
Capital One gibt Schließung von Trump-Konten nach Geldwäscheprüfung bekannt
Ein Gerichtsdokument zeigt, dass Capital One im Jahr 2021 mehr als 300 Konten der Trump Organization nach einer internen Geldwäscheprüfung schloss – das erste Mal, dass eine Bank solche Bedenken formell mit dem Familienunternehmen des Präsidenten in Verbindung gebracht hat.
Die Kontenschließungen von 2021
Im März 2021 teilte Capital One der Trump Organization mit, dass die Bank mehr als 300 Konten des Familienunternehmens schließen wolle. Damals gab die Bank keinen öffentlichen Grund an. Fünf Jahre später zwang ein von der Trump Organization selbst angestrengter Rechtsstreit die Offenlegung: Die Schließungen erfolgten nach einer monatelangen internen Prüfung durch das Geldwäschebekämpfungsteam von Capital One.
Die Schließungen waren das Ergebnis monatelanger Analysen und einer sorgfältigen Prüfung durch das AML-Team von Capital One gemäß den Bankrichtlinien und regulatorischen Vorgaben.
Die Klage und die Reaktion der Bank
Die Trump Organization und Eric Trump, der Sohn des Präsidenten, verklagten Capital One im März 2025 vor einem Bundesgericht in Florida. Sie behaupteten, die Konten seien aufgrund der „woken“ Überzeugungen der Bank und des Wunsches, von der politischen Stimmung nach dem Aufstand am 6. Januar 2021 im US-Kapitol zu profitieren, geschlossen worden. Das Gericht hatte bereits zwei Versionen der Klage abgewiesen, wobei die Kläger jeweils ihre Klageschrift ändern durften. Im Juli 2026 reichten sie eine dritte geänderte Klageschrift ein.
Am 1. August 2026 reichte Capital One einen Antrag auf Abweisung dieser neuesten Version ein und argumentierte, dass sie an denselben grundlegenden Mängeln leide wie die früheren Schriftsätze. Die Bank erklärte, die Behauptungen der Kläger über einen politischen Vorwand seien „irreführend“ und „beruhten auf aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten, die durch den vollständigen Kontext des Gerichtsprotokolls nicht gestützt würden“.
Die von Capital One identifizierten Transaktionsmuster gehören zu den Arten von Aktivitäten, die von den Bundesbankrichtlinien als auffällig eingestuft werden.
Capital One hat die Trump Organization nicht der illegalen Geldwäsche beschuldigt. Die Einlassung zieht eine sorgfältige Grenze: Die Konten wurden aus Gründen der Geldwäschebekämpfung geschlossen, was jedoch einer strafrechtlichen Anklage nicht gleichkommt. Ob die Bank eine Verdachtsmeldung bei den Behörden eingereicht hat, bleibt unbekannt; solche Meldungen sind nach US-Regeln vertraulich.
Politischer Druck und Parallelfälle
Die Offenlegung erfolgt in einem aufgeheizten politischen Umfeld. Seit Beginn seiner zweiten Amtszeit übt die Regierung von Präsident Trump Druck auf Großbanken aus, weil Konservative eine gezielte Diskriminierung der politischen Rechten beklagen. Im August 2025 unterzeichnete Trump eine Executive Order, die diskriminierendes Debanking verbietet. Im Januar 2026 reichte er eine separate Klage gegen JPMorgan Chase aus demselben Grund ein.
Die Capital One-Einreichung ist das erste Mal, dass eine Bank formell Geldwäschebedenken mit dem Familienunternehmen von Donald Trump in Verbindung gebracht hat. Die Transaktionsmuster, die die Prüfung auslösten, die konkreten betroffenen Konten und die fraglichen Summen wurden nicht veröffentlicht.
- Capital One teilt der Trump Organization die Absicht mit, mehr als 300 Konten zu schließen.
- Trump Organization und Eric Trump verklagen Capital One vor einem Bundesgericht in Florida und werfen politische Motive vor.
- Präsident Trump unterzeichnet Executive Order gegen diskriminierendes Debanking.
- Trump reicht eine ähnliche Klage gegen JPMorgan Chase wegen Kontenschließungen ein.
- Kläger reichen dritte geänderte Klageschrift ein, nachdem zwei vorherige Versionen abgewiesen wurden.
- Capital One reicht Antrag auf Abweisung ein und legt offen, dass die Schließungen auf eine Geldwäschebekämpfungsprüfung folgten.
Wie es weitergeht
Das Bundesgericht in Miami wird nun über den Antrag von Capital One auf Abweisung der dritten geänderten Klageschrift entscheiden. Wird dem Antrag stattgegeben, könnten die Kläger erneut die Möglichkeit erhalten, die Klage zu ändern, oder der Fall könnte endgültig abgewiesen werden. Der breitere politische Kampf um das Debanking wird sich voraussichtlich fortsetzen, wobei die Executive Order und die Klage gegen JPMorgan Chase parallel verlaufen.


