, dass städtische technische Teams das Gebäude unmittelbar nach der Räumung betreten werden, um dringende strukturelle Konsolidierungs- und Sanierungsarbeiten durchzuführen. Städtische Beamte betonten, dass die Zentralregierung die direkte Verantwortung für etwaige Personenschäden trage, die auftreten könnten, während das Gebäude in seinem derzeitigen Zustand besetzt bleibe.
Ich mache das Außenministerium direkt verantwortlich für jeden Unfall, der die körperliche Sicherheit von Menschen beeinträchtigen könnte, denn es spielt mit der Sicherheit von Menschen, Arbeitern und Besuchern.
Prüfungsergebnisse und institutionelle Zukunft
Der städtischen Räumungsanordnung ging ein 150-seitiger Finanzbericht voraus, der im Dezember 2025 vom spanischen Rechnungshof über die Konten des Konsortiums veröffentlicht wurde. Die Prüfung bezifferte Betriebsdefizite von 961.000 Euro im Jahr 2022 und 1,08 Millionen Euro im Jahr 2023 und warnte, dass wiederkehrende Verluste die verbleibenden Barreserven der Einrichtung fast erschöpft hätten. Der Bericht hob auch den erheblichen physischen Verfall der Dächer, Abdeckungen und der Fassade des Madrider Gebäudes hervor. Als Reaktion bekräftigten Beamte des Außenministeriums und in Spanien akkreditierte arabische Botschafter die diplomatische und kulturelle Bedeutung eines offenen Betriebs von Casa Árabe an seinen Standorten in Madrid und Córdoba.
- 2022
- 961000 EUR
- 2023
- 1080000 EUR


