
Buckelwal vor deutscher Ostseeküste gesichtet – Ministerium bestätigt; Tier ist vermutlich dasselbe wie in Schottland und Dänemark
Das Umweltministerium Schleswig-Holstein bestätigte am 17. Juli einen Buckelwal an der Kieler Förde, der sich langsam in Richtung offenes Meer bewegte. Das Tier ist wahrscheinlich dasselbe, das zuvor in Schottland und Dänemark beobachtet wurde, und möglicherweise der kranke Wal mit dem Spitznamen 'Hartwin'.
Sichtung an der Kieler Förde bestätigt
Am Abend des 17. Juli bestätigte das Umweltministerium Schleswig-Holstein einen Buckelwal an der Mündung der Kieler Förde. Das Tier hatte sich kurzzeitig in flacheren Gewässern aufgehalten, bevor es sich langsam wieder in Richtung offenes Meer bewegte. Das Ministerium erklärte, es handele sich „vermutlich um das Tier, das zuvor in Schottland und Dänemark beobachtet wurde“. Es bleibt unklar, ob es sich um denselben Wal handelt, der einen Tag zuvor bei Heiligenhafen gemeldet wurde; das Ministerium bestätigte nur die Sichtung an der Kieler Förde.
Frühere Sichtungen und Gesundheitsbedenken
Das Deutsche Schifffahrtsmuseum erhielt am 16. Juli zwischen 12:00 und 14:00 Uhr zwei Sichtungsmeldungen bei Heiligenhafen. Das Bild- und Videomaterial war zu schlecht, um den Wal mit Sicherheit zu identifizieren, aber seine Größe und sein allgemeines Erscheinungsbild deuteten auf einen Buckelwal hin. In den letzten Wochen war ein Buckelwal vor der dänischen Küste gesichtet worden, unter anderem bei Aarhus und zwischen Jütland und der Insel Fünen. Dänische Medien gaben dem Tier den Spitznamen „Hartwin“. Während einer Brückenwanderung über die Lillebælt-Brücke am letzten Juniwochenende stellten Beobachter Hautveränderungen auf dem Rücken des Wals fest. Der Meeresbiologe Fabian Ritter beschrieb „massive Hautprobleme“ und sagte, der Wal wirke zeitweise apathisch und halte sich lange in der Nähe der Wasseroberfläche auf. Almut Neumeister vom Deutschen Schifffahrtsmuseum bezeichnete die Hautveränderungen und das Verhalten als „besorgniserregend“. Die dänische Umweltbehörde forderte die Menschen auf, Abstand zu dem Wal zu halten.
Das Tier hat massive Hautprobleme. Teilweise wirkt es apathisch.
Es ist eindeutig ein Buckelwal, der an den langen Flossen klar zu erkennen ist. Die Hautveränderungen und das Verhalten des Wals sind in der Tat besorgniserregend.
Reaktion des Ministeriums und Meldekette
Das Umweltministerium betonte, dass eine Walsichtung allein kein Grund zur Beunruhigung sei und kein staatliches Eingreifen rechtfertige. Wale seien geschützte Wildtiere, die sich frei in den Meeren bewegen, und wandernde Großwale tauchten gelegentlich auf natürliche Weise in der Ostsee auf und blieben unterschiedlich lange. Da sich der Wal aktiv im offenen Wasser bewegte, seien keine weiteren Schritte erforderlich. Das Ministerium hat eine Meldekette eingerichtet, um im Falle einer Strandung schnell reagieren zu können, und koordiniert sich mit wissenschaftlichen Experten, der Polizei und der betroffenen Gemeinde. Dichter Schiffs- und Bootsverkehr in der Nähe der Tiere stelle „einen erheblichen Stressfaktor“ dar und sollte vermieden werden, so das Ministerium. Aus diesem Grund verzichte es auf eine engmaschige Überwachung des Wals.
Dichter Schiffs- und Bootsverkehr in der Nähe stellt einen erheblichen Stressfaktor für die Tiere dar und sollte unbedingt vermieden werden. Auch vor diesem Hintergrund verzichtet das Umweltministerium derzeit auf eine engmaschige Überwachung des Tieres.
Der Schatten von „Timmy“
Die neuen Sichtungen erinnern an die Odyssee eines Buckelwals namens „Timmy“ zu Beginn dieses Jahres. Timmy wurde Anfang März erstmals im Hafen von Wismar gesichtet, wanderte wochenlang entlang der deutschen Ostseeküste und strandete mehrfach. Eine private Initiative transportierte den Wal mit einem Lastkahn in die Nordsee und setzte ihn frei, aber das Tier wurde Anfang Mai tot vor der dänischen Insel Anholt gefunden. Die Meldekette des Ministeriums soll eine Wiederholung dieses langwierigen Leidenswegs verhindern.
- Wal von der Lillebælt-Brücke aus gesichtet; Hautveränderungen festgestellt
- Sichtungen vor Aarhus und zwischen Jütland und Fünen
- Zwei Sichtungen bei Heiligenhafen gemeldet, 12:00-14:00 Uhr
- Ministerium bestätigt Buckelwal an der Kieler Förde, bewegt sich in Richtung offenes Meer


