
Britische Wirtschaft wächst im August um 0,1 Prozent – Healey bereitet ersten Haushalt am 28. Oktober vor
Die britische Wirtschaft ist im August um 0,1 Prozent gewachsen und hat damit die Prognosen eines Rückgangs übertroffen. Schatzkanzler John Healey versprach Verbrauchern und Unternehmen in seinem ersten Haushalt am 28. Oktober "Luft zum Atmen".
Wachstum übertrifft Prognosen
Das Office for National Statistics meldete am Donnerstag, dem 15. Oktober, dass das BIP im August nach 0,4 Prozent Wachstum im Juli um 0,1 Prozent gestiegen ist. Ökonomen hatten für den Monat einen Rückgang von 0,1 Prozent erwartet; der Anstieg wurde von einer starken Industrieproduktion getragen. Der Dreimonatswert bis Ende August zeigt ein Wachstum von 0,7 Prozent. Sarah Breeden, stellvertretende Gouverneurin der Bank of England, sagte, sie sei überrascht gewesen, wie gut die Wirtschaft den mit dem Konflikt im Nahen Osten verbundenen Energieschock verkraftet habe.
Wir waren bisher überrascht, wie gut die Wirtschaft einen ziemlich erheblichen Energieschock verkraftet hat.
Im Gespräch mit CNBC sagte Breeden, die Unternehmen hätten aus dem Energieschock von 2022 gelernt, und viele seien abgesichert, was den von ihnen empfundenen Schock verringere. Sie nannte auch Investitionen in KI, darunter Rechenzentren, als stützenden Faktor. Die Notenbank prüft noch, ob die Fähigkeit des Privatsektors, den Schock zu verkraften, bedeutet, dass seine Wirkung verringert oder nur verzögert wird.
- 2026-07
- 0.4 %
- 2026-08
- 0.1 %
Healeys erster Haushalt
John Healey sagte vor Journalisten in Bangkok am Rande der Jahrestagung des IWF, er wolle, dass der Haushalt Großbritannien "Luft zum Atmen" gebe und zugleich die Finanzpläne solide halte. Er werde an den Ausgabenplänen seiner Vorgängerin Rachel Reeves festhalten, und Kabinettskollegen müssten etwaiges zusätzliches Geld innerhalb der bestehenden Budgets finden. Healey sagte, die Ministerien würden aufgefordert, Prioritäten neu zu setzen, und der IWF habe die Pläne der Regierung zur Bekämpfung des Defizits gelobt. Die geschäftsführende Direktorin des IWF, Kristalina Georgieva, forderte die Regierung auf, "Kurs zu halten". Der Haushalt am 28. Oktober dürfte ein weiteres Energiehilfspaket enthalten, bevor im Januar ein erwarteter starker Anstieg der Energiepreisobergrenze ansteht. Die Regierung hat die Mehrwertsteuer auf Stromrechnungen bereits gesenkt.
Steuerfragen
Healey wollte nicht sagen, ob er Steuern auf Banken oder die Kapitalertragsteuer erhöhen werde, um dem Druck durch höhere Energiepreise und staatliche Kreditkosten entgegenzuwirken. Er warnte, Großbritannien stehe angesichts steigender Kreditkosten und nachlassenden Wachstums vor einer "schwierigen Zeit". Er sagte zudem, Spekulationen vor früheren Haushalten hätten Schaden angerichtet:
Wenn man an die Zeit vor früheren Haushalten zurückdenkt, waren die Spekulationen darüber, was in diesen Haushalten stehen würde, tatsächlich zutiefst schädlich.
In einem Interview mit Bloomberg TV sagte Healey, Banken seien Teil des "Juwels" in der wirtschaftlichen Krone Großbritanniens, und fügte hinzu: "Sie leisten einen großen Beitrag zur Wirtschaft." Einige City-Chefs befürchten, dass er im Haushalt die Steuern für die Branche erhöhen wird.
Haushalte und der Datenkalender
Die Hinweise mehren sich, dass sich mehr Haushalte durch sprunghaft gestiegene Kraftstoff-, Energie- und Hypothekenkosten unter Druck fühlen und einige mehr Schulden aufnehmen. Das ONS veröffentlicht am Dienstag, dem 20. Oktober, Arbeitslosen- und Lohnzahlen; die Arbeitslosenquote hat sich bei 4,9 Prozent eingependelt, nachdem sie Anfang 2026 5,2 Prozent erreicht hatte. Die Inflationszahlen folgen am Mittwoch, dem 21. Oktober, nachdem die Jahresrate im Juni auf 2,6 Prozent gesunken war, bevor sie im Juli auf 2,9 Prozent und im August auf 3,1 Prozent stieg.
- 2026-06
- 2.6 %
- 2026-07
- 2.9 %
- 2026-08
- 3.1 %
Für September wird ein weiterer Anstieg erwartet, der die Inflation weiter vom Zielwert der Bank of England von 2 Prozent entfernen würde, nachdem sie 2022/23 mit 11,1 Prozent ihren Höhepunkt erreicht hatte. Die Inflationszahl für September wird üblicherweise zur Festlegung mehrerer Steuer- und Kostensteigerungen herangezogen, was ihr für das Schatzamt besonderes Gewicht verleiht.
- ONS veröffentlicht August-BIP mit 0,1 Prozent Wachstum
- Arbeitslosen- und Lohnzahlen erwartet
- Inflationszahlen erwartet
- Erster Haushalt des Schatzkanzlers mit Steuer- und Ausgabenplan

