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Konflikte·vor 7 Std.

USA und Iran vereinbaren brüchiges Friedensabkommen; Israel bleibt außen vor

Nach über 100 Tagen Konflikt haben die USA und der Iran ein Friedensabkommen geschlossen. Die Straße von Hormus wird wieder geöffnet und die wirtschaftliche Anspannung gelockert, doch das Abkommen klammert die Atomfrage aus und lässt Israel verärgert zurück.

Das Abkommen: eine 60-tägige Waffenruhe-Verlängerung

Die am Sonntag verkündete Vereinbarung verlängert im Wesentlichen die brüchige Waffenruhe um 60 Tage, ohne tieferliegende Streitigkeiten zu lösen. Formell handelt es sich um eine Absichtserklärung, die am Freitag in der Schweiz unterzeichnet werden soll (obwohl einige Quellen den Sonntag nennen). Das unmittelbare Ergebnis ist die vollständige Wiedereröffnung der Straße von Hormus, durch die ein Fünftel des weltweiten Öls transportiert wird. Die USA und europäische Mächte werden die Sanktionen gegen iranische Ölverkäufe aussetzen und 24 Mrd. USD an eingefrorenen iranischen Vermögenswerten freigeben. Die Atomfrage – einschließlich des Verbleibs von 450 kg auf über 60 % angereichertem Uran – wird jedoch auf spätere Verhandlungen verschoben.

Wenn es an der wirtschaftlichen Front Fortschritte gibt, wird es für Irans neue Gesprächspartner einfacher, Zugeständnisse in der Atompolitik zu rechtfertigen. Wenn dies scheitert, wird die Konfrontation die politische Militarisierung im Iran begünstigen.

Daniel Bashandeh

Netanjahu: der größte Verlierer

Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu, der gemeinsam mit Trump auf den Krieg drängte, geht als klarer Verlierer hervor. Seine erklärten Ziele – der Sturz des iranischen Regimes oder die Zerstörung seiner nuklearen Fähigkeiten – bleiben unerfüllt. In seiner ersten Pressekonferenz seit drei Monaten wies er das Gerede vom Scheitern zurück:

Welches Scheitern? Schauen Sie sich Israel am 7. Oktober und heute an. Ich habe mich in keiner Weise geirrt.

Benjamin Netanjahu

Doch das Abkommen schließt Israel aus, und Netanjahu hat versprochen, trotz der Waffenruhe Truppen im Libanon zu belassen, was eine weitere Isolation riskiert.

Interne Unterdrückung im Iran

Der Krieg ermöglichte es der Theokratie im Iran, ihren Griff im Inland zu festigen. Während des Konflikts wurden laut Polizei- und Menschenrechtsquellen 38 politische Gefangene hingerichtet und mehr als 6.500 Menschen unter dem Vorwurf der Zusammenarbeit mit dem Feind inhaftiert. Der Internetzugang war 87 Tage lang stark eingeschränkt, wobei die Kontrollen noch immer nicht vollständig aufgehoben wurden. Diese Maßnahmen, die als Notwendigkeit der Kriegszeit dargestellt wurden, haben die Kontrolle des Regimes gefestigt und den internen Widerstand zum Schweigen gebracht, der seit den Protesten Anfang 2026 zugenommen hatte.

Wichtige Daten im US-Iran-Krieg und Friedensprozess
  1. USA starten Operation 'Epic Fury' gegen den Iran
  2. Iranischer Polizeikommandant meldet über 6.500 Verhaftungen mutmaßlicher Kollaborateure des Feindes
  3. USA und Iran kündigen nach über 100 Tagen Krieg ein Friedensabkommen an
  4. Formelle Unterzeichnung des Friedensmemorandums erwartet (Datum variiert je nach Quelle)

Wirtschaftliche Schockwellen: Öl und darüber hinaus

Die globalen Märkte begrüßten den Frieden mit einem sofortigen Rückgang der Preise für Brent-Rohöl und Erdgas. Analysten warnen jedoch, dass die Energiekosten hoch bleiben werden. Der Konflikt beschädigte die Energieinfrastruktur in den Golfstaaten, und die Räumung von Minen aus der Straße von Hormus wird Monate dauern. Strategische Reserven wurden geleert und müssen wieder aufgefüllt werden. Die Ökonomin Alicia Coronil merkt an:

Die Energiepreise werden kurzfristig über dem Vorkriegsniveau bleiben.

Alicia Coronil

Der Krieg kostete die USA über 30 Mrd. USD und erschöpfte ihre Bestände an modernen Raketen.

Ein Frieden ohne Garantien

Das Abkommen bietet keine dauerhafte Stabilität. Trumps wechselnde Begründungen – erst Regimewechsel, dann Anti-Atom-Politik – haben das Vertrauen untergraben. Nun, vor den Zwischenwahlen, benötigte er einen Ausweg aus einem unpopulären Krieg. Irans neuer oberster Führer, Mojtaba Khamenei, feierte das Ergebnis als Beweis für einen „unzerstörbaren Sieg“. Doch die Region bleibt angespannt: Die Hisbollah erwies sich als überraschend widerstandsfähig, und Israel könnte versuchen, das Abkommen zu sabotieren.

Teheran · Washington · Genf

8 Quellen

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