Sicherheit · Florenz, Palermo und Omegna

Ex-Mafiaboss Giovanni Brusca sagt über politische Verbindungen der 1990er Jahre in Florenz aus

Im Verleumdungsprozess gegen Salvatore Baiardo behauptete der frühere Cosa-Nostra-Boss Giovanni Brusca, die Mafia habe versucht, die politische Linke für die Bombenanschläge der 1990er Jahre zu belasten, um Silvio Berlusconi zu helfen.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von ANSA.it, Il Fatto Quotidiano, Fanpage und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Florenz, Palermo, Omegna · Italien
Wie es dazu kam
  1. Februar 2026Gericht in Florenz eröffnet Prozess gegen Salvatore Baiardo
  2. Juni 2026Gericht in Florenz stellt Ermittlungen zu angeblichen Mafia-Bombenverbindungen ein
  3. 9.09.Giovanni Brusca sagt per Videoverbindung vor Gericht in Florenz aus

Bruscas Aussage vor Gericht

Der frühere sizilianische Mafiaboss Giovanni Brusca sagte am 9. September 2026 in einem Gericht in Florenz im Prozess gegen Salvatore Baiardo aus. Baiardo, ein ehemaliger Eisverkäufer aus Omegna, der mit der Graviano-Verbrecherfamilie in Verbindung steht, wird der Verleumdung des Fernsehmoderators Massimo Giletti und des ehemaligen Bürgermeisters von Cerasa, Giancarlo Ricca, sowie der schweren Beihilfe beschuldigt. Per Videoverbindung von einem geschützten Ort aus beantwortete Brusca Fragen von Staatsanwalt Leopoldo De Gregorio zu den Beziehungen der Cosa Nostra zur italienischen Politik in den 1990er Jahren. Brusca erklärte, dass die Mafia-Führung nach der Bombenserie von 1992 und 1993, bei der die Staatsanwälte Giovanni Falcone und Paolo Borsellino getötet wurden, erwog, die politische Linke zu belasten, um Silvio Berlusconis Einstieg in die Politik zu unterstützen.

„In Gesprächen mit Bagarella nach den Bombenanschlägen von 1992 und 1993 sprachen wir darüber, sie als politisches Werkzeug zu nutzen, als ob sie von der Linken angeregt worden wären, um Berlusconi zu helfen und seinen Einstieg in die Politik lenken zu können.“

Giovanni Brusca, Ehemaliger Cosa-Nostra-Boss und Kronzeuge

Vermittler, Drohungen und politische Projekte

Brusca beschrieb, wie die Cosa Nostra durch Vittorio Mangano Kontakt zu Berlusconi suchte, dessen Rolle als Vermittler von Boss Stefano Bontade etabliert worden war. Laut Brusca berichtete Mangano, dass er Botschaften über Berlusconis Mitarbeiter Marcello Dell'Utri oder andere Kanäle an Berlusconi weiterleitete. Mangano habe zurückgemeldet, dass Berlusconi sich bedankte und versprach, der Gruppe so bald wie möglich zu helfen. Brusca fügte hinzu, dass die Mafia-Führung eine versteckte Drohung aussprach, dass sie weitere Bombenanschläge verüben würden, um Berlusconi politische Schwierigkeiten zu bereiten, falls die Hilfe ausbleibe.

Brusca erklärte, er habe vor 1993 keine direkten Kenntnisse über Berlusconis finanzielle oder geschäftliche Transaktionen gehabt und später nur allgemeine Details aus Gesprächen mit anderen Bosse erfahren. Er behauptete, dass Berlusconis Unternehmen Schutzgelder, bekannt als Pizzo, gezahlt hätten, ohne sich dabei speziell auf das Standa-Kaufhaus im Brancaccio-Viertel von Palermo zu beziehen. Brusca berichtete auch von einer Initiative des Palermoer Geschäftsmanns Gianni Jenna, zwischen 1993 und 1994 eine politische Partei namens Sicilia Libera zu gründen. Brusca beteiligte sich zunächst an dem Projekt, zog sich jedoch zurück, nachdem zwei vertraute Mitarbeiter Nachforschungen angestellt und negative Bewertungen abgegeben hatten. Er fügte hinzu, dass Boss Giuseppe Graviano zunächst Sicilia Libera beigetreten war, bevor Anführer Leoluca Bagarella das Thema fallen ließ.

Reaktion der Familie Berlusconi und der Verteidigung

Giorgio Perroni, Verteidiger der Familie Berlusconi, wies die Aussage zurück und wies darauf hin, dass Brusca unter Eid eingeräumt hatte, den Angeklagten Baiardo nie getroffen oder gekannt zu haben. Perroni merkte an, dass frühere Gerichtsurteile Bruscas Aussagen zu Berlusconi und Dell'Utri aufgrund von Unklarheiten und Widersprüchen zu gesicherten Beweisen bereits als unzuverlässig eingestuft hatten. Er argumentierte, dass das Verfahren in Florenz gegen Baiardo, das im Februar 2026 begann, in einen unbegründeten Prozess gegen Berlusconi und Dell'Utri umgeleitet worden sei, die beide nicht Angeklagte in dem Fall sind.

Silvio Berlusconis Tochter Barbara Berlusconi gab eine Erklärung ab, in der sie die Behauptungen als wiederaufbereitete Anschuldigungen ohne faktische Grundlage zurückwies. Sie betonte, dass italienische Gerichte wiederholt Behauptungen zurückgewiesen hätten, die ihren Vater mit den Bombenanschlägen von 1992 und 1993 in Verbindung bringen, einschließlich einer im Juni 2026 abgeschlossenen Untersuchung in Florenz.

„Ich finde es unerträglich, dass auch heute noch die unglaubwürdigen und lächerlichen Aussagen von Menschen, die die abscheulichsten Verbrechen begangen haben und heute als freie Männer sprechen, dazu benutzt werden, eine weitere Damnatio Memoriae gegen meinen Vater zu schüren.“

Barbara Berlusconi, Geschäftsfrau und Tochter von Silvio Berlusconi

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