
Calenda fordert RT-Telegram-Trolle nach Drohungen heraus und veröffentlicht Büroadresse in Rom
Der italienische Senator und Azione-Chef Carlo Calenda hat seine Büroadresse in Rom veröffentlicht und russische Staatsmedien zur Konfrontation aufgefordert, nachdem er auf einem mit Russia Today verbundenen Telegram-Kanal Drohungen erhalten hatte.
Telegram-Drohungen nach RT-Kritik
Ein mit Russia Today (RT) verbundener Telegram-Kanal füllte sich mit Drohungen gegen Carlo Calenda, nachdem der Senator öffentlich gefordert hatte, dass Italiener, die mit dem russischen Sender zusammenarbeiten, nach Artikel 241 des italienischen Strafgesetzbuchs strafrechtlich verfolgt werden sollten, der eine Mindesthaftstrafe von 12 Jahren vorsieht. Nachrichten auf dem Kanal warnten, dass „wer Wind sät, Sturm erntet“ und der Senator am Ende „ein böses Ende nehmen“ werde.
Calendas trotzige Antwort
Calenda ließ sich nicht einschüchtern, sondern eskalierte. Auf X schrieb er: „Ich persönlich mache mir keine Sorgen um diese feigen russischen Lakaien.“ Dann veröffentlichte er die Adresse seines Büros am Corso Vittorio Emanuele II und lud die Verfasser ein, sich mit ihm zu treffen.
Ich komme gegen neun, ohne Begleitung. Es wäre äußerst befriedigend, euch in den Hintern zu treten.
Der Austausch folgt auf eine parlamentarische Anfrage, die Calenda mitunterzeichnet hatte und in der Innenminister Matteo Piantedosi aufgefordert wurde, gegen RT vorzugehen, nachdem der Sender im April ein Festival in Bologna organisiert hatte. Die Europäische Kommission hatte die italienischen Behörden aufgefordert, Sanktionen zu verhängen, doch es wurden keine Maßnahmen ergriffen.
Politische Solidarität über das gesamte Spektrum hinweg
Azione schloss sofort die Reihen. Parteichefin Elena Bonetti sagte, die Drohungen seien „eine interessante Lektüre für alle, die immer noch leugnen, dass die Verteidigung Italiens vor Einmischung aus Russland die erste Pflicht von Parteien ist, die keine Vaterlandsverräter sind.“ Fraktionschef der Kammer, Matteo Richetti, kündigte einen förmlichen Antrag beim Innenministerium an, um die Schließung des RT-Kanals zu prüfen, und Vizesekretär Ettore Rosato bezeichnete Unterstützer von RT als „Verräter“.
Während ein Senator der Republik Drohungen erhält, beeilt sich Matteo Salvini zu erklären, dass es für Italien „grundlegend“ sei, wieder gute Beziehungen zu Russland aufzubauen.
Die Verurteilung kam auch von der anderen Seite des politischen Spektrums. Senatspräsident Ignazio La Russa, Verteidigungsminister Guido Crosetto und Kulturminister Alessandro Giuli drückten alle ihre Solidarität aus, wobei Crosetto jede Einschüchterung von Teilnehmern an der demokratischen Debatte als „inakzeptabel und entschieden zu verurteilen“ bezeichnete.
Breitere Spannungen über russischen Einfluss
Der Vorfall unterstreicht den tiefen Streit innerhalb der italienischen Politik über die Beziehungen zu Moskau. Bonettis Angriff auf Lega-Chef Matteo Salvini und Rosatos deutliche Sprache spiegeln eine tiefere Kluft zwischen Parteien, die Russland isolieren wollen, und solchen, die auf eine Normalisierung der Beziehungen drängen. Giovanni Donzelli und Galeazzo Bignami von den Brüdern Italiens stellten sich ebenfalls gegen die Desinformationskampagne, begleitet von Maurizio Lupi von den Moderaten und Ivan Scalfarotto von Italia Viva, der sagte, die Angriffe der Kreml-Megafone bestätigten, dass Calenda „auf der richtigen Seite“ stehe.


