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Wirtschaft·27. Mai

BUND warnt vor Flächenverbrauch durch Rechenzentren in Hessen vor Landes-Digitalgipfel

Der Umweltverband BUND hat Alarm geschlagen wegen des rasanten Ausbaus von Rechenzentren im Bundesland Hessen. Er sieht Ackerflächen, bedrohte Tierarten und die lokale Infrastruktur in Gefahr.

Umweltbedenken nehmen zu

Der deutsche Umweltverband BUND hat eine deutliche Warnung vor dem zunehmenden Flächenverbrauch durch den Bau neuer Rechenzentren in Hessen ausgesprochen. Werner Neumann, Vorstandsmitglied des hessischen BUND-Landesverbandes, erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass diese Entwicklungen nicht nur wertvolle Ackerflächen verbrauchten, sondern auch bedrohte Tierarten weiter verdrängten. Der Verband wies zudem auf den erheblichen Wasserverbrauch für die Kühlung der Server und den immensen Strombedarf hin, der wiederum den Ausbau von Stromleitungen erforderlich mache.

Sie besetzen den Raum und kümmern sich nicht um die örtlichen Gegebenheiten, werfen den Bürgermeistern Geld hin und sagen: 'Wir entscheiden, was hier gemacht wird.'

Beschuldigungen des 'Land Grabbing'

Neumann erhob gegenüber einigen Investoren den Vorwurf des „Land Grabbing“. Er kritisierte ein Muster, bei dem Projekte die kommunale Zustimmung erhielten, ohne dass klare Pläne für die Stromversorgung oder die Nutzung der enormen anfallenden Abwärme vorlägen. Um geordnete Planungsprozesse zu gewährleisten, müssten Rechenzentren seiner Argumentation nach in die regionale Raumordnung eingebunden werden.

Reaktion der Regierung und anstehender Gipfel

Die Kritik kommt kurz vor dem Gigabit-Gipfel, der am Donnerstag, dem 28. Mai, vom hessischen Digitalministerium ausgerichtet wird und sich auf den Ausbau der digitalen Infrastruktur einschließlich Rechenzentren konzentriert. Digitalministerin Kristina Sinemus (CDU) räumte die komplexen Herausforderungen ein, vor denen die Gemeinden in Bezug auf Flächenverfügbarkeit, Energieversorgung und Nachhaltigkeit stünden. Sie erklärte, Rechenzentren seien „eine wesentliche Grundlage für Innovation, Wertschöpfung und die Arbeitsplätze von morgen“.

Ein transparenter Austausch vor Ort ist aus unserer Sicht entscheidend, um im beiderseitigen Interesse tragfähige Lösungen zu entwickeln.

Leitfäden und Branchenwachstum

Sinemus verwies auf einen neuen Leitfaden für die nachhaltige Ansiedlung von Rechenzentren und eine eigens eingerichtete Rechenzentrumsstelle als zentrale Beratungsinstanz. Diese sollen es den Kommunen ermöglichen, fundierte Entscheidungen zu treffen und Hessen als Wirtschaftsstandort weiterzuentwickeln. Sie begrüße Unternehmen, die ihre Pläne weiterentwickelten „und das Feedback der Kommunen und Bürger einbeziehen“. Nach Schätzungen des Digitalverbands Bitkom wird die Gesamtkapazität aller deutschen Rechenzentren in diesem Jahr erstmals die Marke von 3.000 Megawatt überschreiten. Das Landesministerium stellt fest, dass mehr als ein Drittel dieser Kapazität im Großraum Frankfurt angesiedelt ist, wo sich auch einer der größten Internetknotenpunkte der Welt befindet.

Schlüsselereignisse in der Debatte um hessische Rechenzentren
  1. Der BUND gibt eine Warnung vor dem Flächenverbrauch durch Rechenzentren in Hessen heraus.
  2. Gigabit-Gipfel in Hessen zur Erörterung der digitalen Infrastruktur und von Rechenzentren.
Frankfurt am Main · Rosbach vor der Höhe

3 Quellen

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