
Deutscher Bundestag verabschiedet 17-Cent-Tankrabatt für 2,5 Milliarden Euro bis Dezember
Die Abgeordneten stimmten am Freitag mit 434 zu 128 Stimmen dafür, die Steuern auf Diesel und Benzin von Oktober bis Dezember um 17 Cent pro Liter zu senken, um die mit dem Nahostkonflikt verbundenen Preisausschläge abzufedern.
Parlamentsabstimmung und Gesetzesdetails
Am Freitag, dem 25. September 2026, stimmte der Deutsche Bundestag für die Einführung eines vorübergehenden Tankrabatts, der die hohen Benzinpreise infolge des Nahostkonflikts dämpfen soll. Die Maßnahme wurde mit 434 Ja-Stimmen und 128 Nein-Stimmen angenommen und erreichte damit die erforderliche einfache Mehrheit. Das Gesetz geht nun an den Bundesrat, der noch am Freitag über den Vorschlag abstimmen soll. Falls die Länderkammer zustimmt, tritt die Steuersenkung am 1. Oktober 2026 in Kraft und gilt bis zum 31. Dezember 2026. Nach den Bestimmungen des Gesetzes senkt die Reduzierung die Gesamtkosten von Benzin und Diesel an der Zapfsäule um 17 Cent pro Liter.
- Dafür
- 434 Stimmen
- Dagegen
- 128 Stimmen
Steuermechanismus und fiskalische Kosten
Die Preissenkung kombiniert zwei verschiedene fiskalische Komponenten, um die 17-Cent-Reduzierung zu erreichen. Die Energiebesteuerung auf Diesel und Benzin sinkt um 14 Cent pro Liter (genau 14,04 Cent, die maximale nach EU-Recht für Diesel zulässige Senkung). Da die Mehrwertsteuer auf die Energiesteuer aufgeschlagen wird, führt die Senkung zu einer zusätzlichen Mehrwertsteuersenkung von rund drei Cent pro Liter. Der Bund und die 16 Bundesländer teilen sich die geschätzten Steuerausfälle von 2,5 Milliarden Euro je zur Hälfte. Das vom SPD geführte Finanzministerium erklärte, es erwarte, dass die Ölkonzerne die Steuerentlastung vollständig an die Verbraucher weitergeben. Während eines früheren zweimonatigen Tankrabatts im Mai und Juni hatte das Bundeskartellamt festgestellt, dass die Ölkonzerne etwa 80 % der Steuerersparnis weitergaben.
Koalitionspaket und umfassendere Preisregulierung
Der Tankrabatt ist Teil eines breiteren Entlastungspakets, das die Regierungskoalition aus Union (CDU/CSU) und SPD letzte Woche vereinbart hat. Zusätzlich zur kurzfristigen Steuersenkung beauftragte die Koalition das Bundeswirtschaftsministerium mit der Ausarbeitung eines Gesetzesvorschlags für eine langfristige Preisobergrenze für Kraftstoffe nach dem Vorbild von Belgien und Luxemburg. Dieser Preisdeckel soll spätestens Anfang 2027 in Kraft treten. Das Koalitionsabkommen sieht zudem ab 2027 direkte finanzielle Entlastungszahlungen an die Bürger vor. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche verteidigte den Kompromiss in Berlin und wies darauf hin, dass die Länder einen Teil der Last schultern müssten.
Politische Debatte und öffentliche Resonanz
Die Maßnahme hat unterschiedliche Reaktionen von Branchenvertretern, Ökonomen und Wählern hervorgerufen. In der Gesetzesfolgenabschätzung zitierte Ökonomen kritisierten den Rabatt als teuer und nicht zielgerichtet und argumentierten, dass die breite Steuerentlastung überproportional wohlhabendere Haushalte mit treibstoffintensiven Fahrzeugen begünstige. Die öffentliche Meinung bleibt gespalten: Eine ZDF-Politbarometer-Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen ergab, dass 50 % der Befragten den Rabatt befürworten und 44 % ablehnen, wobei die Skepsis unter Anhängern der Grünen am größten ist. Auch Vertreter des öffentlichen Nahverkehrs äußerten starken Widerstand gegen die Verwendung öffentlicher Gelder.
Die 2,5 Milliarden Euro wären besser in den Nah- und Regionalverkehr investiert.
Jan Görnemann, Geschäftsführer des Bundesverbands SchienenNahverkehr, merkte an, dass die 2,5 Milliarden Euro in etwa der Finanzierung des bundesweiten Deutschlandtickets für ein Jahr entsprechen. Er bezweifelte, ob vorübergehende Steuersenkungen Autofahrer vor Schwankungen auf dem globalen Ölmarkt schützen würden.
Der nächste Rekordpreis an der Zapfsäule wird durch eine Benzinpreisbremse sicherlich nicht aufgehalten.
- Dafür
- 50 %
- Dagegen
- 44 %


