
Bumble in fortgeschrittenen Gesprächen über Übernahme in Privatbesitz für rund eine Milliarde Dollar mit Ithaca Holdings
Die Aktien des in Austin, Texas, ansässigen Dating-App-Betreibers sprangen um rund 52 Prozent, nachdem ein Bericht erschienen war, wonach Ithaca Holdings einen Abschluss bereits in der Woche ab dem 12. Oktober 2026 bekannt geben könnte.
Fortgeschrittene Gespräche mit Ithaca Holdings
Bumble befindet sich in fortgeschrittenen Gesprächen über eine Übernahme in Privatbesitz durch Ithaca Holdings, bei der der Dating-App-Betreiber mit rund einer Milliarde Dollar bewertet würde, wie eine mit der Angelegenheit vertraute Person am Montag, dem 12. Oktober 2026, gegenüber Reuters erklärte. Das Wall Street Journal hatte zuerst über die Gespräche berichtet und sich dabei auf namentlich nicht genannte, mit der Sache vertraute Personen berufen; ein Abschluss könnte demnach bereits in der Woche ab dem 12. Oktober 2026 bekannt gegeben werden. Ithaca Holdings wurde Anfang 2026 mit dem Plan gegründet, mindestens ein börsennotiertes oder privates Unternehmen zu übernehmen und mit neuer Technologie auszustatten, möglicherweise auch mit KI. Das Wall Street Journal berichtete zudem, dass Gründerin Whitney Wolfe Herd im Rahmen des Geschäfts voraussichtlich weiterhin in das Unternehmen eingebunden bleiben soll. Bumble und Ithaca Holdings reagierten zunächst nicht auf Anfragen nach einer Stellungnahme.
Aktie springt nach dem Bericht
Die Bumble-Aktie stieg am Montag laut Reuters um rund 52 Prozent auf 3,86 Dollar und im Tagesverlauf um bis zu 57 Prozent auf 3,98 Dollar – der größte Tagesanstieg seit dem 11. Februar 2021. Zum Schlusskurs am Freitag, dem 9. Oktober 2026, lag die Marktbewertung des Unternehmens bei rund 389 Millionen Dollar, nachdem die Aktie im Laufe des Jahres 2026 um fast 29 Prozent gefallen war. Nach dem Kurssprung berichtete die BBC, die Bewertung sei auf über 580 Millionen Dollar gestiegen – weiterhin weit unter dem Höchststand von mehr als 14 Milliarden Dollar, der nach dem Börsengang an der Nasdaq im Jahr 2021 erreicht worden war.
- Bumble gibt das Modell auf, bei dem Frauen zuerst schreiben
- Marktbewertung zum Freitagsschluss bei rund 389 Millionen Dollar
- Aktie steigt nach Bericht über Übernahmegespräche um rund 52 Prozent auf 3,86 Dollar
Druck auf das Dating-Geschäft
Bumble und der größere Rivale Match Group, zu dem Tinder, Hinge und OkCupid gehören, stehen in einem umkämpften Markt unter Druck, der mit schwächerem Nutzerengagement zu kämpfen hat. Reuters zufolge ist der Druck besonders unter jüngeren Nutzern der Generation Z zu spüren, die des endlosen Wischens müde sind. Der Irish Independent berichtete, junge Menschen seien des Online-Datings überdrüssig geworden und zeigten Interesse an Veranstaltungen im echten Leben. Auch die Aktie der Match Group ist laut BBC deutlich von ihrem Höchststand aus dem Jahr 2021 gefallen. Ein Bericht der britischen Regulierungsbehörde Ofcom aus dem Jahr 2025 ergab, dass Erwachsene im Vereinigten Königreich weniger Zeit auf Dating-Apps verbrachten als drei Jahre zuvor.
Produktänderungen unter Wolfe Herd
Whitney Wolfe Herd gründete Bumble im Jahr 2014 und war Wegbereiterin des Ansatzes, bei dem Frauen den ersten Schritt machen. Im März 2025 kehrte sie auf den Posten der CEO zurück, nachdem sie im Januar 2024 zurückgetreten war. Im August 2026 gab Bumble das Modell auf, bei dem Frauen zuerst schreiben – der jüngste Schritt zur Steigerung des Engagements. Das Unternehmen führte zudem einen KI-gestützten Assistenten ein, der als persönlicher Kuppler fungieren und eine Alternative zum Durchwischen von Profilen bieten soll. Die Änderung löste unter Nutzern eine Debatte darüber aus, ob die App verloren habe, was sie von Konkurrenten unterschied.

