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Diplomatie·vor 2 Std.

Zehn Jahre nach dem Brexit-Votum: Londoner Marsch fordert Rückkehr Großbritanniens in die EU – Umfrage zeigt britische Reue und europäische Unterstützung

Am Samstag marschierten einige hundert Demonstranten in London und forderten den Wiedereintritt Großbritanniens in die Europäische Union. Eine neue Umfrage zeigt, dass 75 % der Briten jetzt für eine Mitgliedschaft sind und zwei Drittel der EU-Bürger die Rückkehr der Briten unterstützen.

Marsch im Zentrum Londons

Tausende versammelten sich am 20. Juni nahe der U-Bahn-Station Temple, wie Le Temps berichtet. Die Organisatoren sprachen von rund 1.500 Teilnehmern, die Polizei von einigen Hundert. Der National Return March zog unter einem Meer von EU-Flaggen, blau-gelben Kostümen und Schildern mit Aufschriften wie „We want our star back“, „European Citizen“ und „Re:Union“ zum Parliament Square. Eine Frau in einem blauen Hochzeitskleid hielt ein Plakat mit der Frage „Ten years of pain, where are the gains?“ und gab sich als Braut der EU.

Die gesamte Brexit-Kampagne basierte auf Einwanderung, und es hat sich gezeigt, dass dies völlig absurd ist.

Die Organisatorin Clare Hall sagte, das letzte Jahrzehnt habe bewiesen, dass der Brexit eine falsche Entscheidung war und das Leben schwieriger geworden sei, da alles teurer geworden sei. Sie fügte hinzu, dass junge Menschen „die Konsequenzen des Brexit tragen“ würden.

Umfrage zeigt britische Reue und EU-Unterstützung

Eine ECFR-Umfrage, die vom 7. bis 14. Mai 2026 in 15 europäischen Ländern durchgeführt wurde, ergab, dass 66 % der Befragten die EU-Mitgliedschaft Großbritanniens für eine gute Idee halten. Die Unterstützung für einen Wiedereintritt des Vereinigten Königreichs reichte von Tiefstwerten von 56 % in Bulgarien und 59 % in Frankreich und Italien bis zu Höchstwerten von 75 % in den Niederlanden und Dänemark. Sogar rechtsextreme Wähler befürworteten engere Beziehungen: 71 % der Anhänger der polnischen Konföderation, 58 % der Anhänger der deutschen AfD und 58 % der Wähler des Rassemblement National in Frankreich befürworteten die Idee.

Unter den britischen Befragten gaben 75 % an, dass sie ihr Land wieder in der EU sehen wollen. Der Brexit wurde als negativ für die Lebenshaltungskosten (66 %), die Wirtschaft (65 %), die Chancen junger Menschen (57 %), die illegale Einwanderung (56 %) und den Handel (56 %) angesehen. Bemerkenswerterweise sagten 58 % der Leave-Wähler, der Brexit habe die illegale Einwanderung verschlechtert.

Unterstützung für die Rückkehr Großbritanniens in die EU nach Ländern · %
Bulgarien
56 %
Frankreich
59 %
Italien
59 %
Niederlande
75 %
Dänemark
75 %

Reaktionen der Führungspersönlichkeiten

Der französische Präsident Emmanuel Macron sagte, die Tür sei „immer offen“, während der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez erklärte, Spanien würde die britische Mitgliedschaft „ohne Zweifel“ unterstützen.

Die Tür ist immer offen.

Der britische Premierminister Keir Starmer sprach von einer neuen Dynamik in den Beziehungen zur EU, ohne die Tür für einen Wiedereintritt zu öffnen, obwohl andere Labour-Politiker wie der ehemalige Gesundheitsminister Wes Streeting das Thema diskutiert haben.

Ein Jahrzehnt nach der Abstimmung

Großbritannien verließ die EU im Januar 2020 nach einem Referendum am 23. Juni 2016, bei dem 51,89 % für den Austritt stimmten. Der Marsch am Samstag fand drei Tage vor dem zehnten Jahrestag dieser Abstimmung statt. Der frühere Labour-Vorsitzende Lord Kinnock, der sich dem Protest anschloss, nannte den Brexit „eine totale, beispiellose und anhaltende Katastrophe“.

Eine totale, beispiellose und anhaltende Katastrophe.

Wichtige Daten der Brexit-Geschichte
  1. Großbritannien stimmt mit 51,89 % für den Austritt aus der EU
  2. Großbritannien verlässt die Europäische Union
  3. National Return March in London abgehalten
  4. Zehnter Jahrestag des Brexit-Referendums
London

5 Quellen

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