
Van Bossuyt halbiert Brüsseler Asylaufnahmekapazität und streicht 700 weitere Plätze
Nachdem sie im Juni bereits 300 Plätze gestrichen hatte, kündigte Ministerin Anneleen Van Bossuyt am Donnerstag weitere 700 Kürzungen an, wodurch das provisorische Aufnahmesystem von 2.000 auf 1.000 Plätze reduziert wird, da die Warteliste schrumpft.
Hintergrund des Brüssel-Deals
Der Brüssel-Deal wurde 2022 geschlossen, nachdem das föderale Aufnahmenetz Fedasil gesättigt war. Im Rahmen der Vereinbarung zahlte die Bundesregierung der Region Brüssel 42 Millionen Euro jährlich (laut De Morgen 47 Millionen), um 2.000 provisorische Aufnahmeplätze für Asylsuchende zu finanzieren. Die Plätze wurden hauptsächlich von Non-Profit-Organisationen bereitgestellt, die mit Obdachlosendiensten zusammenarbeiten, und waren in erster Linie für alleinstehende Männer gedacht, deren Asylanträge bearbeitet wurden.
Angekündigte Kürzungen
Am 30. Juni strich Ministerin Van Bossuyt 300 Plätze. Am 16. Juli kündigte sie die Streichung weiterer 700 Plätze an, wodurch das Programm auf 1.000 Plätze halbiert wurde. Die Warteliste umfasst nun etwa 1.000 alleinstehende Männer, von denen die Hälfte bei Verwandten, Freunden oder Bekannten untergebracht ist. Van Bossuyt sagt, die monatlichen Ankünfte gingen zurück, was es ihr erlaube, Plätze zu schließen und Ordnung in das zu bringen, was sie das von der vorherigen Vivaldi-Regierung hinterlassene Asylchaos nennt.
Mit unserer Politik bringen wir systematisch Ordnung in das von der Vivaldi-Regierung geschaffene Asylchaos. Die Ankünfte gehen jeden Monat zurück, und das erlaubt uns, Aufnahmeplätze zu schließen. Ich stelle nicht in Frage, dass die Obdachlosigkeit in Brüssel ein sehr ernstes Problem ist. Aber als Ministerin für Asyl und Migration kann ich nicht alle Brüsseler Probleme mit einem Sack voll Geld lösen.
Politische Reaktionen
Brüssels Minister für Soziale Angelegenheiten Ahmed Laaouej (PS) hatte die Streichung von 300 Plätzen bereits als einseitige und brutale Entscheidung verurteilt und darauf hingewiesen, dass die Behörden gezwungen waren, ein Aufnahmezentrum innerhalb von nur drei Wochen zu schließen. Er warnte, dass die weitere Reduzierung Menschen in die bereits gesättigten Not- und Obdachlosenhilfen drängen würde.
Die Demontage des Brüssel-Deals wird unweigerlich zu einem Abfluss in die Brüsseler Not- und Obdachlosenunterkünfte führen, die bereits stark überlastet sind.
Der Brüsseler Beamte De Smedt beschuldigte Van Bossuyt der Manipulation von Statistiken und sagte, sie ändere täglich die Bedingungen für die Warteliste und behaupte dann, die Liste schrumpfe. De Smedt sagte, die Ministerin stelle vollendete Tatsachen und wisse, dass die Menschen auf der Straße landen würden.
Van Bossuyt spielt mit den Statistiken. Jeden Tag ändert sie die Bedingungen für die Warteliste und behauptet dann, sie schrumpfe. Sie stellt uns vor vollendete Tatsachen, wohl wissend, dass wir das nicht schnell lösen können und dass die Menschen auf der Straße landen.
Van Bossuyt entgegnete, sie habe ihre Brüsseler Kollegen dreimal über die Auslaufphase informiert und sie sollten sich nicht überrascht stellen.
Zeitplan und nächste Schritte
Für die jüngsten Kürzungen gilt eine Kündigungsfrist von einem Monat, was bedeutet, dass die 700 Plätze bis September wegfallen werden. Van Bossuyt hofft, dass bis Jahresende alle noch auf der Warteliste Stehenden im regulären Fedasil-Netzwerk untergebracht werden können, sodass der Brüssel-Deal auslaufen kann. Ende Juni wurde der Brüsseler Regionalregierung ein neuer Kooperationsvorschlag unterbreitet, auf den jedoch keine Antwort eingegangen ist.
- Brüssel-Deal geschlossen: 2.000 provisorische Asylaufnahmeplätze, finanziert mit 42 Mio. € jährlich
- 300 Plätze in der ersten Kürzungsphase gestrichen
- Ministerin Van Bossuyt kündigt Streichung von 700 weiteren Plätzen an, Kapazität auf 1.000 halbiert
- 700 Plätze werden nach einmonatiger Kündigungsfrist geschlossen
- Van Bossuyt will Warteliste räumen und Brüssel-Deal auslaufen lassen


