
Bürgermeisterin von Valencia sagt aus, sie habe während des DANA-Notfalls keinen politischen Kontakt gehabt und sei nie über die Massenwarnung informiert worden
María José Catalá sagte vor einem Richter aus, sie habe erst um 23:13 Uhr per WhatsApp mit dem ehemaligen Regionalpräsidenten Carlos Mazón gesprochen, Stunden nach Beginn der Überschwemmungen, und niemand habe sie darüber informiert, dass die ES-Alert vorbereitet werde.
Aussage in Catarroja
Die Bürgermeisterin von Valencia, María José Catalá, erschien am 8. Juli 2026 als Zeugin vor dem Richter, der das Management der katastrophalen DANA untersucht, die am 29. Oktober 2024 wütete und 230 Menschen in der gesamten Provinz Valencia tötete. Sie betrat das Gerichtsgebäude in Catarroja durch die Garage und vermied die Medien, die sich am Haupteingang versammelt hatten.
Catalá erklärte, dass sie während der kritischen Stunden der Überschwemmungen überhaupt keinen politischen Kontakt gehabt habe. Ihr erster Austausch mit dem ehemaligen Präsidenten der Generalitat, Carlos Mazón, erfolgte um 23:13 Uhr in jener Nacht per WhatsApp.
Ok, das ist schrecklich.
Sie sprach erst wieder um 2:30 Uhr morgens mit ihm. Catalá sagte auch, sie habe bis viel später keinerlei Kommunikation mit der damaligen Stadträtin Salomé Pradas oder der Regierungsdelegierten Pilar Bernabé gehabt.
Die fehlende Warnung
Catalá bestand darauf, dass niemand vom regionalen Notfallkoordinationszentrum (Cecopi) ihr mitgeteilt habe, dass eine ES-Alert-Massenwarnung in Betracht gezogen werde. Die Warnung wurde schließlich um 20:11 Uhr gesendet, eine Verzögerung, die der Richter als wesentlichen Faktor für die Opferzahl ansieht. Catalá erfuhr, dass der Stadtteil La Torre überschwemmt war, erst um 20:13 Uhr, als der Bürgermeister von La Torre sie anrief.
Es gab keinen politischen Kontakt.
Sie hatte seit etwa 16:00 Uhr von eindringendem Wasser in La Torre gewusst, aber das volle Ausmaß der Überschwemmungen wurde erst nach dem Versand der Warnung deutlich.
Rettungseinsätze
Catalá schilderte, wie die Feuerwehr mit eigener Ausrüstung nicht nach La Torre gelangen konnte und Boote des Nautischen Clubs einsetzen musste. Die örtliche Polizei führte Tausende von Rettungen von in Fahrzeugen und Häusern eingeschlossenen Personen durch. Busse wurden zur Evakuierung des Stadtteils Pinedo geschickt, und Rettungsteams wurden zur Autobahn A-3 außerhalb der Stadtgrenzen entsandt.
Ab diesem Punkt befanden wir uns im puren und harten Krisenmanagement.
Gegen Mitternacht warnte der Feuerwehrchef vor einem möglichen Überlaufen des Turia-Flusses, aber die Júcar-Wasserkonföderation sagte, es sei kein Überlauf zu erwarten. Catalá sprach wenige Minuten vor 1:00 Uhr mit der Regierungsdelegierten, um nach dem Wasserstand zu fragen.
Die Ermittlungen
Zwei ehemalige Beamte werden formell untersucht: die Ex-Stadträtin für Justiz und Inneres, Salomé Pradas, und ihr früherer Stellvertreter Emilio Argüeso. Der Richter hat eine strafrechtliche Verantwortung der Bürgermeister bereits ausgeschlossen. Valencia war eine der wenigen Gemeinden, die ihren lokalen Notfallausschuss (Cecopal) etwa 20 Minuten nach Erhalt der roten Warnung aktivierte.
- Catalá spricht mit Pradas und Argüeso über Wettervorhersagen und Schulschließungen.
- Erste Berichte über eindringendes Wasser in den Stadtteil La Torre.
- ES-Alert-Massenwarnung wird an die Bevölkerung gesendet.
- Bürgermeister von La Torre ruft Catalá an, um zu melden, dass das Gebiet überschwemmt ist.
- Erster WhatsApp-Kontakt mit Carlos Mazón; er schreibt: 'Ok, das ist schrecklich.'
- Feuerwehrchef warnt vor möglichem Überlaufen des Turia; Júcar-Konföderation sagt, kein Überlauf erwartet.
- Catalá spricht mit Regierungsdelegierter Pilar Bernabé über den Wasserstand.
- Catalá spricht erneut mit Mazón, zum ersten Mal seit der WhatsApp-Nachricht.
Auch andere Bürgermeister, darunter die von Torrent und Cheste, haben bereits ausgesagt oder sollen noch erscheinen. Die Ermittlungen konzentrieren sich weiterhin darauf, warum die Massenwarnung verzögert wurde und warum es während der tödlichsten Naturkatastrophe der jüngeren spanischen Geschichte an politischer Koordination mangelte.

