
BSW-Enthaltung könnte AfD zum Sieg bei Ministerpräsidentenwahl in Sachsen-Anhalt verhelfen
Die BSW-Partei von Sahra Wagenknecht wird keinen Kandidaten für den nächsten Ministerpräsidenten Sachsen-Anhalts unterstützen. Diese Haltung könnte der rechtsextremen AfD im dritten Wahlgang mit einfacher Mehrheit den Posten sichern.
Die Ankündigung
Sahra Wagenknecht, Gründerin des linkskonservativen Bündnisses Sahra Wagenknecht (BSW), erklärte, ihre Partei werde sich in allen drei Wahlgängen für den nächsten Ministerpräsidenten Sachsen-Anhalts enthalten und weder den amtierenden CDU-Ministerpräsidenten noch einen AfD-Kandidaten unterstützen. Sie fügte hinzu, die Enthaltung sei der Standard, falls andere Parteien ihren Vorschlag für eine überparteiliche Persönlichkeit ablehnten.
Wenn die anderen Parteien unseren Vorschlag ablehnen, werden wir weder für den amtierenden CDU-Ministerpräsidenten noch für den AfD-Kandidaten stimmen, sondern uns enthalten.
So funktioniert der Mechanismus
Im dritten Wahlgang reicht die einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen zum Sieg. Wenn die BSW in den Landtag einzieht und sich enthält, könnte sie die Hürde für die AfD senken, die bei 41 bis 42 Prozent liegt. Die AfD bräuchte dann nur eine Mehrheit der verbleibenden Stimmen, was in Reichweite sein könnte.
Unser Wahlziel ist es, die CDU abzuwählen, auch weil das die Merz-Regierung beenden könnte.
Unsicherheiten
Die BSW selbst liegt in Umfragen bei nur 4 Prozent, sodass ihr Einzug in den Magdeburger Landtag ungewiss ist. Es ist auch unklar, ob die AfD ihre derzeitigen Umfragewerte halten oder ausbauen kann und welche anderen Parteien die 5-Prozent-Hürde überwinden werden.
Wagenknechts „Magdeburger Modell“
Wagenknecht wirbt stattdessen für einen parteiübergreifenden Konsens über einen unabhängigen, überparteilichen Ministerpräsidenten, der mit wechselnden Mehrheiten regieren würde. Sie argumentiert, dass die Nennung von Kandidaten potenzielle Persönlichkeiten beschädigen würde. Ähnliche Ideen hat sie für Thüringen geäußert, wo die BSW derzeit in einer Koalition mit CDU und SPD regiert, aber auf Widerstand lokaler Parteiführer stößt.
Reaktionen bisher
Andere Parteien haben den Vorschlag nicht unterstützt. Ohne eine Einigung bleibt der Enthaltungsplan der BSW der Standard, was die Möglichkeit erhöht, dass die AfD erstmals das Amt des Ministerpräsidenten in einem deutschen Bundesland übernehmen könnte.


